EIN Film, sie zu knechten…. (Teil 1)

“Dank der Smartphones ist Film zum allgegenwärtigsten Medium geworden. Produzenten und Anbieter befinden sich im Wettbewerb um Zeit und Aufmerksamkeit.” 

Vom Filmpalast zum FilmToGo.

Es ist keine zehn Jahre her, da war ein eigener Film noch etwas besonderes.
Das Publikum sass im Kino, am PC oder im Wohnzimmer. Das Film schauen war ein bewusster Akt.
Heute wird ein Grossteil der Filme nebenbei konsumiert. Wir haben das Kino in der Hosentasche, schauen wenn wir Lust haben. Entsprechend steigt das Angebot an Bewegtbildmaterial, von kurzen Clips bis hin zu mehrstündigen Produktionen.

Und noch etwas kam dazu, das Digital Sharing hat die Mundpropaganda ersetzt.
Dank dem Teilen der Links und Clips werden permanent weitere Zuseher generiert.

Viel zu zögerlich erkennen Unternehmen dieses Potential.

Das liegt mitunter an den betreuenden Agenturen, die gerne weiter Print/Web verkaufen, ein Geschäft von dem sie etwas verstehen. Gepaart mit einem veraltetem Denken was den Einsatz von Bewegtbild betrifft.
Und die Grundfrage ist dann in solchen Konstellationen zu oft…

…wie lange darf ein Film sein?

Kurz muss er sein. Maximal 30 Sekunden, sagen wir 60. Aber dann schaut keiner mehr zu. Dann sind die Leute weg.
Ich frage mich immer, wer diesen Blödsinn in die Welt gesetzt hat?
Dabei gilt: Wenn man nichts zu sagen hat, dann sind selbst 30 Sekunden viel zu lang, denn…

…wir erleben den Wandel vom Passiv- zum Aktivseher.

Das klassische TV ist eine Berieselungsmaschine, die einer linearen Abfolge unterworfen ist und allen gerecht werden muss. Dieses Model verliert rasant an Bedeutung.
Je jünger die Leute, desto tot ist es. Selbst die Mediatheken können das nicht aufhalten.
Es ist doch auch Irrsinn, etwas teuer zu produzieren um es dann nur einmal zu zeigen.
Früher war das technisch nicht anders möglich, aber früher fanden wir auch Höhlen heimelig.

Das Internet mit Plattformen wie YouTube, vimeo und den sozialen Medien bietet Content rund um die Uhr verfügbar an.
Weltweit.


Der grosse Unterschied: Der Weg zum Clip ist ein aktiver oder ein empfohlener.
Der Zuschauer sucht aktiv über Google, Bing & Co oder direkt beim Socialmedia-Anbieter nach Themen.
Dienste wie Facebook analysieren die User und platzieren erfolgversprechende Clips in deren Timeline.
Er oder sie will Heavy Machines sehen, interessiert sich für Beauty Tips, hat ein zu lösendes Problem oder sucht Dokus zu speziellen Themen aktiv im Web.

Und dieser Zuschauer entscheidet sehr schnell wie lange er dem Film treu bleibt.
Wenn kein adäquater Inhalt geboten wird braucht es keine 30 Sekunden und klick und weg. Die Alternativen sind einfach zu vielfältig und das Leben zu kurz.
Das Fernsehen verhält sich zu den neuen Medien wie die Betriebskantine zum Restaurant “Weltweite Spezialitäten”.

Das kleinste gemeinsame Vielfache.

Lange Zeit wurde von einem kleinen professionellen Kreis alles Bewegtbildprogramm gemacht.
Es gab eigentlich nur drei vordefinierte Kanäle und Zeiträume für nicht Fernsehmacher um Bewegtbild unters Volk zu bringen:
– TV-Werbung (zeitlich begrenzt)
– Kinowerbung (zeitlich begrenzt)
– Präsentationsraum im Unternehmen
und das war es.
Später kam noch der Laptop hinzu auf dem Filme beim Kunden vorgeführt werden konnten.

Dank erschwinglicher Technik und Internet ist eine Welt entstanden in der jeder sein eigener Produzent & Sender sein kann.
Dazu kommen Unbedarftheit und Mut, kombiniert mit dem Willen “was zu machen”.
Und ehrlich, was wären wir ohne die unzähligen Tutorials, Dokus, Produktvorstellungen, Reiseberichte, Kurzfilme die uns die Kreativen via Web bieten?
Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis, wer nicht schon alles sinnvolles, unterhaltendes oder hilfreiches bei YouTube und Co gefunden hat.
Auf was würden Sie eher verzichten: Das klassische TV oder das Internet mit den neuen Medien?

