Überwindung der Erzfeindschaft

Manchmal mutet es an wie ein Religionskrieg.
Was ist denn nun besser? Arri oder Red? Canon oder Pansonic? Oder Sony versus Blackmagic?

Sony, das japanische Urgestein war in Europa lange Zeit fast ein Synonym für Broadcastkameras mit den Betacam SP BVWs 200-400 und der DigiBeta als Krone der bandaufzeichnenden Standard Definition TV Welt.
Und Film, der wurde damals noch auf Film gedreht. Video, das war irgendwie bäh, so wie Fernsehen überhaupt.

Sony Betacam SP
Sony Betacam SP – vorne BVW200, hinten oben DXC-D30 Kopf mit BVV5

Und dann kam 2005 RED mit der die Idee einer volldigitalen Kamera.
RED wurde in Deutschland zu Beginn ebenso niedergeschrieben wie Tesla. Und wie Tesla war die Technik doch nicht aufzuhalten und veränderte die Branche von Grund auf.
2007 kam die RED ONE auf den Markt. Der Gamechanger.

Arri, Sony, Panasonic gerieten ins Trudeln.
Canon präsentierte plötzlich Photoapparate mit denen man Filmen konnte. Dank des grossen Chips fing man Bilder im Cinelook ein.
Die Canon DSLR avancierte zum Liebling der Kreativen.
Eine Sony oder Panasonic waren plötzlich uncool.

Blackmagics Streich

Ganz neue Player erschienen auf der Bühne, darunter Blackmagic Design.
Bekannt war der Australier für seine Wandler und Capture Cards und jetzt präsentierte er 2012 eine “BMCC BlackMagic Cinema Camera” mit zunächst 2.5k Auflösung und kurz darauf die “BMPC BlackMagic Production Camera” mit 4k Sensor. Aufgezeichnet wurde auf SSDs.
Die Cams kamen zu einer Zeit, als HD noch nicht einmal den Markt durchdrungen hatte.

Blackmagic BMPC 4K beim Dreh mit extra Sucher

Aber das wirklich irrsinnige daran war der Preis.
Die Kameras hatten einen Canon Objektiv Mount, so dass ein Canon User schnell umsteigen konnte. Zudem war eine riesige Anzahl von bezahlbaren Canon Optiken bereits auf dem Markt.
2500€ kostete die nackte BMPC. Eine Kamera für so wenig Geld konnte nicht funktionieren. Da war man sich in Deutschland einig.
Tat sie aber. Auch wenn sie, nach meiner Meinung, hässlich wie die Nacht war, die Bilder waren fantastisch.

Sonys Glück

Sonys Glück war der Kauf von Konica-Minolta im Jahre 2006.

PDW 700
Sony PDW 700 FullHD Camcorder am ABC Kran

Die Japaner hatten zwar 2008 mit der PDW700 einen hervorragenden HD Schultercamcorder mit Disc-Aufzeichnung auf den Markt gebracht, aber zum einen kostete der Body alleine 22.000 € und die drehfertige Cam mindestens 40.000€ netto.
Zum anderen war die 700er für Broadcast konzipiert, mit kleinem Chip und CCD Technik und daher für alles kreative uncool, wie erwähnt.
Aber Dank des Einkaufs der DSLR Herstellers Konica Minolta und deren alpha 100 kam Sony an wichtiges KnowHow. Letztendlich führte dies mit zu den Sony Alpha Kameras.
2007 präsentierte Sony die alpha 700.
Richtig los ging es dann 2010 mit den NEX Kameras.

Sony NEX FS 100
Aufgepimpte Super-35 CMOS Chip HD Cam NEX FS 100

Zunächst waren das Fotoapparate, später kam dann Sonys erste NEX Filmkamera.
Die FS100 war keine schlechte Cam, konnte schon Slomo und wer die kaufte bekam eine NEX-3 inkl. SEL1855mm Optik geschenkt dazu.
Aufgezeichnet wurde aber in AVCHD, was die Broadcaster nicht wirklich lieben.

