G2 statt 2G – weil es weiter geht

Er hat es wieder getan.
Grant Petty, CEO von Blackmagic Design, hat in seiner unnachahmlich unglamourösen Art am 12.11.21 eine neue Kamera präsentiert.

Blackmagic URSA Broadcast G2

Zugegeben, ganz neu ist sie nicht wie das Anhängsel G2 verrät. Es handelt sich um die 2te Generation der URSA Broadcast.
Wie der Name erahnen lässt, war die Kamera gedacht für TV Sender und den Einsatz im Studio und Eventbetrieb.
Auf Messen habe ich die Broadcast G1 einige male angetroffen, selbst ,mit ihr gearbeitet.

Blackmagic URSA Broadcast G2

Jetzt ist die G2 da.
Und die ist wesentlich universeller einsetzbar, irgendwie eine Mischung aus der Broadcast G1 und der URSA mini Pro (G2).

6K Auflösung

Wird die Cam mit B4 Mount (für Broadcastobjektive) betrieben, dann ist die Aufnahme in HD und UHD möglich.

Tauscht man den B4 Mount gegen den beiliegenden EF Mount für Canon Optiken aus, dann wird die G2 zur 6K Kamera. Und kann als 2nd unit für Drehs mit der URSA mini Pro verwendet werden.
Allerdings fallen unter 6K die ProRes Codecs weg.

Codec und Speicher

Mit der UB G2 kommen auch zwei neue Codecformate. Einmal H264 für HD und dann noch H265 für UHD. Dabei liefert der H265 SDI getaufte Codec 10Bit 4:2:2 bei einer relativ geringen Datenrate. So lassen sich laut Petty günstigere SD Karten als Speicher verwenden.
Ferner kann die UB G2 Apple ProRes 422 (HQ) und BRAW.
Als Speicher verwendet die UB G2 neben SD auch die bekannten CFast Karten und kann über einen USB-C Anschluss auch externe Medien zur Aufnahme einbinden.

Ein Novum

Shoulder Pad, Griff, Monitorhalter und V-Mount Platte sind bereits im Lieferumfang.
Das kostete bisher ca 450 Euro extra.
Damit ist die Broadcast G2 mit knapp 3400 netto ein echtes Schnäppchen, gerade wenn man “alte” Broadcast HD Optiken zur Hand hat.

Die Kamera ist eine echte Mühle für die IT Welt und Remote Interviews.
Dazu ein anderes mal mehr.

Alles weitere gibt es hier: Blackmagic

Oder in einigen Wochen hier, denn die Kamera ist bereits bestellt um endlich die betagte PDW700 zu ersetzen. Die exzellente Fujinon HD 17fach mit Doppler sucht Anschluß.

KiZe

Kleine Geschichten aus dem Corona Alltag

Diese kleine Hand.

Immer wieder diese kleine Hand.
Fünf Finger gespreizt die unaufhörlich ins Leere greifen.
Stumm.
Sie hat die Hand schon mehrfach zurückgeschoben. Aber bevor sie die Klappe schließen kann ist sie wieder da.


Die Kleinen sind schnell. Mit den Größeren gibt es weniger Probleme, die fügen sich. Nehmen Platz und schweigen.
Die Jungs zu stolz für Gefühle, die Mädels in kleinen Gruppen, stumm.
Die ganz kleinen liegen in Körbchen, sediert dank eines Pülverchens im Milchersatz.
Es könnte so einfach laufen wären da nicht die flinken Hände der Kleinen.
Zu nichts zu gebrauchen – Zwischenwesen.

Gefahren bannen.

Aber man hatte ja keine Wahl. Letztendlich geht es um das Überleben der Menschheit. Einen Virus rottest du nicht mit halbgaren Entscheidungen aus.
Immer noch gab es täglich fast ein dutzend Tote.
Sollte man da tatenlos zusehen wie im eigenen Land, im eigenen Umfeld eine kleine Gruppe scheinbar unbehelligt aller Maßnahmen am sozialen Leben teilnahm?

Ehrlichkeit.

Dies hier ist ein erwachsenes Land.
Ein Land für Menschen die dem letzten Lebensdrittel entgegenstreben.
Man hat es geschafft, da kommt so ein Virus äusserst ungelegen.
Und dazu noch diese Randgruppe.
Kinder.
Ganz ehrlich, mit Kindern konnte sich dieses Land noch nie abfinden.
Sie sind ein scheinbar notwendiges Übel einer Gesellschaft die ausreichend Erwachsene braucht.
Zu nichts zu gebrauchen, unstete Ressourcenvernichter und Bremsklötze in der beruflichen Karrierentwicklung vieler fleissiger Männer und Frauen.
Und jetzt – Virenherde.
Sie tragen die Saat des Todes in sich und merken es nicht einmal.

Klappe zu.

Endlich, nach unzähligen Fehlversuchen endlich ein Erfolg. Die Klappe ist zu, der Riegel vorgeschoben. Es ist doch für alle nur das beste was sie und ihre Mitstreiter hier leisten.
Im Minutentakt kommen Busse, bringen die Unmündigen an.
Es ist anstrengend so im Vollschutzanzug. Aber man will ja nichts riskieren.
Natürlich sind sie alle dreifach Kreuzgeimpft.
Aber sicher ist sicher.  Es gibt immer neue Varianten.
“Das Virus ist schlau” der Satz des bayerischen Ministerpräsidenten, der am Eingang zur Station in großen Buchstaben prangt ist Warnung genug.

Die Zentren.

Es ist ein altes umzäuntes Firmengelände mit Gleisanschluß.
Ideal geeignet, man hat seine Ruhe. Der Werkschutz hält die draußen, die noch protestieren. Eltern die es noch nicht kapiert haben.
Aber es werden weniger.
Eltern die ihre Kinder verstecken gelten als asozial, da sie die Gemeinschaft in Gefahr bringen.
In einer medialen Dauerschleife werden sie an ihre Verantwortung der Gemeinschaft gegenüber erinnert.

Man will den Kleinen ja nichts böses.

Sie tritt zurück als der Zug anrollt. Sein Ziel ist das KiZe “Peter Pan”.
KiZe, so werden die neuen KinderZentren genannt.
Die Regierung hat mit führenden Wissenschaftlern das Modell der Kinderzentren erdacht und in erstaunlichem Tempo umgesetzt.
In den KiZe werden alle bis zum impffähigen Alter von 12 Jahren vom Staat liebevoll versorgt.
Die Vorteile sind enorm.
Nur in den Kinderzentren kann eine 100%ige medizinische Versorgung garantiert werden. Und das macht die Regierung.
Die Kinder sind von der Straße weg und die Eltern haben Zeit für wichtigeres. Ausserdem besteht keine Ansteckungsgefahr mehr für ältere Mitmenschen, da die Virenherde zentral untergebracht sind.

In den Kinderzentren gibt es Schulen, Kindergärten und Spielplätze. Selbst Kinos und Schwimmbäder sind in einzelnen Anlagen vorhanden.
Umgeschultes Personal kümmert sich rund um die Uhr um das Wohlbefinden der Kleinen. Die Kinder werden optimal auf ihr Leben als Staatsbürger vorbereitet. Ohne schlechten Einfluss von aussen.
Und das beste: Den Eltern kostet der Aufenthalt keinen Cent.
Die Gemeinschaft übernimmt die Kosten der Betreuung bis zur Impfreife.
Neugeborene kommen umgehend in die KiZe.
Es wird eine schöne Welt, die solche Bürger:innen trägt.