Der Status Quo.

Viele Unternehmen wünschen sich einen Film. Da wird Geld locker gemacht und dann eine Agentur beauftragt.
Manche fragen ihre Print- oder Webagentur – was ich persönlich für einen grossen Fehler halte.
Herauskommen soll oft der EINE Film, der für alles funktionieren muss.
Werbung, Nachwuchsgewinnung, Präsentation, Problemlösung, Kundengewinnung, Aussendienst, Schulung, Messe, Web, Facebook etc..
EIN Film sie zu knechten und zu langweilen, vom Enkel bis zur Oma. Die alte Denke eben.

Warum soll bei einem Film funktionieren was sonst nie funktioniert?

Wir leben von der auf Zielgruppen ausgerichteten Produktvielfalt. Das beste Beispiel ist die Autoindustrie. Wieviele Modellvarianten hat alleine BMW?

Es geht mehr.

Der Film transportiert Informationen vom Sender zum Empfänger wie es kein anderes Medium kann.
Die Art der Information und die Art und Weise der Aufbereitung richtet sich nach den Bedürfnissen des Empfängers.
Und aus meiner Sicht nur danach.
Suchen Sie sich als Auftraggeber einen Filmemacher, der die Zuschauer im Fokus hat, nicht Sie. Das ist nicht immer leicht zu vermitteln, aber:

Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Ein Unternehmen oder eine Institution sollte sicherlich gewisse Moden nicht ausser acht lassen, aber viel wichtiger ist doch diese drei Grundfragen zu beantworten:

  1. W A S  will ich mit meinem Film primär erreichen?
  2. “W E N  will ich mit meinem Film primär erreichen?”
  3. “W O  wird der Film gezeigt?”

Darüber wird viel zu wenig nachgedacht. Da muss dann nebenbei noch Huber, Maier, Müller in den Film, die neue Zentrale und jede Abteilung.
Damit jeder irgendwas findet was ihn interessiert. Nur es sucht keiner danach. Ergo schaut keiner.

Wie es gehen kann kommt in Teil2 “EIN Film, sie zu knechten…”

URSA mini 4.6K EF – Teil 3. Drehen.

4.6K – nicht 4K, man merke auf.
Nach zwei defekten 4K URSA minis wurde auf die URSA mini 4.6K gewechselt.
Das ist einfach nur empfehlenswert, die grosse kleine URSA ist um Längen besser in der Bildqualität als die 4K Variante. Das ist zumindest mein Eindruck.
15 statt 12 Blenden Dynamikumfang und mehr Bildformate sind der augenscheinlichste Unterschied.

Wir haben jetzt mit der URSA mini 4.6K 15 Drehtage in drei Projekten hinter uns. Da lässt sich schon ein Resümee ziehen.
Gedreht wurde immer in UHD 3840×2160 Pixeln und 25 Bildern pro Sekunde. Der verwendete Codec war ProRES422, damit gehen ca. 68 Minuten feinstes Rohmaterial auf eine 256 GByte CFast 2.0 Karte.

Ein wesentlicher Bestandteil aller drei Projekte waren gesetzte Interviews.
Der Ton wurde hier über einen Mischer direkt auf die URSA mini aufgezeichnet. Für die Interviews kam fast immer das Walimex/Samyang VDSLR 85mm zum Einsatz. Bei der Produktion des B Roll Materials ein Tokina Cinema ATX 11-18mm und eine Canon EF 24-105mm Fotooptik. Die Blende der Fotooptik lies sich von der URSA mini wunderbar steuern, den Autofocus habe ich nicht genutzt.
Bei B-Roll Aufzeichnungen wurde alleinig das interne Mikro der URSA mini für die Atmo genutzt.

Gleich mal zum Ton.
Eine Sennheiser G3 True Diversity Funkstrecke (Taschensender SK 100, Kameraempfänger EM 100) mit MKE2 Mikro fing den ein und über den Audio Device 302 Mischer ging es dann via Kabel als LINE Signal zur URSA mini 4.6K.
Die URSA mini zeichnete den Ton auf beide Kanäle absolut rauschfrei auf.
Was ich immer noch bemängele, ich kann mich nur entscheiden, ob der Ton via XLR oder via internem Mikro angeliefert wird. Die URSA mini hat 2 Tonkanäle, aber ich kann nicht zum Beispiel Kanal 1 auf XLR und Kanal 2 auf Internmikro schalten. Entweder oder.
Dann hoffen wir mal auf ein Softwareupdate, 4 Kanäle wären auch ein tolles Ding.