Canon can

Aber ausgerechnet Fotohersteller Canon war der neue Platzhirsch, mit seinen filmfähigen Spiegelreflexkameras und der 2011 eingeführten und über 10.000€ teuren EOS C300, einer handlichen Filmkamera die HD Qualität auf CF Speicherkarte bannte.
Sie verkaufte sich wie geschnitten Brot.
Denn schlauerweise hatte sich Canon den Sony XDCam 50MBit/s MPEG HD 422 Codec lizensiert und die Kamera passte damit nahtlos in den Produktionsablauf der schwerfälligen Rundfunkanstalten die in einem Kraftakt eben diesen Codec als IHREN Hausstandard verabschiedet hatten.
Zwei Ausnahmen gab es, den MDR und das ZDF, die nutzen Panasonic und deren P2 System (heute faktisch tot).
Canon schaffte es mit der C300 sogar in die Sony Festung des Bayerischen Rundfunks einzudringen.

NEX goes big

E-Mount, Super 35 CMOS, kurz die NEX Technik macht endlich große Fortschritte bei Sony. Nach der FS100 und der FS700 muss jetzt endlich etwas kommen für die Professionals.
Im Gerangel mit Canon machte Sony lange keine gute Figur.
Das Unternehmen präsentierte erst Ende 2014 mit der PXW FS7 endlich eine kompakte Schultercam.

Sonys Rettung – die FS7. Hier die 4K Mark II

Die FS7 war günstiger als die C300 und bot ein ausgefeiltes Kühlkonzept und neue moderne und günstige XQD Speichermedien.
Endlich etwas für die TV Schaffenden und die Cine Leute, und das noch von Sony. Das hatte keiner mehr erwartet.
Und sie schlug ein wie eine Bombe.
Heute ist die FS7 (mit FS5&FX9) eine der meistbenutzten Cams. In wenigen Tagen wird wohl eine sehr kompakte FS3 auf den Markt kommen.
“NEX” ist heute verschwunden. Die kompakten Kameras firmieren jetzt unter der Bezeichnung Sony Alpha 6×00.

Down under dreht alles

Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte.
Bei Gerangel zwischen Canon und Sony verlor ersterer immer mehr an Terrain.
Die FS7 verdrängte die C300 – die nachgeschobenen C500 und C700 konnten an den Erfolg nicht mehr anknüpfen. Und für Canon fast noch schlimmer, die Sony Alpha Fotoapparate gewannen immer mehr Neukunden gegenüber der EOS Serie von Canon.

Und dann kam Grant Petty.
Chef von Blackmagic und immer im Bild, wenn es gilt neue Modelle zu präsentieren. Das macht er nüchtern und fast schon bescheiden. Er ist kein Steve Jobs, aber er steht mindestens genauso hinter seinen Produkten.
Ich mag seine Präsentationen, weil er weiss was er da jeweils vorstellt. Da könnten sich viele deutsche CEOs ein Beispiel nehmen.

Blackmagic Ursa mini 4.6K – damit ging es richtig los.

Im Dezember 2015 war es soweit. Grant nuschelte von einer neuen Kamera und präsentierte mit der URSA mini 4k eine Super-35mm für 3500€.
Eine kompakte, schulter-taugliche Filmkamera mit 4k Auflösung und allen wichtigen Apple ProRES / Avid Codecs.
Und dann im März 2016 die URSA mini 4.6k mit 15 Blenden Dynamikumfang für nur 5500€.
Und der zusätzliche Hammer – die Cam war Netflix approved. Also für Netflix Produktionen zugelassen, da war BM schneller als ARRI.

Einer hört zu

Eines muss man Blackmagic lassen, sie scheinen den Kunden wirklich zuzuhören. Das hat Vor- und Nachteile.
Der Nachteil, als Käufer darf man nicht zu lange Produktlaufzeiten erwarten.
Der Vorteil, als Käufer hat man nicht zu lange Produktlaufzeiten zu befürchten.

Bereits 1 Jahr nach der Einführung der URSA mini 4.6K stellte Grant Petty dann auch die URSA mini PRO 4.6k auf den Tisch.