Fehlschläge

Natürlich gab es die auch. Sie muss innerlich grinsen, als sie an die ersten Versuche dachte, den KiZe passende Namen zu geben.
Ein guter Name schafft Akzeptanz in der Öffentlichkeit, so das Werbecredo.
Allerdings wäre der hippen Werbeagantur beinahe ein folgenschwerer Fehler unterlaufen.
Als Google bei “Vorbild” “Mutter” “Kinder” Martha Goebbels ausspuckte konnte nur knapp das Kinderzentrum “Martha Goebbels” durch einen alten weißen Mann verhindert werden.
Disney bot sich an bei der Namensauswahl zu helfen.
Gegen eine regelmäßige Gebühr wäre man bereit die Markenrechte an beliebten Disneyprodukten wie “Donald Duck”, “Dschungel Buch” oder “Star Wars” für KiZe Namen freizugeben.
Das war politisch und medial der Durchbruch. Erfolgreich eingefädelt hatte den Deal im unteren Millionenbereich ein schwäbischer CSU Abgeordneter.

Erfolge.

Unterm Strich zeichnete sich schon jetzt ein Erfolg des Projekt KiZe ab.
Die Adulten haben endlich wieder Zeit für sich.
Wertvolle innerstädtische Flächen auf denen Kindergärten und Grundschulen standen gingen an internationale Investoren. Tempo 30 innerorts oder Spielstraßen blockieren nicht länger den Verkehrsfluss.
Und die Einführung der KiZe+, darunter versteht man Kinder&Erwachsenenzentren für Menschen jeden Alters mit Handicp, werden neuen Schub in unsere Gesellschaft bringen.
Aus Kostengründen entstehen diese Zentren im Ausland.

Die Bustüren öffnen sich. Sie seufzt. Zeit Hände zu stopfen.

 

V-Mann

Kleine Geschichten aus dem Corona Alltag

Wir, ein Fotograf und ich, treffen Samuel K. im Wald auf einer Lichtung. Er trägt Jägerkleidung, eine Langtasche hängt über seiner linken Schulter, das Fernglas baumelt vor der Brust.

„Lassen Sie uns ein Stück gehen“ sagt er in ruhigem Ton.
K. ist groß, schlank, Anfang 50. Geschickt wandert er zwischen den Bäumen umher, fast lautlos.
„Das habe ich in der Armee gelernt, lange ist es her. Kommando Spezialkräfte. Sowas verlernst du nicht“.

Allein gelassen

Dann bleibt er unvermittelt stehen, deutet uns an uns abzuducken.

Bald hören wir heftiges Atmen. Laufgeräusche. Unbemerkt von uns wankt mehr als sie joggt eine beleibte Frau am nur 10 Meter entfernten Waldweg an uns vorbei.
K. scheint zu überlegen, dann verklingt das Keuchen.
„Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl ob es lohnt oder nicht.“

K. läuft weiter. Seine Sinne sind gespannt, man kann förmlich sehen wie er die Umwelt in sich aufnimmt. Wittert.

„Nach der Armee stand ich erstmal da. Ich hatte ja nix gelernt, ausser Befehle ausführen, anschleichen, schießen. Den Job erledigen. Das Arbeitsamt steckte mich in einen Excelkurs.“

Er schmunzelt. „Der Computer hat es nicht überlebt. Er ging kaputt als er durchs geschlossene Fenster flog.“
K. lacht leise.

Mittlerweile sind wir an einem großen Hochstand angekommen. An dessen Fuße kreuzen sich drei Waldwege.
„Idealer Platz“ sagt K. und steigt hinauf.

„Kommen Sie, da oben ist Raum für alle“ Wir klettern mühsam hinterher, fragen uns, ob das Ding wirklich uns drei, K., den Fotografen und mich überhaupt aushält.
Aber K. hat recht, oben angekommen wirkt die Konstruktion erstaunlich solide.

„Ich habe mich dann selbständig gemacht“ nimmt K. das Gespräch wieder auf.„Ich war quasi als Freelancer in der Abwicklung humanitärer Persönlichkeiten tätig. Sowas wie HR.“
Ich hake nach, will wissen was er darunter versteht.
K. fixiert mich. „Was auf dem Hochstand gesprochen wird bleibt unter uns. Richtig?“
Ich nicke, fasse unter meine Jacke und starte das Aufnahmegerät.

„Mein Fachgebiet waren Erbangelegenheiten. Sie kennen das sicher. Da wartet eine dickes Erbe auf Sie, das Geld könnten Sie aktuell auch gut gebrauchen, alleine der zu Vererbende erfreut sich bester Gesundheit. Meist sind die 80, 90 Jahre alt und relativ munter oder für die Heime zu wertvoll um sie dem Paradies zu übergeben. Die Pflegekasse zahlt ja.“

K. setzt das Fernglas an und sondiert die Umgebung. „Nichts“
Nimmt es ab und wendet sich wieder uns zu.
„An diesem Punkt kam ich ins Spiel.“

Wir müssen sehr fragend geblickt haben, dann K. holte tief Luft und spricht dann wie zu kleinen Kindern „Ich machte den Weg frei. Immerhin ging es bei den Erben um die Zukunft. Autos und Urlaubsreisen wollten be- das verdammte Eigenheim abbezahlt werden.“
K. machte eine Pause.

„Mein Slogan war : Erben ist keine Frage der Zeit, sondern des Wollens. – Und die Leute wollten.“
K. lacht wieder leise.

„Mann war das eine geile Zeit. Sie glauben gar nicht wie mir die Leute die Bude eingerannt haben. Beim Geld hört die Verwandschaft auf.“

Ruhe auf dem Hochstand. Wir sind fassungslos. K. ein Auftragsmörder? Was für eine Topgeschichte.
Er scheint unser Gedanken zu erahnen.
„Was schauen Sie so? Die Leute wären eh gestorben. Eher früher als später. Ich hatte einen Ehrenkodex. Mindestalter 80 und Alleinstehend – da hat man genug gelebt und sollte der Zukunft der künftigen Generation nicht mehr im Wege stehen.“

Die Luft scheint plötzlich knapp zu werden auf dem Hochstand. Ich schwitze, der Fotograf nestelt seine Kamera heraus.
„Die lassen wir mal stecken“ meint K. in sehr ruhigem Ton.
Der Fotograf lässt stecken.

„Und dann kam dieses Scheiß Corona.“ K. brüllt es heraus, jede Umsicht vergessend.
„Verdammte Altenseuche. Mein ganzes Geschäftsmodell über Nacht im Arsch! Danke Merkel fürs Kaputtsparen des Gesundheitssystems.“
Ein Zittern geht durch Ks Körper. Unbändige Wut blitzt in den Augen.

„Meine Zielobjekte verabschiedeten sich plötzlich so mir nichts dir nichts ins Jenseits. Mein Telefon stand nicht mehr still – Auftrag um Auftrag hatte sich plötzlich selbst erledigt. Fucking Corona machte den Job billiger und schneller.“

„Das Büro in Bestlage, mein Haus, das Boot, der Jeep – Kosten Kosten Kosten. Und Staatshilfe? Für einen wie mich gab es doch nix.“

K. sinkt in sich zusammen, fast weinerlich meint er „Können Sie sich vorstellen, was Corona für eine Katastrophe für mich war? Heute ein solides Geschäftsmodell, morgen pleite.“

Pause. Noch mehr Pause. Luft holen.

„Und dank der absolut katastrophalen, unfähigen Pandemiepolitik der Bundesregierung ging das Sterben ja munter weiter. Mit jedem Tag verlor ich tausende potentielle Kunden.“

K. sitzt zusammengesunken vor uns. Der große Mann wirkt verloren. Er ist eines der vielen unbekannten Coronaopfer in diesem Land.

Ich zucke zusammen als ein Energiestrom K. erfasst und er sich ruckartig aufsetzt. Er nimmt das Fernglas und fixiert einen Punkt am nördlichen Waldweg.

„Herrlich. Endlich kommt einer“ sagt er, öffnet den Reisverschluß der Langtasche und zieht ein doppelläufiges Gewehr daraus hervor.