Und schon sind wir bei der Software – hier ist die aktuelle Firmware OS 4.0 im Einsatz, mit komplett veränderter Oberfläche aber vielen Vorteilen.
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Unter anderem kann mit der URSA mini jetzt auch einen Weissabgleich durchführen. Es können Presets abgespeichert und LUTs geladen werden.

Die neue Software ist wesentlich flotter zu bedienen. Auch im Betrieb gefällt die Firmware 4.0.
So lassen sich wichtige Paramter einblenden, aber mit einem Zweifingerwisch von oben nach unten sofort ausblenden. Noch einmal über das Display gewischt sind sie wieder da.

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Ein Doppeltipp ins Display vergrössert das Bild auf 1:1 und der Bildausschnitt lässt sich beliebig verschieben. Ideal um die Schärfe einzustellen. Hier hilft auch der Focusassistent, über grüne oder rote Linien wird die Schärfe angezeigt. Das klappt sehr gut.

Die eingeblendeten Informationen sind Touch sensitiv, das heisst, tippt man zum Beispiel auf ISO 800, dann werden die verfügbaren ISO Werte 200 – 400- 800 – 1600 eingeblendet und man kann den gewünschten Wert auswählen.

Für jeden der drei Signalausgange (Front&Back SDI, Display) der URSA mini lassen sich die angezeigten Parameter einzeln zur Anzeige auswählen.

Der eigentliche Dreh mit der URSA mini läuft unkompliziert, hat man die Cam im Vorfeld drehfertig gemacht.

Zebra und Histogramm sind es, auf was es zu achten gilt. Ich bin kein Freund von False Color und komme mit dem Histogramm sehr gut zurecht. Das Zebra steht auf 100%. Ich versuche ein Erscheinen der Zebrastreifen irgendwo im Bild zu vermeiden.
Wenn das Material in den hellen Bereichen clippt, dann geht auch in der Post nicht mehr viel.
Daher – lieber eine Blende mehr und danach in der Post hochziehen.
Das ProRES422 Material eignet sich da sehr gut – viel besser als die XDCam Files der PDW700 und natürlich ist es einem AVCHD Material um Lichtjahre voraus was die spätere Gestaltung betrifft.
Nutzt man den BM Viewfinder freut einen die hervorragende Bildqualität des Suchers. Schärfen lassen sich sehr gut beurteilen.

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Einziger Nachteil – die anfallende Datenrate. Das Materialhandling sollte daher gut geplant werden.
Es kommt einfach was zusammen, so dass ein MacBookPro oder Windows Laptop mit Thunderbolt und USB3.0 zur Grundausstattung gehört.
Es sein denn man verfügt über CFast 2.0 Karten im Überfluss. (256 GByte Karte aktuell 350€)

Meine Ausstattung für vor Ort/Hotel besteht aus einem Thunderbolt 2 CFast 2.0 Reader von Lexar (140.00€ bei Teltec) und handelsüblichen USB3.0 2.5″ Festplatten mit 1-2 TByte.
Für keines der Geräte wird ein Netzteil benötigt. So ist es möglich, in einem Rutsch von einer CFast 2.0 Karte auf gleich 2 Festplatten eine Kopie des wertvollen Rohmaterials zu ziehen.
Das dauert bei 256 GByte ein wenig – geht aber dank Thunderbolt 2.

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Den fehlenden eingebauten ND Filter vermisse ich übrigens nicht – vieles wurde Innendrinnen gedreht, da benötigt man ihn ohnehin nicht. Für draussen arbeite ich mit aufgeschraubten ND Filtern, gerne auch mit variablen ND Filtern. So kann ich zuerst die Blende einstellen und mit dem variablen ND Filter für die richtige Belichtung sorgen.
Das klappt hervorragend.
Fazit – it works.

2014 – ab ins Geschichtsbuch.

Das wird ein total überladender Jahresrückblick. Mit Film, Gedicht, Ermahnungen und Erinnerungen.
So! 2014 geht seinem Ende entgegen und ich wünsche hier allen einen guten Rutsch und ein super Zweitausenundfünfzehn.

2015

Und uns allen etwas mehr Nachdenkzeit und weniger erhitzte Empöhrtheit in der digitalen Welt. Gilt für Twitter, Foren, Facebook.
Mich erinnert das immer an einen Hühnerhaufen in Panik.
Und noch ein Satz den ich 2014 aufschnappte und sehr gut fand:
“Von innen sieht ein Hamsterrad aus wie eine Karriereleiter”

Da lobe ich mir die gute alte Dichtkunst

Bildschirmfoto 2014-12-20 um 17.17.54

2015 wird unser 4K Jahr – garantiert.