URSA mini PRO 4.6k – ProRES, AVID, BRAW

Mit ND Filtern und zahlreichen neuen Features, die, so Petty, von den Kunden gewünscht werden. Und er hatte so recht.
Die ist eine Traumkamera für szenisches Arbeiten.
Und BM legte noch eins drauf und präsentierte mit B-RAW einen neuen sehr leistungsfähigen RAW Codec für die URSAs.
Alles passt noch besser, arbeitet man mit Davinci Resolve der Schnitt- und Color Grading Software der Australier.
Blackmagic baut sich da eine schöne runde Welt zusammen.
Dazu gehören Mischer, Kameras, Monitore und funktionstüchtige Software. Das erinnert etwas an Apple. Aber im Gegensatz zu Apple mit wirklich sehr fairen Preisen auch für absolute Beginners. Die bekommen Davinci Resolve für lau und bereits für 1200Euro eine PB Pocket mit 4K Aufzeichnung.
Was kostete noch der Body einer DigiBeta? 80.000 DM (Deutsche Mark).
Was kostete der erste Avid?

Erzfeindschaft – was jetzt?

Ja kommen wir zum Titel zurück.
Für viele geht leider immer nur schwarz oder weiss.
Sie haben ihre persönliche Marke, der Rest ist bäh, unprofessionell, doof.
Ich kaufe mir immer eine Ausrüstung die zur aktuellen Zeit passt.

Das ist die PDW700 vor 12 Jahren, das sind die Blackmagic Cams, weil sie einfach schon früh 4K erschwinglich machten oder es ist ein DJI OSMO Gimbal, weil das vor wenigen Jahren eine unschlagbare Cam war um “herumzugimbaln”. Klein, leicht, 4K.

Den DJI OSMO nutze ich überhaupt nicht mehr.
An seine Stelle trat die Sony Alpha 6400 auf einem Ronin Gimbal. Besseres Bild, perfekter Autofokus, darum hier Sony.
Für szenisches Arbeiten ist mir die URSA mini Pro G1 noch immer die liebste Kamera. Sie produziert ein wunderschönes Bild bis 4.6k Auflösung und die Codec Vielfalt ist einfach herrlich. Darum hier Blackmagic.
Mittlerweile sehr gerne mag ich die OSMO Action, der GoPro Konkurrent von DJI. Die ist schnell irgendwo montiert und liefert in sehr guter Qualität ungewöhnliche Perspektiven. Darum hier DJI.
Und last but not least – die gute alte PDW700. Der Traktor unter den Cams. Unverwüstlich, groß, dank Zoomoptik schnell und immer 100% einsatzbereit.
Ein Meisterwerk, das leider nur HD 1080 25P/i kann und daher der Vergangenheit angehört. Aber für TV unverzichtbar. Daher hier Sony.

Also nutze die Vielfalt die es gibt und bediene dich.
Eine Marke einfach abzulehnen ist bescheuert. Alle haben ihre Vor- und Nachteile und über alle kursieren wilde Geschichten im Netz.
Freut euch über die Auswahl.

Irgendwann werde ich wohl die URSA mini Pro 12K kaufen, aber das eilt noch nicht.

Ich mixe gerne die Alphas 6500/6400 mit den Blackmagic URSAs , ist nicht immer ganz leicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Im Schatten der Toten, oder

warum macht man das?

Das Jahr 2020 habe ich damals mit einem Non-Profit Projekt für Menschen mit Einschränkungen gestartet.
Jetzt 2021 kommt ein weiterer Non-Profit Film hinzu. Es war mir eine Herzensangelegenheit “Im Schatten der Toten” zu produzieren.

52 Wochen im Corona Fieber.

Unsere Gesellschaft ist seit 52 Wochen im Corona Fieber. Corona News beherrschen die Titel und sind der mediale Aufmacher.
Inzidenzwerte, Maskenverordnungen, Ausgangsbeschränkungen, Grenzschließungen, Querdenker, AHA, Impfstoffe, Schnelltests oder Mutationen. Es gibt immer etwas, was die Masse in Aufruhr und in Angst in den Wohnungen zurück lässt.

Die Politik hangelt sich da so durch. Es gibt kein weitreichendes Konzept, man regiert auf kurze Sicht. Und das bei einer Pandemie, der eine temporäre Grenzschliessung zu Österreich herzlich egal ist.