„Eigentlich ist das gemacht für Nashörner und Löwen“ sagt er beiläufig, zieht zwei kleine Pfeile mit der Beschriftung J&J aus der Manteltasche klappt die Doppelläufige nach unten und setzt die Pfeilampullen sie ein.

„Ruhe jetzt!“ und so wie er es sagt sind wir bereit genau das zu tun. Man hört bereits das Keuchen des Joggers. Der etwa 30 jährige Mann kommt schnell näher.
„Ideales Alter“ murmelt K. und legt an.

Statt eines Knalls kommt nur ein verzagtes Plopp vom Gewehr.

Lauter ist das nachfolgende Aufschlagen des Körpers auf dem Waldweg. Wir starren noch gebannt auf den leblos daliegenden Mann da ist K. schon hinabgeklettert und nähert sich behende mit schussbereiter Waffe dem Jogger.

Wir kommen langsam hinterher.

K. macht ein Foto mit seinem Handy vom Gesicht des Daliegenden. Dann zieht er den Pfeil aus der Schulter des Mannes und verstaut ihn. Lädt nach. legt das Gewehr daneben ins Gras.

Noch einmal fasst er den Toten an, nimmt dessen Hand, öffnet am Telefon eine App und scannt die Fingerabdrücke.

„Es muß ja eindeutig sein, man will ja wissen, hat es sich gelohnt. Besser ist es natürlich, hat er einen Pass dabei. Aber Jogger …“ er schüttelt den Kopf.
Dann sieht er unsere entsetzten Gesichter.

„Ach – keine Panik. Der schläft nur.“ Er zieht den Jogger auf den weichen Waldboden.
„Der kommt bald zu sich und kann sich an absolut nichts erinnern. Ist ein bischen wie in Men in Black. Im Gegenteil, er wird glauben ein Nickerchen gemacht zu haben. Geiles Zeug in den Ampullen.“

K. richtet sich auf, das Gewehr unter den Arm geklemmt.

„Aber zurück zu meiner Erzählung, als ich dachte alles ist aus kam das Angebot aus Berlin. Ob ich V-Mann werden wolle. Irgend jemand im Verteidigungsministerium hatte mich empfohlen.“

K. strahlt.
„Alte Kontake sind die besten. Natürlich habe ich zugesagt, schließlich ging es um die Sicherheit unseres Landes“.
“Aber ehrlich gesagt ist das Job verdammt gut bezahlt.”
Er schaut noch einmal nach dem Jogger „Ich denke in 10 Minuten wird er wach.“

„Diese Impfunwilligkeit in der Bevölkerung war meine Rettung. Die Zahlen mussten hoch egal wie. Der teuer eingekauft Impfstoff weg. Der Politik geht es hier um das eigene Überleben, da wird nicht lange gefackelt. Also wurden die V-Männer einberufen. V wie Vaccinate. Impfen, Kapiert?“

Wir nicken wie zwei Schulbuben. Er lacht wieder.
„Ich bin ein Vaccinator. Jeder Schuß eine Dosis Johnson&Johnson, der Einmalimpfstoff. Genial. Das Kopfgeld ist nicht schlecht. Ich brauche auch nicht immer das hier.“
Er deutet auf sein Gewehr.

„Wenn die Zielperson im ÖPNV vor dir sitzt ist es nur ein kleiner Stich. Oder im Vorübergehen im Cafe. Zack. Die Leute denken es sei eine Wespe gewesen. Das ist dann natürlich J&J pur. “

Ich frage ob er beliebig impft.
„Aber nein, wir bekommen Listen mit Fotos. Ich habe allerdings schon soviel Erfahrung, ich erkenne einen Ungeimpften auf 100 m Entfernung. Man muss die Leute leider zu ihrem Glück zwingen. Eigentlich wollen doch alle geimpft werden, sie wissen es nur nicht.“

Er seufzt. Dann wird er unvermittelt ernst.
Er streckt die Hand aus.
„Das Aufnahmegerät bitte“
Mit zitternden Händen übergebe ich es.

K. hebt sein Gewehr. „Get ready for your vaccination.“

Es macht zweimal Plopp.

Gestorben wird nimmer

Geschichten aus dem Corona-Alltag

Jens S. ist Bestatter aus Leidenschaft.
Er führt sein Unternehmen “Ruhe endlich” nun schon in sechster Generation. “Gestorben wurde ja schon früher und eine Leiche mag keiner rumliegen haben, das hat mein ururUrurgroßvater früh erkannt”.

Die Idylle trügt.

Als im Jahr 2020 die Sterbezahlen durch Covid19 explodierten traf es S. vollkommen unvorbereitet.
“Ich meine du schaust ja immer was im Dorf so los ist, wer alles in Rente geht oder ein Motorrad kauft, da bekommst du ein Gefühl für das Geschäft. Aber Corona hat auch uns kalt erwischt”

Das nahe Seniorenheim stellte S. vor fast unlösbare Aufgaben.
“Wir haben dann schnell 2 Leute eingestellt, ein weiteres Auto angeschafft und die Kühlkapazitäten erhöht”
Im nahegelegnen Schlachthof mietete S. langfristig 2 Kühlkammern.
“Die stehen natürlich gerade leer, das neue Auto kostet nur Versicherung und fährt nichts ein.”

Schuld gibt S. der Impfstrategie der Bunderegierung. “Wir sind die Impfverlierer. Zuerst die Alten, das war doch klar, dass das schief geht” Nach einer Pause fügt er hinzu: “Für uns”.

S. ist verzweifelt. Die aufgenommenen Kredite drohen ihn zu erdrücken.
“Jetzt kommt noch haufenwiese Astra rein für die Ü60. Wie soll ich da auf meine Kosten kommen?”
S. ist nicht der einzige, die ganze Branche leidet seit der Impfoffensive.
Nur ein Corona-Soforthilfepaket für die Bestatterbranche könnte helfen, so S. “Man kann uns doch jetzt nicht sterben lassen? Wir sind doch ein jahrhunderte alter Teil dieser Kultur.”

Bis sich Berlin entscheidet hofft S. auf gutes Wetter und damit auf die laufende Motorradsaison.
“Man nimmt halt was man bekommt. Du bist grad echt dankbar für jeden.”

Dann blickt er auf den nahen Friedhof.
“Ein Impfzwang wäre der sichere Tod für uns.”

Wasser II

Die Natur braucht es.

Wann immer es scheinbar zu viel regnet hilft dieser Satz.
Denn der Natur tut es wirklich gut, die Böden sind zu trocken, der Grundwasserspiegel sinkt mit jedem Jahr.

Prasselnder Regen auf versiegelte Fläche

Die Natur schlägt zurück.

Das verwenden wir gerne, wenn kanalisierte, versiegelte oder versperrte Naturgewalten alle Hindernisse überwinden und zum tödlichen Schlag ausholen. Wie jetzt aktuell in  Rheinland Pfalz und NRW.
Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch Kleinstädte und kein Auto, keine Mauer, nicht einmal ein Haus kann sie stoppen. Alles wird hinweg gespült.
Über 140 Menschenleben forderte diese Flut binnen 24 Stunden.
Das ist furchtbar.

Und furchtbar nützlich.

Bildjournalismus am Limit. Das bringt Klicks.

Politiker steigen in Gummistiefel, Reporter in Wathosen. Showtime.
Ich habe das oft genug mitgemacht in meiner Newszeit.

