Wasser

l’eau

Ich weiß jetzt nicht, wer Volvic Touch kennt.
Volvic Touch, das sind 1.5 Liter stilles Mineralwasser mit rote Früchte Geschmack, abgefüllt in eine mehr als hässlichen Plastikflasche.
Ich habe es nicht gekauft, ich bin ihm nur begegnet und begann das Etikett zu lesen.

Bild von congerdesign auf Pixabay

Mein Erfrischungsdrink

“Ich bin Dein Erfrischungsdrink” steht da auf dem Plastiketikett und mein Erfrischungsdrink lobt sich auch dafür, nur wenig Zucker zu enthalten.
Immerhin 35 Gramm pro Flasche.
Was der Zucker im Mineralwasser zu suchen hat ist mir schleierhaft.

Ausserdem erfahre ich auf dem Etikett natürlich noch alle wichtigen Dinge im Plauderton moderner Werber. So ist die Heimat von Volvic Touch die Natur, daneben schützt mein Wasser auch die Artenvielfalt, ist 100% Klimaneutral und die Flasche aus 100% recyceltem Plastik.
Kurz: Man hat das Gefühl, wer Volvic Touch trinkt rettet den Planeten aktiv vor dem Klimakollaps.

Woher Wasser und Aromen kommen, darüber schweigt sich die ansonsten mitteilungsfreudige Flasche aber dann aus.

Wikipedia führt das Département Puy-de-Dôme im Herzen Frankreichs als Abfüllort, was bedeuted, dass mein Volvic bereits gut 900 Kilometer Autofahrt hinter sich hatte, bevor wir uns trafen.

33 Liter

Diesel braucht ein moderner 40 Tonner auf 100 Kilometer.
Mindestens 297 Liter bestes Diesel sind also nötig um 25000 Liter Wasser vom embouteilleur nach Bayern zu transportieren.
787 kg CO2 werden dabei vom Sattelzug freigesetzt um gezuckertes Mineralwasser und recycelten Plastikmüll ausser Landes zu bringen.

1€

kostet der Liter Wasser ungefähr dann im Handel.
Mit und ohne Zucker, aber immer ohne Kohlensäure, dabei wird doch beim Transport genug produziert.
Ein stilles Wasser – so gesund wie sein Ursprung.
An dem wurden im Jahr 2018 2.700.000.000 Liter aus der Erde gepumpt.
Ca. 70% davon geht in den Export, der Großteil ins Vereinigte Königreich und ins wiedervereinigte Deutschland.
Nehmen wir eine Quote von 20%, dann sind das 540.000.000 Liter oder 21600 Sattelzüge und 17.000 Tonnen CO2.

Alles gut

Wir müssen jetzt aber kein schlechtes Gewissen haben.
Denn wenn wir in Deutschland den Diesel mit 15 cent/l mehr besteuern, dann ist alles wieder gut.
Das sagt die Politik, dann kann man guten Gewissens den Franzosen das Wasser wegtrinken und dabei, siehe Etikett, auch noch den Planeten retten.

Der Neid der Welt

Man könnte aber auch auf etwas zurückgreifen um das uns wirklich die ganze Welt beneidet.
Auf unser hervorragendes Trinkwasser.
Wasser das aus dem Hahn in jedem Haus kommt kann mit dem herangekarrten Aqua lässig mithalten.
1000 Liter bekommt man beim lokalen Versorger für 1,50-2 Euro. Quellfrisch.
Und es lässt sich ohne Probleme in leere Volvic Flaschen einfüllen und wer will kann noch 35 Gramm Zucker hinterherwerfen um dem Ganzen einen gewissen Touch zu geben.

 

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