Wir haben auch gelernt, dass die schützenswerteste Gruppe in unserer Gesellschaft die Ü70 sind, früher waren das einmal die Kinder, vor Corona.
Jetzt sperrt man diese lieber weg, sie könnten ja jemanden anstecken.

Ein Lockdown uns alle zu retten.

Lockdown 2020
Autobahn A8 am Ostersonntag 2020

Nach einem ersten Lockdown um Ostern 2020 und einem relativ Corona milden Sommer stiegen die Zahlen dann ab Ende September wieder an.
Was keinen wirklich überraschte – ausser die Kultusminister.
Die Folge war ein “harter” Lockdown für den Monat November.
Dieser Lockdown dauert aktuell (07.03.2021) immer noch an.
Aber wirklich hart betroffen sind davon nur wenige.
Kunst, Kultur, Einzelhandel, Soloselbständige und “körpernahe” Berufe wie Tattoo oder Friseur gehören dazu.

Parallel zeigt sich, dass die Politik wieder komplett überfordert zu sein scheint. Die Kultusminister/innen wirken hilflos, im Wirtschaftsministerium schein man verblüfft, dass ein Lockdown Existenzen vernichten kann.

Und darum geht es in “Im Schatten der Toten” – Menschen über die man hinwegsieht, die nicht in Talkshows auftreten und die eigentlich keine Lobby haben. Und es sind hunderttausende in diesem Land.

Über einen Bekannten habe ich von “Fuchs&Hase” erfahren, von den 320€ Novemberhilfe. Da habe ich meine Kamera gepackt und bin losgefahren.
Herausgekommen sind 40 Minuten Dokumentation.

Nachsatz.

Zu Weihnachten werden erste Menschen öffentlichkeitswirksam geimpft. Der ersehnte Impfstoff ist da. Was da noch keiner ahnt. Die Politik hat die Bestellung gründlich vermasselt. Seither geht es tröpfchenweise voran, es fragt aber auch keiner, wie viele Menschen derzeit sterben müssen, weil die EU und der Gesundheitsminister einen mittelmäßigen Job gemacht haben.
Aber das ist ein anderer Film.

AllTalksmenschen

Wir haben immer nur die 2-3 Minuten Aufmerksamkeit.
Dann geht es weiter.
Aber in vielen Menschen schlummern Geschichten die darauf warten erzählt zu werden.
Dafür können 10 Minuten reichen oder fünf Stunden zu wenig sein.

Ich habe mir vorgenommen nicht prominenten Menschen einen Raum dafür zu geben.
Dank YouTube wird das möglich.

Das Projekt läuft 4free und macht mir einfach Spass.
Ich liebe Inhalte, neudeutsch Content, und sehe es als meinen Beitrag gegen die Wortfetzerei um uns herum.

2019 waren es zwei Menschen – 2020 sollen es drei bis vier Interviews werden.
Wer jemanden mit verborgenen Geschichten kennt – alltalksmensch@machdas.de

Die Black Pearl unter den Kameras

“Auf einem Schiff aus Butter auf flüssiger Lava zu segeln ist sicherer als mit einer Ursa zu drehen”. sagt Sedat. Sedat mag Sony.

Seit gut einem Jahr ist jetzt die URSA mini Pro im Einsatz.
Zeit einmal ein erstes Fazit zu ziehen.

URSA mini Pro mit Samyang 35mm T 1.4, Follow Focus, Shape Hand 5 und EVF.

It works

Vorneweg, auch wenn es mancher nicht glauben mag, sie funktioniert.
Die URSA mini Pro (UmP) ist die Black Pearl unter den Kameras und die segelt auch auf Lava.
Gedreht wird meist in UHD mit 25fps und Apple ProRES422 im Filmmode.
Die Bildqualität steht ausser Zweifel. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Wahl der Optiken einen wichtigen Beitrag dazu leistet.

Die CFX650 256 GByte CFast 2.0 Karten von Transcend haben bisher alles Material brav aufgezeichnet. Keine Dropouts, keine korrupten Files.
Die Kamera lief im Schnee genauso wie wie im Hochsommer, nur bei Regen braucht es einen Schirm. Die Kühlausgänge sind an der Oberseite.
Man gewöhnt sich auch an die ebenfalls oben herausgeführten zwei XLR Buchsen.
Der Ton ist sehr gut, für mein Gefühl klarer und besser als an einer PDW 700.