Die niederbayerische Dreiflüsse Stadt Passau war immer wieder ein Klassiker, auf die Donau war Verlaß.
Hochwasser ist ein Newsevent der Extraklasse. Wo hat man schon Betroffene, Helfer, Verwüstung und hohe Politik auf so einem engen Raum versammelt.
Und dennoch fast vor der Haustüre. Hotels fernab jeglichen Chaos sind oft nur wenige Kilometer entfernt.
Hochwasser sind meist sehr regionale Ereignissen, zwei drei Städtchen erwischt es, der Rest des Landes sitzt auf dem Trockenen und ist medial dabei.
Hochwasser garantiert Quoten, denn niemand hat es in Deutschland weit bis zum nächsten Fluß. Das Elend ist greifbar, schwimmende Sofas, umgekippte Autos und Schlamm, Schlamm, Schlamm.
Genug für die Quotenschlammschlacht der Medien.

Land unter

Die Menschen sind traumatisiert und lassen alles mit sich machen in der Hoffnung auf Hilfe. Lassen Reporter, Fotografen, Kamerateams durch ihre Häuser stapfen und stülpen ihr innerstes nach aussen.

Im positiven Idealfall geht ein Ruck durch die Gesellschaft. Es wird mehr Hilfe mobilisiert, Spendengalas und auch Politiker (m/w/d) setzen Gelder in Bewegung.

Daneben wird instrumentalisiert, aktuell mit der Klimaerwärmung. Die ist schuld an der Katastrophe in Schuld.

Das Eifeldorf Schuld, vom Fluss Ahr umschlungen

Die Klimaveränderung trägt garantiert ihren Teil dazu bei, sie ist aber nur eine Komponente.
Landschaftsversiegelung und massive Bebauung, keine Ausweichflächen sind auch Gründe für das Desaster.
Ich selbst bin in einer Kleinstadt an der Donau groß geworden.
Wir hatten zweimal im Jahr Hochwasser, meist nur über die Wiesen und Felder, manchmal schaffte es die Donau bis in die Stadt hinein.
Für uns Kinder und Jugendliche war das Klasse. Dann baute das THW Stege und der BR kam mit einem Kamerateam.
Irgendwann wurde ein Damm gebaut und es war vorbei.

Allerdings hat es uns bei weitem nie so schlimm erwischt wie aktuell in NRW und RP.
Diese vielen Toten in so kurzer Zeit, das musste ich auch in meiner Newszeit nie erleben. Das ist wirklich Horror und eine neue Dimension.
Die Kraft des Wasser ist unglaublich und wird sträflich unterschätzt. Jeder watende Fliegenfischer kann ein Lied davon singen.
Es gilt, kommt das Wasser, dann lass alles stehen und liegen und schau, dass du irgendwie schnell an Höhe gewinnst. (Das haben wir als Kinder schon gelernt)
Du kannst dein Auto oder deinen Flatscreen nicht mehr retten, nur dein Leben. Dazu kommen die Kälte und der feine Schlamm, die die Kräfte erlahmen lassen.

Enden möchte ich aber mit einer etwas anderen Hochwassererinnerung.
Irgendein Dorf wurde vom nahegelegenen Bach unter Wasser gesetzt. Als wir dort ankamen hatte sich das Wasser bereits wieder ins Bachbett zurückgezogen, ausser in den Kellern, da stand es es noch knietief.
Als ich in einem alten Bauernhaus mit Herumwaten und Drehen fertig war kam ich mit dem Hausherrn ins Gespräch. Der meinte, das Wasser war ruckzuck da, der Bach sei ja ums Eck.
Daraufhin gingen wir in den wirklich schönen Garten mit altem Obstbaumbestand, am Rande des Gartens floß wieder friedlich das etwa 1,50m breite Bächlein. Und ich habe spontan gesagt “Mann ist das schön hier”.
Und der Mann?
Der lächelte und meine “Ja. Wunderschön. Dafür nehme ich schon mal ein Hochwasser in Kauf.” Und das sagte er ohne Ironie.

Wir können nur mit der Natur leben, gegen sie haben wir nicht den Hauch einer Chance.

Wasser

l’eau

Ich weiß jetzt nicht, wer Volvic Touch kennt.
Volvic Touch, das sind 1.5 Liter stilles Mineralwasser mit rote Früchte Geschmack, abgefüllt in eine mehr als hässlichen Plastikflasche.
Ich habe es nicht gekauft, ich bin ihm nur begegnet und begann das Etikett zu lesen.

Bild von congerdesign auf Pixabay

Mein Erfrischungsdrink

“Ich bin Dein Erfrischungsdrink” steht da auf dem Plastiketikett und mein Erfrischungsdrink lobt sich auch dafür, nur wenig Zucker zu enthalten.
Immerhin 35 Gramm pro Flasche.
Was der Zucker im Mineralwasser zu suchen hat ist mir schleierhaft.

Ausserdem erfahre ich auf dem Etikett natürlich noch alle wichtigen Dinge im Plauderton moderner Werber. So ist die Heimat von Volvic Touch die Natur, daneben schützt mein Wasser auch die Artenvielfalt, ist 100% Klimaneutral und die Flasche aus 100% recyceltem Plastik.
Kurz: Man hat das Gefühl, wer Volvic Touch trinkt rettet den Planeten aktiv vor dem Klimakollaps.

Woher Wasser und Aromen kommen, darüber schweigt sich die ansonsten mitteilungsfreudige Flasche aber dann aus.

Wikipedia führt das Département Puy-de-Dôme im Herzen Frankreichs als Abfüllort, was bedeuted, dass mein Volvic bereits gut 900 Kilometer Autofahrt hinter sich hatte, bevor wir uns trafen.

33 Liter

Diesel braucht ein moderner 40 Tonner auf 100 Kilometer.
Mindestens 297 Liter bestes Diesel sind also nötig um 25000 Liter Wasser vom embouteilleur nach Bayern zu transportieren.
787 kg CO2 werden dabei vom Sattelzug freigesetzt um gezuckertes Mineralwasser und recycelten Plastikmüll ausser Landes zu bringen.

1€

kostet der Liter Wasser ungefähr dann im Handel.
Mit und ohne Zucker, aber immer ohne Kohlensäure, dabei wird doch beim Transport genug produziert.
Ein stilles Wasser – so gesund wie sein Ursprung.
An dem wurden im Jahr 2018 2.700.000.000 Liter aus der Erde gepumpt.
Ca. 70% davon geht in den Export, der Großteil ins Vereinigte Königreich und ins wiedervereinigte Deutschland.
Nehmen wir eine Quote von 20%, dann sind das 540.000.000 Liter oder 21600 Sattelzüge und 17.000 Tonnen CO2.

Alles gut

Wir müssen jetzt aber kein schlechtes Gewissen haben.
Denn wenn wir in Deutschland den Diesel mit 15 cent/l mehr besteuern, dann ist alles wieder gut.
Das sagt die Politik, dann kann man guten Gewissens den Franzosen das Wasser wegtrinken und dabei, siehe Etikett, auch noch den Planeten retten.

Der Neid der Welt

Man könnte aber auch auf etwas zurückgreifen um das uns wirklich die ganze Welt beneidet.
Auf unser hervorragendes Trinkwasser.
Wasser das aus dem Hahn in jedem Haus kommt kann mit dem herangekarrten Aqua lässig mithalten.
1000 Liter bekommt man beim lokalen Versorger für 1,50-2 Euro. Quellfrisch.
Und es lässt sich ohne Probleme in leere Volvic Flaschen einfüllen und wer will kann noch 35 Gramm Zucker hinterherwerfen um dem Ganzen einen gewissen Touch zu geben.

 

Geteilt

Südkorea.

Das Land zählt laut Wikipedia zu den 30 bevölkerungsreichsten Staaten dieser Erde.
Es ist also wuselig da mit 529 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Zum Vergleich, in Deutschland tummeln sich durchschnittlich 233 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Mecklenburg Vorpommern stehen gar nur 69 in der Landschaft herum.

Für mich ist Südkorea immer wie das Deutschland der 80er – ein technikorientiertes Land, das forsch nach vorne schaut und der Welt zeigt, wo es hingeht.