Und noch was – lasst euch weniger gegeneinader ausspielen. Frauen gegen Männer, alt gegen jung, Religionen und Regionen sowieso, Familie gegen Single, Alt gegen Neubürger und so weiter. Das freut nur die Kanzlerin der Herzen und ihren Popbeauftragten. Besser wird davon nichts.

Jetzt fehlt noch die Erinnerung.
Der Herr hat sich ja binnen kurzer Zeit zwei ausserordentliche Musiker in die himmlische Kapelle geholt, Udo Jürgens und Joe Cocker. Dauernd Michael Jackson war dann doch zuviel.
Jürgens habe ich nie erlebt, nur gehört. Cocker dagegen war vor über einem viertel Jahrhundert mein erster face to face erlebter Prominenter im Job. Das vergisst man nicht.
Das war in München ein Pressetalk in einem Nobelhotel. Anlass war ein Open Air u.a. mit BAP, daher war der Herr Niedecken auch dabei, aber ich mochte diese BAP Mucke nicht besonders. Cocker ja.
Ich habe damals noch im Auftrag fotografiert – schwarz weiss, war im Hauptberuf Student.
Was mir da hängen blieb war, dass mir Cocker wahnsinnig alt vorkam, dabei dürfte er da erst um die 40 gewesen sein, und folgender Dialog mit einem Reporter:
“Herr Cocker wie gefällt es Ihnen hier in München?”
“München ist grossartig, ich mag diese Stadt”
“Was mögen Sie denn besonders an München?”
Pause – Cocker scheint nachzudenken, sammelt sich und spricht ernst:
“Wenn ich ehrlich bin, dann müssen Sie meine Frau fragen die geht immer shoppen, ich selbst hänge eigentlich nur an der Hotelbar herum”
Das gefiel mir.

Also alles Gute
ChB

 

What a mess – lauter Exhibitionisten

Hurra! Es ist electronica.
Eine Messe mit den Goodies für die Sensorjünger und Elektronikbastler.
Messen, steuern, regeln, am besten überall und jederzeit. Wer will nicht wissen wie viel Sauerstoff er aktuell im Blut hat oder ob der Nachbar Liegestütze macht? Dazu noch eine Prise GPS und “Internet der Dinge” – das ist, wenn der Kühlschrank Dinge bestellt, die man nicht haben will und nur der Toaster weiss warum.

Und da die Aussteller aus aller Welt hier zusammenkommen treibt es auch uns in die Hallen der Messe München.
Wieder einmal für die Amerikaner. Die messen und regeln ja auch gerne.

So sieht es aus, wenn man spät dran ist.

Für uns drei bedeuted das eine ellenlange Liste an Interviews and lots of B-Roll material in zwei Tagen abzuarbeiten. Dreh mit der PDW700 in 30P auf Professional Disc.

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Der Krug geht solange zum Roboter bis er …..

Daneben all das XDCamHD 1080 Disc Material mit dem Sony PDW U1 und einem MacBook Pro auf HDDs kopieren und mit FedEx über den Teich schicken.
Wir bewegen uns im dreistelligen Gigabyte Bereich, da ist aktuell noch jede DSL/ADSL/LTE Verbindung zu schmal.
Klasse wenn man vorher den Mac auf Yosemite upgedated hat und das Kopieren mit 0.2 facher Echtzeit passiert.
Ein neuer Treiber schafft Abhilfe und alles rennt wieder.

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Es ist dann doch eine Buckelei und ein jeder strampelt sich auf seine Art ab.

Auf der Messe – Knochenjob – alleine wegen der stickigen, trockenen Luft und dem hohen Lärmpegel in den Messehallen.
Aber die beteiligten Amerikaner wie immer professionell und gute Partner.

Steht das Equipment im Eck, dann ist die Crew das Catering testen
Steht das Equipment im Eck, dann ist die Crew das Catering testen

Dazu gutes Catering, guter Kaffee und Augustiner am Stand.
Dann läuft das….

Das Kilometerfresserchen

Kilometerfresserchen, das. Das Kilometerfresserchen kommt meist im kleinen Van daher, vollgepackt mit Aufnahmeequipment und besetzt mit drei Mann und der Idee, jeden Tag eine neue Geschichte einzufangen.
Wie schon des öfteren angesprochen – die Geschichten kommen nicht zu uns, daher kilometern wir uns zu ihnen. Davon lebt das Kilometerfresserchen.
Ein Beispiel dafür wie man es satt bekommt bieten die vergangenen vier Tage. Wir wurden von Süd nach West und in den Osten geführt, nur um dann im Süden wieder fast punktgenau zu landen.