Objektiv gesehen

URSA mini Pro mit Sigma 18-35 mm T2.0

Dank des Canon Mounts lassen sich eine Vielzahl von Optiken anschliessen.
ZEISS, SIGMA und TOKINA haben in den letzten Jahren schöne Zooms präsentiert, nicht ganz billig, aber wer es günstiger mag, Fotooptiken gehen auch.
Die Stufenlose Blende ist dann natürlich dahin, ebenso wie die konstante Schärfe und Blende im Zoombereich.

URSA mini Pro mit Sigma 150-600mm T5.0-6.3

Ein schönes Beispiel für eine “lange” Tüte ist das Sigma 150-600mm F5,0-6,3 DG OS HSM Contemporary. Die Blendsteuerung über das Scrollrad an der UmP klappt mit der Sigma wunderbar, der Autofokus ist langsam, aber geht. Eventuell wäre er in der SPORT Version des Objektives schneller, aber das ist nur eine Vermutung.

Der optionale Blackmagic EVF Sucher ist aus meiner Sicht ein must have. Das Bild ist sehr gut und gerade draussen bei Sonne ist ein EVF Sucher einfach unverzichtbar.
Die URSA wird mit 95W V-Mount Akkus von RedPro und Patona betrieben, die sind leicht und laufen ausreichend lange.

Handling

Die Kamera ist sehr kompakt gebaut.
Mit einem Zoomobjektiv wird sie schnell kopflastig. Auf dem Stativ merkt man das nicht, aber aus der Hand oder von der Schulter eben schon. Fährt man den Viewfinder ganz aus, dann bekommt man die URSA auch auf der Schulter in eine gute Arbeitsposition.

Den im “Shoulder Kit” mitgelieferten Kameraarm habe ich noch nie verwendet – er ist mir zu kurz oder meine Arme sind zu lang.
Eine ideale Lösung ist für mich der Shape Hand 5 Griff an 15mm Rohren. An den Griff habe ich einen LanParte LANC REC Button montiert.

Shape Hand5 und LanParte LANC an 15mm Rohren der URSA mini

Damit ist die Kamera wunderbar greifbar. Der Shape Griff lässt sich per Druckknopf schnell verstellen und kann auch als Stativersatz auf Flächen eingesetzt werden.

Zudem ist ein Follow Focus für die Schärfensteuerung unbedingt zu empfehlen. Gerade in dieser Combo lässt sich die URSA mini Pro damit optimal bedienen.

Erste Schäden

Im Drehalltag bleibt man mal wo hängen oder stösst dagegen.
Als einzigen Schaden erwischte es bisher den Drehregler für die Audiokanäle 2 und 4 der UmP.
Wobei CH4 ohnehin nur auf dem Papier existiert. CH3/4 werden erst nach einem schon lange angekündigten Softwareupdate nutzbar sein.

Lost – Scrollrad für CH2/4

Der Verlust des Plastikrades hat aber keinen grossen Einfluss, denn der Tonpegel kann auch über den Touchscreen eingestellt werden. Und auch der kleine Stumpen lässt sich mit spitzen Fingern noch drehen.
Mittlerweile ist ein Ersatzteil über die sehr gute Broadcast&Verleihfirma BildTon in München geordert worden.
FunFact – man muss die Seriennummer der UmP angeben um das Teil zu bekommen, dafür verschickt BM das Rädchen dann gratis.

Mehrkameraeinsatz

Eine URSA mini Pro und eine URSA mini 4.6k passen wunderbar zusammen – es ist ja immerhin der gleiche Chip und die gleiche Grundtechnik.

Harmonieren wunderbar. URSA mini 4.6k mit Samyang 100mm Macro T2.8

Mit anderen Kameras, wie der Sony PDW700, wird es schwieriger. Zum einen produziert die Sony einen anderen Look, zum anderen ist der MPEG IMX Codec einfach viel schlechter als Apple ProRES422.
Die PDW ist für News gemacht – das Material wird aus der Kamera heraus verschnitten, ohne grosse Korrekturen, es muss auf Sendung.
Daher ist es in der Post ein deutlicher Mehraufwand beide Kameras im Farbbild aneinander anzupassen.
Der hochkomprimierte Sony Codec hat einfach nicht soviel Gestaltungsmöglichkeit.
Auch mit einer Sony alpha 6500 lässt sich die URSA mini Pro nur bedingt kombinieren. Besser ist dann sicher die BM Pocket 4k.