Die Südkoreaner beherrschen den klassischen Maschinenbau.
Sie sind führend dabei beim Mobilfunk, der Medizintechnik, der Unterhaltungselektronik und dem IoT, dem Internet der Dinge.
Darunter Unternehmen wie LG, Samsung, POSCO, Hynix.
Was Unternehmen aus Südkorea auf den Markt bringen funktioniert, ist technisch up2date und oft wegweisend.

Ein weiteres gutes Beispiel ist die eigentlich sehr klassische Autoindustrie.
Da gibt es Hyundai mit seiner Submarke KIA. Also ähnlich VW und Audi (und Skoda, Seat, Cupra …), aber wesentlich pfiffiger in allen Bereichen.
VW traut sich nicht einmal 5 Jahre Garantie auf seine Autos zu geben wie es Hyundai macht. Sieben Jahre sind es bei KIA.
Wer einen Audi Q4Etron mit dem neuen Ioniq5 von Hyundai vergleicht stellt schnell fest, dass Ingolstadt eines kann – fette, einfallslose Autos bauen.
Das Glück der Ingolstädter ist einfach, dass die vier Ringe noch als Premium gelten und das Auto, das nach dem Kühlergrill kommt, einfach dann so in Kauf genommen wird. Man denkt nicht über die Stoßfänger hinaus.

Der Ioniq5 steckt voller Ideen.

Sind es nun die Relax-Liegesitze um die unumgänglichen Ladeweile mit einen kurzes Nickerchen vergessen zu machen?

Relax Sitze im Ioniq5 – Foto von Hyundai

Sind es die Steckdosen in und am Auto?
Denn Power ist genug da bei der 72 kWh Batterie, auch um einmal eine Bohr-, Kaffeemaschine oder Kreissäge outdoor zu betreiben.
Ist es das optionale Solardach?
Klar es reicht nicht um die Batterie zu laden, aber jeder geschenkte Sonnenstrom ist guter Strom.
Sind es die 8 Jahre Garantie auf das gesamte Fahrzeug?
Oder das futuristische Design?

Der Audi wirkt dagegen erschreckend bieder und einfallslos.

Eingeweihte wissen natürlich, dass die Südkoreaner mit führend sind im Bereich der Wasserstoffantriebstechnologie.
Also Elektromobilität realisieren mit H2 als Energieträger anstelle einer Batterie.
Der Riesenvorteil, H2 ist speicherbar und die Fahrzeuge sind in wenigen Minuten betankt. Aus dem Auspuff kommt Wasserdampf.
Der Hyundai Nexo ist ein H2-SUV.
Demnächst folgt ein Kleinbus, ähnlich dem T6,  mit FuelCell Technik.

LKW mit Brennstoffzelle für die Eidgenossen

In der Schweiz fahren Hyundai Lastwagen mit Brennstoffzelle im Testlauf.
Da wäre hier im Lande unmöglich. MAN hat nix, Mercedes kommt erst.

“Das ist einfach Unsinn”

sagt Deutschlands mächtigster Automanager über Wasserstoff im Auto.
Volkswagen Chef Herbert Diess ignoriert diese Technik vollkommen und er erinnert mich immer an die Manager von Nokia, nach dem Erscheinen des iPhones.
Funfact – Diess kommt von BMW, sein alter Arbeitgeber wird 2022 einen ersten Wagen mit (Toyota) H2/Brennstoffzellentechnik auf den Markt bringen.

Und der Markt wird es richten

In Südkorea herrscht diese Wunderbare Aufbruchstimmung in Verbindung mit dem Willen es möglich zu machen.
Wie die Bundesrepublik damals, als ich Maschbau studiert habe.
Ab den Neunzigern ging es hierzulande innovativ gesehen bergab. Immer mehr Regulierung und Bestandswahrung, der Geist der ehemaligen DDR war eingezogen.
Ein Land, das sich vor allem mit selbst beschäftigte, mit ausufernder Bürokratie.

So gesehen sollte man Kim im Norden in Ruhe werkeln lassen.

Survivor

Wer hätte gedacht, daß wir das noch brauchen?
Keiner.
Gestern habe ich den unentdeckten Notausstieg geöffnet, grelles Tageslicht. Erstmals herrlich frische Luft seit Wochen. Es ist ruhig. Keine Auto, kein Flugzeug, kein Kinderlachen.

Dass unser Haus noch steht war klar, denn fast bis zu letzt funktionierte der Draht nach draussen, das Radio. Zumindest wenn Strom da war. Doch dazu später.

Als hätte ich es geahnt, habe ich im Sommer 2019 dieses Relikt aus den 70ern auf Vordermann bringen lassen.
1972 hatte mein Vater Werner, staatlich gefördert, ein großes Loch im Garten ausheben und einen Atombunker darin versenken lassen.
Einen ASB4. Dabei steht ASB4 für Atomarer Schutzbunker der Typklasse 4.
Drei Räume für maximal 4 Personen.
Drei Meter unter der Grasnabe und vom Hauskeller aus schnell erreichbar. Das ganze Paket inkl. Notausstieg für 90.000 DM bei 60% staatlicher Förderung.
Moskau konnte ja jeden Moment zuschlagen und dann hiess es rein und das Kurbelradio anwerfen um den Nachrichten zu lauschen.

Schneiders nebenan haben damals schon gelacht.
Sie sind längst tot, die Enkel haben das Haus Anfang 2000 übernommen. Wenn ich jetzt hinübersehe, dann wirkt es wie ausgestorben.
Ohnehin, die ganze Strasse scheint ausgestorben. Sieht man von den Hunden ab die in kleinen Rudeln umherziehen.
Die Hunde, da muss ich mir noch etwas einfallen lassen.

Ich gehe zum Haus hinüber und fasse es nicht.
Irgendjemand hat “Arschlöcher” an unsere Fassade gesprüht. Wut steigt in mir auf, ich muss das melden. Irgendwo wird es ja noch Polizei und Recht und Gesetz geben. Aber bis dahin? Ich muss das übermalen.
Ich haste zur Garage – die steht offen. Das Auto ist weg. Die Fahrräder sind weg, selbst unser Bollerwagen. Alles ist verwüstet.
Ich hetze zum Haus zurück. Drücke den Schlüssel ins Schloß, aber die Tür schwingt auf. Ich würde mich setzen wenn es etwas gäbe. Das Haus ist leer geräumt.

Im Keller herrscht noch mehr Chaos. Alles liegt kreuz und quer. Es sieht nach unbändiger Wut aus. Die Stahltür zum Bunkereingang ist zerkratzt, tiefe Beulen im Metall und auch Spuren einer Flex sind zu sehen.
Das war also dieser infernale Lärm der uns Anfangs so zusetzte.
Aber letztendlich hat des Teil gehalten. 1972 gab es eben noch deutsche Qualität fürs Geld.

“Da kommt eine Grippe aus Asien”. Ich war da gleich hellhörig. Während RKI und Gesundheitsministerium noch einen heftigeren Schnupfen erwarteten habe ich gehandelt.

Was wurde ich als Prepper damals insgeheim belächelt.
8000 Liter fasst der Frischwassertank unter dem Bunker. 2000 Dosen Ravioli, 1500 Pack Nudeln, 600 Dosen Corned Beef, 1200 Dosen Früchte, 500 kg Mehl, 100 kg Trockenmilch, 1000 Packungen Hülsenfrüchte usw. usf. Alles gut gelagert in Raum 1. Dazu 200 Dosen Bier und drei Flaschen Faber Sekt, man muß sich auch mal was gönnen.
Brettspiele, Fitnessmatten, ein Trimmrad mit Generator, 6 Autobatterien, 1 Laptop mit Win95, weil es läuft. 100 DVDs mit Filmklassikern wie Sissi, Dallas, Denver Clan oder Magnum. Darunter auch, gut versteckt, drei Filme aus der Josefine Mutzenbacher Reihe. Für die Frau drei große Flaschen Parfum von Douglas.

Eine ganze Woche waren wir auf Einkaufstour. Eine Woche in der die Nachrichten immer dramatischer wurden. Als in Suapeng in China die Leute auf der Strasse hustend zusammenbrachen deckte ich das Auto in der Garage ab, die Frau saugt noch einmal das komplette Haus, selbst unsere beiden Kinder räumten ihre Zimmer auf. Dann machten wir uns auf den Weg in unser neues zu Hause. Mit dem satten Schließen der Bunkertür aus Kruppstahl wussten wir, dass wir in Sicherheit sind.

Ohne Radio hätten wir das nicht überlebt.
Am Anfang war es schwer. Nur drei Räume, statt Tageslicht LED Lampen an der Decke. Sparsam, warmweiß. Disziplin war gefragt und so wurde unser Tagesablauf perfekt durchgeplant.
Zweifel an der Notwendigkeit wurden von den Radiomeldungen hinweggewischt.
Die Bundeswehr hatte offensichtlich 200 Deutsche aus China “evakuiert” und das Virus so nach Berlin eingeschleppt.
Die Folgen waren verheerend. Bereits nach 10 Tagen brach in Berlin die öffentliche Ordnung zusammen. Ein Ring wurde um die Stadt geschlossen.
Die Regierung konnte nicht ausgeflogen werden, da kein Bundesland bereit war sie aufzunehmen.
Wasser und Stromzufuhr in der Hauptstadt waren oft nur über wenige Stunden am Tag aufrecht zu erhalten.
Gebannt saßen wir in diesen Anfangstagen vor unserem Radio.

Der Lärm.
Der Lärm kam nach ca 14 Tagen. Ein Hämmern und Schlagen von Seiten des Bunkerzugangs. Dumpfe Rufe, Heulen, Brüllen. Unmöglich.
Aber was sollten wir machen? Der ASB4 war für 4 Personen zugelassen. Alles andere wäre doch unverantwortlich.
Im Radio wurde verkündet, dass Bayern seine Grenzen mit Fahrzeugsperren, Gräben und Stacheldraht sichert.
Eine Heimatschutzarmee wurde in München eiligst aufgestellt und übernahm die Überwachung. 200.000 Männer und Frauen.
Die Situation klang dramatisch, da selbst die Autobauer die Bänder stoppten.
Bei uns gab es Corned Beef mit Bohnen, was ordentlich auf die Verdauung schlug. Und dazu dieser Lärm. Das ging fast eine Woche.
Eine Woche in der zuerst Italien, dann Frankreich den Notstand ausriefen, das EU Parlament in Brüssel geschlossen in Quarantäne ging und England den Eurotunnel zu schüttete, die Fähr- und Flugverbindungen einstellte und seine Flotte mobilisierte.
Zeitgleich begannen die Gefechte an der bayerischen Grenze. Cattenom war das erste Kernkraftwerk das ausser Kontrolle geriet.
Mit dem GAU verstummte der Lärm, es war herrlich. Wir konnten wieder Alltag leben.
Unvergessen diese Spieltage oder die angeregten Diskussionen über Bobbys Rückkehr auf die Ranch.

Normalität
Wir fügten uns in eine neue Normalität. Der Strom war immer wieder weg, aber dank Batterie und Trimmrad konnten wir die Zeit immer wieder gut überbrücken. Das tat auch der Figur gut.
Dem Radio entnahmen wir, dass in weiten Teilen der westlichen Welt die Wasserversorgung und öffentliche Ordnung zusammengebrochen war.
Unsere 8000 Liter Frischwasser würden für 2 Jahre reichen, die Vorräte ohnehin.
Das Virus mähte sich durch die Städte und Dörfer. Fasziniert lauschten wir bei selbstgebackenem Brot und Dörrfleich einem Beitrag über die Entvölkerung Wuppertals. Berlin gab es nur noch dem Namen nach und Wolfsrudel machten die Ostdeutschen Länder unsicher.

Bayern war gefallen und der Virus hatte sich als wenig christlich und schon gar nicht sozial erwiesen. Der bayerische Ministerpräsident hatte sich zuletzt mit wenigen Getreuen nach Neuschwanstein geflüchtet, aber dort im Schloß wartet bereits das Chinavirus auf ihn.
Das Radio sendete nicht mehr rund um die Uhr. Ständig kamen neue Moderatoren. Ich dachte an die Rundfunkgebühren, die immer noch von meinem Konto abgebucht wurden. Ob wenigstens die Pension noch ordentlich überwiesen wurde?

Wir waren jetzt seit sechs Monaten sicher unter der Erde. Ab und an wurden wir durch ein Schlagen gegen die Bunkertür aufgeschreckt das aber nie lange anhielt.
Aber den 22.09.2020 werde ich nicht vergessen. Gerade als sich Josefine dem Grafen, genau da gab das DVD Laufwerk den Geist auf.
Es folgte eine beklemmende Zeit der Stille. Es war extrem schwer für uns und nur die dürren Meldungen aus dem Radio halfen unserer kleinen Familie darüber hinweg.
Erstmals wurde auch über einen Ausstieg diskutiert.

Hoffnung
Der Gesundheitsminister war jetzt wohl Kanzler sagte das Radio und hatte, dank seiner guten Verbindungen zur Pharma Industrie einen Impfstoff binnen Rekordzeit entwickeln lassen. In kürze sollte mit der Verbliebenenimpfung begonnen werden, so der Kanzler.
Sofort begann im Bunker eine hitzige Diskussion, wie wir als deutsche Familie wohl möglichst schnell an diese Impfung kommen könnten.
Das war eine kurze Flamme der Hoffnung, ich erinnere mich, wir hatten beschlossen die Frau nach draussen zu schicken um das zu regeln.
Aber bereits nach zwei Tagen berichtete das Radio von hochgefährlichen Mutationen. Der Kanzler bat die Leute um Geduld, im Gegenzug wurden die verbliebenen Frisörläden geöffnet.
Jetzt wollte die Frau erst recht nach draussen. Es entspann sich ein hitziger Streit den das Radio letztendlich schlichtete. Es gäbe keine Frisöre mehr, so die Meldung.

60 Wochen
Das Radio ist seit 14 Tagen tot. In der letzten Meldung ging es um irgendwelche Neuwahlen und die Kandidatenauswahl dazu.
Der Strom ist nur noch selten da und die sechs Autobatterien liefern nicht einmal genug Saft für lauwarmes Nudelwasser.
Seit 8 Tagen essen wir kalt. Der Faber Sekt ist vertrunken. Die Bierdosen stehen leer aber unzerdrückt und sauber aufgestapelt in Raum 2. Es ist ja Pfand drauf.
Uns geht es nicht gut. Wir sind der Pandemie müde.
60 Wochen sitzen wir jetzt im ASB4. Die letzten Geräusche der Aussenwelt haben wir vor Monaten vernommen. Ein zaghaftes Klopfen.
Es hilft nichts, jemand muss raus. Die Frau ist immer noch sauer wegen damals, die Kinder zu nix zu gebrauchen, also bleibt es an mir hängen.

Idioten
Die Tür klemmt. Keinen Millimeter lässt sich die Bunkertür bewegen. Sie scheint komplett verklemmt. Ich frage mich was da für Idioten auf der anderen Seite am Werke waren? Welch rohe Gewalt um 25 cm dicke Kruppstahltüren derart zu verbiegen.
Gibt es denn überhaupt keine Mitmenschlichkeit mehr auf dieser Welt? Den Leuten musste doch klar sein, dass hinter dem Stahl Menschen sind. Menschen die Angst haben und überleben wollen. Idioten.
Aber Vater Werner war schlau. Er kannte seine Mitmenschen schon damals. “Egal was passiert, die Schneiders kommen nicht rein” sagte er immer.
Er plante einen perfekt getarnten Notausstieg. Und der war frei.