Was fehlt?

Definitiv wird es Zeit für die versprochenen 4 Tonkanäle.
Schön wäre auch eine Automatikfunktion für das interne Mikro.
Warum die Blackmagic Bluetooth APP nur mit dem iPad funktioniert erschliesst sich mir auch nicht. Diese APP möge bitte auch für das iPhone kommen, denn das trägt man immer bei sich.


Die Lage des HFR (High Frame Rate) Buttons über dem REC Knopf ist etwas ungünstig.
Drückt man HFR ändert sich die Anzahl der Frames per second auf einen im Menu voreingestellten Wert.
Das passiert einem einmal, dann hoffentlich nicht mehr.

Wobei das auch der eigenen Unachtsamkeit geschuldet ist, denn im Sucher/Klappdisplay wird ja die FPS Rate angezeigt.

Die URSA ist keine wirkliche OutOfTheBox ich drehe los Kamera. Man sollte sich schon etwas mit dem Menu befassen, wissen was ein Histogramm ist und die Empfehlungen von BM für die Speicherkarten sehr ernst nehmen.
Und wissen, was der Unterschied von Film zu Videomode für den Dreh bedeutet.

Ein Wunsch geht an die Hersteller von Objektiven.
Ein 18-400mm Cine Zoom T3, bezahlbar. Ok, ich träume weiter….

 

 

URSA mini Pro – Yes they can

02. März 2017 – 21:00 Uhr.
In einer YouTube Live Übertragung präsentiert Grant Petty, CEO BM, neue schöne Dinge von Blackmagic.
Das machte er wie immer selbst, weniger eloquent wie Steve Jobs, aber ich mag CEOs die noch mit ihren eigenen Produkten umgehen können. Man merkt ihm an, dass er dahinter steht.
Unter den Neuheiten die URSA mini Pro. Eine sehr feine 4.6K Kamera.
Technisch entspricht sie der URSA mini 4.6K.
Aber ist sie run&gun optimiert. Schalter und Taster zieren das Gehäuse.
Dank der vielen externen Schalter und der ND Filter kann die UmPro auch als EB Mühle eingesetzt werden.
Die von vielen vermissten ND Filter sind auch der Hauptunterschied zur URSA mini, die, im Gegensatz zur Ur-URSA, weiterhin mit 4.6K und 4K verkauft wird.
Alles was ich über die Taster und Schalter an der Aussenseite einstellen kann geht auch bei der URSA mini im TouchScreen Menu, nur halt nicht so flott.

Schick ist auch der Wechselmount für B4, PL, CF oder Nikon Optiken.
Mit dem B4 Mount und handelsüblichen ENG Optiken wird die URSA mini Pro im Handumdrehen zur HD-EB Mühle.
Man wolle in Zukunft beide Welten, den Film- und den Videobereich bedienen, so Grant Petty.

Die URSA mini Pro erscheint auf den ersten Blick rundum gelungen und hat das Zeug zum C300/FS7 Killer.
6800$ kostet das neue Spielzeug – ohne Sucher, Optik, Akkuplatte und Schulter/Handgriffset.

Neben CFast 2.0 zeichnet die URSA mini Pro auch auf SD Karten auf – zumindest für HD sollten die reichen. Auch das ein Wink Richtung EB-Mühle. SD Karten sind günstig und können dem Redakteur mitgegeben werden.

Der Preis für die Kamera ist ok – es muss sich jetzt erst einmal zeigen, wie zuverlässig die ersten Seriengeräte sind.
Da hatte BM in der Vergangenheit ja wenig Ruhm geerntet.

Noch etwas ist besonders: Sie ist angeblich SOFORT lieferbar.

Auf der NAB werde ich mal einen genaueren Blick auf die Mühle werfen – freu mich schon.