Grelles Tageslicht
Aber das hatten wir ja schon.
Ich bin jetzt die ganze Siedlung abgelaufen. Die Autos fehlen großteils, in manchen Gärten sind Gräber. Der Supermarkt ist geplündert, der Pfandautomat, ich habe eine Dose mitgenommen, defekt.
Endlich kann ich einmal einen Blick auf das Schwimmbad von Metzgers werfen, das Gartentor ist offen. Hinterm Haus das Becken, naja – so toll ist es auch nicht. Metzgers schwimmen drin. Ich muss mich übergeben.

Dank dem ASB4 scheinen wir die die einzigen verbliebenen Bewohner der Frühlingssiedlung. Dabei war das Viertel mit den vielen Einfamilienhäusern gerade bei gut verdienenden Grünenwählern extrem beliebt.

Verdammt.
Mir wird klar, die Immobilienpreise sind am Boden.
Ich muss husten.

Überwindung der Erzfeindschaft

Manchmal mutet es an wie ein Religionskrieg.
Was ist denn nun besser? Arri oder Red? Canon oder Pansonic? Oder Sony versus Blackmagic?

Sony, das japanische Urgestein war in Europa lange Zeit fast ein Synonym für Broadcastkameras mit den Betacam SP BVWs 200-400 und der DigiBeta als Krone der bandaufzeichnenden Standard Definition TV Welt.
Und Film, der wurde damals noch auf Film gedreht. Video, das war irgendwie bäh, so wie Fernsehen überhaupt.

Sony Betacam SP
Sony Betacam SP – vorne BVW200, hinten oben DXC-D30 Kopf mit BVV5

Und dann kam 2005 RED mit der die Idee einer volldigitalen Kamera.
RED wurde in Deutschland zu Beginn ebenso niedergeschrieben wie Tesla. Und wie Tesla war die Technik doch nicht aufzuhalten und veränderte die Branche von Grund auf.
2007 kam die RED ONE auf den Markt. Der Gamechanger.

Arri, Sony, Panasonic gerieten ins Trudeln.
Canon präsentierte plötzlich Photoapparate mit denen man Filmen konnte. Dank des grossen Chips fing man Bilder im Cinelook ein.
Die Canon DSLR avancierte zum Liebling der Kreativen.
Eine Sony oder Panasonic waren plötzlich uncool.

Blackmagics Streich

Ganz neue Player erschienen auf der Bühne, darunter Blackmagic Design.
Bekannt war der Australier für seine Wandler und Capture Cards und jetzt präsentierte er 2012 eine “BMCC BlackMagic Cinema Camera” mit zunächst 2.5k Auflösung und kurz darauf die “BMPC BlackMagic Production Camera” mit 4k Sensor. Aufgezeichnet wurde auf SSDs.
Die Cams kamen zu einer Zeit, als HD noch nicht einmal den Markt durchdrungen hatte.

Blackmagic BMPC 4K beim Dreh mit extra Sucher

Aber das wirklich irrsinnige daran war der Preis.
Die Kameras hatten einen Canon Objektiv Mount, so dass ein Canon User schnell umsteigen konnte. Zudem war eine riesige Anzahl von bezahlbaren Canon Optiken bereits auf dem Markt.
2500€ kostete die nackte BMPC. Eine Kamera für so wenig Geld konnte nicht funktionieren. Da war man sich in Deutschland einig.
Tat sie aber. Auch wenn sie, nach meiner Meinung, hässlich wie die Nacht war, die Bilder waren fantastisch.

Sonys Glück

Sonys Glück war der Kauf von Konica-Minolta im Jahre 2006.

PDW 700
Sony PDW 700 FullHD Camcorder am ABC Kran

Die Japaner hatten zwar 2008 mit der PDW700 einen hervorragenden HD Schultercamcorder mit Disc-Aufzeichnung auf den Markt gebracht, aber zum einen kostete der Body alleine 22.000 € und die drehfertige Cam mindestens 40.000€ netto.
Zum anderen war die 700er für Broadcast konzipiert, mit kleinem Chip und CCD Technik und daher für alles kreative uncool, wie erwähnt.
Aber Dank des Einkaufs der DSLR Herstellers Konica Minolta und deren alpha 100 kam Sony an wichtiges KnowHow. Letztendlich führte dies mit zu den Sony Alpha Kameras.
2007 präsentierte Sony die alpha 700.
Richtig los ging es dann 2010 mit den NEX Kameras.

Sony NEX FS 100
Aufgepimpte Super-35 CMOS Chip HD Cam NEX FS 100

Zunächst waren das Fotoapparate, später kam dann Sonys erste NEX Filmkamera.
Die FS100 war keine schlechte Cam, konnte schon Slomo und wer die kaufte bekam eine NEX-3 inkl. SEL1855mm Optik geschenkt dazu.
Aufgezeichnet wurde aber in AVCHD, was die Broadcaster nicht wirklich lieben.

Canon can

Aber ausgerechnet Fotohersteller Canon war der neue Platzhirsch, mit seinen filmfähigen Spiegelreflexkameras und der 2011 eingeführten und über 10.000€ teuren EOS C300, einer handlichen Filmkamera die HD Qualität auf CF Speicherkarte bannte.
Sie verkaufte sich wie geschnitten Brot.
Denn schlauerweise hatte sich Canon den Sony XDCam 50MBit/s MPEG HD 422 Codec lizensiert und die Kamera passte damit nahtlos in den Produktionsablauf der schwerfälligen Rundfunkanstalten die in einem Kraftakt eben diesen Codec als IHREN Hausstandard verabschiedet hatten.
Zwei Ausnahmen gab es, den MDR und das ZDF, die nutzen Panasonic und deren P2 System (heute faktisch tot).
Canon schaffte es mit der C300 sogar in die Sony Festung des Bayerischen Rundfunks einzudringen.

NEX goes big

E-Mount, Super 35 CMOS, kurz die NEX Technik macht endlich große Fortschritte bei Sony. Nach der FS100 und der FS700 muss jetzt endlich etwas kommen für die Professionals.
Im Gerangel mit Canon machte Sony lange keine gute Figur.
Das Unternehmen präsentierte erst Ende 2014 mit der PXW FS7 endlich eine kompakte Schultercam.

Sonys Rettung – die FS7. Hier die 4K Mark II

Die FS7 war günstiger als die C300 und bot ein ausgefeiltes Kühlkonzept und neue moderne und günstige XQD Speichermedien.
Endlich etwas für die TV Schaffenden und die Cine Leute, und das noch von Sony. Das hatte keiner mehr erwartet.
Und sie schlug ein wie eine Bombe.
Heute ist die FS7 (mit FS5&FX9) eine der meistbenutzten Cams. In wenigen Tagen wird wohl eine sehr kompakte FS3 auf den Markt kommen.
“NEX” ist heute verschwunden. Die kompakten Kameras firmieren jetzt unter der Bezeichnung Sony Alpha 6×00.

Down under dreht alles

Wenn zwei sich streiten freut sich der Dritte.
Bei Gerangel zwischen Canon und Sony verlor ersterer immer mehr an Terrain.
Die FS7 verdrängte die C300 – die nachgeschobenen C500 und C700 konnten an den Erfolg nicht mehr anknüpfen. Und für Canon fast noch schlimmer, die Sony Alpha Fotoapparate gewannen immer mehr Neukunden gegenüber der EOS Serie von Canon.

Und dann kam Grant Petty.
Chef von Blackmagic und immer im Bild, wenn es gilt neue Modelle zu präsentieren. Das macht er nüchtern und fast schon bescheiden. Er ist kein Steve Jobs, aber er steht mindestens genauso hinter seinen Produkten.
Ich mag seine Präsentationen, weil er weiss was er da jeweils vorstellt. Da könnten sich viele deutsche CEOs ein Beispiel nehmen.

Blackmagic Ursa mini 4.6K – damit ging es richtig los.

Im Dezember 2015 war es soweit. Grant nuschelte von einer neuen Kamera und präsentierte mit der URSA mini 4k eine Super-35mm für 3500€.
Eine kompakte, schulter-taugliche Filmkamera mit 4k Auflösung und allen wichtigen Apple ProRES / Avid Codecs.
Und dann im März 2016 die URSA mini 4.6k mit 15 Blenden Dynamikumfang für nur 5500€.
Und der zusätzliche Hammer – die Cam war Netflix approved. Also für Netflix Produktionen zugelassen, da war BM schneller als ARRI.

Einer hört zu

Eines muss man Blackmagic lassen, sie scheinen den Kunden wirklich zuzuhören. Das hat Vor- und Nachteile.
Der Nachteil, als Käufer darf man nicht zu lange Produktlaufzeiten erwarten.
Der Vorteil, als Käufer hat man nicht zu lange Produktlaufzeiten zu befürchten.

Bereits 1 Jahr nach der Einführung der URSA mini 4.6K stellte Grant Petty dann auch die URSA mini PRO 4.6k auf den Tisch.

URSA mini PRO 4.6k – ProRES, AVID, BRAW

Mit ND Filtern und zahlreichen neuen Features, die, so Petty, von den Kunden gewünscht werden. Und er hatte so recht.
Die ist eine Traumkamera für szenisches Arbeiten.
Und BM legte noch eins drauf und präsentierte mit B-RAW einen neuen sehr leistungsfähigen RAW Codec für die URSAs.
Alles passt noch besser, arbeitet man mit Davinci Resolve der Schnitt- und Color Grading Software der Australier.
Blackmagic baut sich da eine schöne runde Welt zusammen.
Dazu gehören Mischer, Kameras, Monitore und funktionstüchtige Software. Das erinnert etwas an Apple. Aber im Gegensatz zu Apple mit wirklich sehr fairen Preisen auch für absolute Beginners. Die bekommen Davinci Resolve für lau und bereits für 1200Euro eine PB Pocket mit 4K Aufzeichnung.
Was kostete noch der Body einer DigiBeta? 80.000 DM (Deutsche Mark).
Was kostete der erste Avid?

Erzfeindschaft – was jetzt?

Ja kommen wir zum Titel zurück.
Für viele geht leider immer nur schwarz oder weiss.
Sie haben ihre persönliche Marke, der Rest ist bäh, unprofessionell, doof.
Ich kaufe mir immer eine Ausrüstung die zur aktuellen Zeit passt.

Das ist die PDW700 vor 12 Jahren, das sind die Blackmagic Cams, weil sie einfach schon früh 4K erschwinglich machten oder es ist ein DJI OSMO Gimbal, weil das vor wenigen Jahren eine unschlagbare Cam war um “herumzugimbaln”. Klein, leicht, 4K.

Den DJI OSMO nutze ich überhaupt nicht mehr.
An seine Stelle trat die Sony Alpha 6400 auf einem Ronin Gimbal. Besseres Bild, perfekter Autofokus, darum hier Sony.
Für szenisches Arbeiten ist mir die URSA mini Pro G1 noch immer die liebste Kamera. Sie produziert ein wunderschönes Bild bis 4.6k Auflösung und die Codec Vielfalt ist einfach herrlich. Darum hier Blackmagic.
Mittlerweile sehr gerne mag ich die OSMO Action, der GoPro Konkurrent von DJI. Die ist schnell irgendwo montiert und liefert in sehr guter Qualität ungewöhnliche Perspektiven. Darum hier DJI.
Und last but not least – die gute alte PDW700. Der Traktor unter den Cams. Unverwüstlich, groß, dank Zoomoptik schnell und immer 100% einsatzbereit.
Ein Meisterwerk, das leider nur HD 1080 25P/i kann und daher der Vergangenheit angehört. Aber für TV unverzichtbar. Daher hier Sony.

Also nutze die Vielfalt die es gibt und bediene dich.
Eine Marke einfach abzulehnen ist bescheuert. Alle haben ihre Vor- und Nachteile und über alle kursieren wilde Geschichten im Netz.
Freut euch über die Auswahl.

Irgendwann werde ich wohl die URSA mini Pro 12K kaufen, aber das eilt noch nicht.

Ich mixe gerne die Alphas 6500/6400 mit den Blackmagic URSAs , ist nicht immer ganz leicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Im Schatten der Toten, oder

warum macht man das?

Das Jahr 2020 habe ich damals mit einem Non-Profit Projekt für Menschen mit Einschränkungen gestartet.
Jetzt 2021 kommt ein weiterer Non-Profit Film hinzu. Es war mir eine Herzensangelegenheit “Im Schatten der Toten” zu produzieren.

52 Wochen im Corona Fieber.

Unsere Gesellschaft ist seit 52 Wochen im Corona Fieber. Corona News beherrschen die Titel und sind der mediale Aufmacher.
Inzidenzwerte, Maskenverordnungen, Ausgangsbeschränkungen, Grenzschließungen, Querdenker, AHA, Impfstoffe, Schnelltests oder Mutationen. Es gibt immer etwas, was die Masse in Aufruhr und in Angst in den Wohnungen zurück lässt.

Die Politik hangelt sich da so durch. Es gibt kein weitreichendes Konzept, man regiert auf kurze Sicht. Und das bei einer Pandemie, der eine temporäre Grenzschliessung zu Österreich herzlich egal ist.

Wir haben auch gelernt, dass die schützenswerteste Gruppe in unserer Gesellschaft die Ü70 sind, früher waren das einmal die Kinder, vor Corona.
Jetzt sperrt man diese lieber weg, sie könnten ja jemanden anstecken.

Ein Lockdown uns alle zu retten.

Lockdown 2020
Autobahn A8 am Ostersonntag 2020

Nach einem ersten Lockdown um Ostern 2020 und einem relativ Corona milden Sommer stiegen die Zahlen dann ab Ende September wieder an.
Was keinen wirklich überraschte – ausser die Kultusminister.
Die Folge war ein “harter” Lockdown für den Monat November.
Dieser Lockdown dauert aktuell (07. Februar .2021) immer noch an.
Aber wirklich hart betroffen sind davon nur wenige.
Kunst, Kultur, Einzelhandel, Soloselbständige und “körpernahe” Berufe wie Tattoo oder Friseur gehören dazu.

Parallel zeigt sich, dass die Politik wieder komplett überfordert zu sein scheint. Die Kultusminister/innen wirken hilflos, im Wirtschaftsministerium schein man verblüfft, dass ein Lockdown Existenzen vernichten kann.

Und darum geht es in “Im Schatten der Toten” – Menschen über die man hinwegsieht, die nicht in Talkshows auftreten und die eigentlich keine Lobby haben. Und es sind hunderttausende in diesem Land.

Über einen Bekannten habe ich von “Fuchs&Hase” erfahren, von den 320€ Novemberhilfe. Da habe ich meine Kamera gepackt und bin losgefahren.
Herausgekommen sind 40 Minuten Dokumentation.

Nachsatz.

Zu Weihnachten werden erste Menschen öffentlichkeitswirksam geimpft. Der ersehnte Impfstoff ist da. Was da noch keiner ahnt. Die Politik hat die Bestellung gründlich vermasselt. Seither geht es tröpfchenweise voran, es fragt aber auch keiner, wie viele Menschen derzeit sterben müssen, weil die EU und der Gesundheitsminister einen mittelmäßigen Job gemacht haben.
Aber das ist ein anderer Film.