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Eine richtige Lassofahrt bei gemischtem Wetter

Vier Tage – vier Themen – viermal fahren, drehen, schlafen, fahren, drehen….
Das freut die Hotelbesitzer und die Freunde von der Mineralölindustrie.

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Glaubt man der Grafik – saßen wir 15 Stunden und 5 Minuten im Auto.
Was so nicht stimmt.
Ab und an verweilt man auf Autobahnen einwenig länger, wird Teil eines Staus und freut sich, dass man bei diesem automobilen Flashmob mit dabei sein kann.

Los ging es in München. 09:00 Uhr treffen mit den Akteuren des Tages.

Der Tag beginnt mit warten auf die um die es geht
Der Tag beginnt mit warten auf die um die es geht

Das geht bis 17:00 – dann müssen wir weg, das Kilometerfresserchen hat Hunger.
Über Augsburg geht es in Richtung Frankfurt/Main. Da ist Buchmesse und die Hotels sind entsprechend überteuert.

Bei Frankfurt gibt es erstmal Kaffee zum Dreh
Bei Frankfurt gibt es erstmal Kaffee zum Dreh

Wir sind da wo der Verein daheim ist und es geht dann doch länger. Weil nett und angenehm.

im Vereinsheim
im Vereinsheim

Dann jault das Kilometerfresserchen vor Freude auf. Auf 580 Kilometern gibt es besten Asphalt unters Profil, fast neu sind Teile der A4 und auf dem Weg in die B-Hauptstadt wird einem wieder klar woher der Name Dunkeldeutschland kommt.
Es regnet. 01:20 Ankunft in Spandau. Drehort morgen: Berlin Neuköln.

Wenn man mitten in Berlin Neuköln dreht muss man nur grantig schauen. Dann hat man seine Ruhe.
Wenn man beim Dreh des öfteren grantig schaut, dann hat man seine Ruhe.

Einer fragt einer antwortet und schon hat man das perfekte Interview im Kasten
Einer fragt, einer antwortet und schon hat man das perfekte Interview im Kasten

Laute Knurrgeräusche stören immer häufiger den Ton. Das Kilometerfresserchen hat Hunger. Ihm dürstet nach frischem Teer. Mit dem Stadtverkehr in Berlin bekommt man es nicht satt. Also ab auf die A9 Richtung Heimat. Dort schlagen wir um 01:00 Uhr auf. Wir müde, das Kilometerfresserchen satt.

Am nächsten Morgen gehts um 9:30 nach Dachau. Das ist nicht weit, ein Appetithappen. Der Dreh ist kurz, wir kommen um 17:00 zurück, freuen uns auf den freien Sonntag.
Aber das Kilometerfresserchen hat schon wieder Hunger…..

Nachtrag: Aktuell füttern wir es wieder ordentlich, es wird noch fett wenn das so weiter geht.

 

Sony hat zugehört – PXW FS7

Hands on nennt man das, wenn Broadcast Firmen neue Spielzeuge zum ersten Anfassen jenseits der Messen präsentieren.
Bei videocation in München gab es so ein “Hands on”. Betatscht werden durfte die brandneue Sony FS7. Offiziell erst am 12. September auf der IBC präsentiert machte sich fast schon eine fiebrige Begeisterung in der Szene breit.

4K – Super 35 EXMOR CMOS Sensor, baugleich mit der Sony F5. Einsatzbereit out of the Box – ohne grosses aufriggen und damit teures Zubehör. Ein Sucher ist dabei und der ist so angebracht, dass man ihn verwenden kann. Verstellbar und scharf. Dazu ein multifunktionaler Handgriff damit das Ding sitzt, bei knapp 2,5 Kg Bodyweight.
Und als Codecs XCDamHD und XAVC letzteres mit 12 Bit. 4:2:2 sowieso.
Feste Zeitlupe mit 180 Bildern pro Sekunde und einer maximalen Auflösung von 4K bei 60fps. Natürlich Vollbilder, mit 4K ist das Halbbild in die Tonne gekippt worden.
Hurra!!
Gespeichert wird auf XQD Speicherkarten – 64 GByte kosten aktuell 200 €.
Das reicht für elf Minuten 4K in bester XAVC Qualität mit 60 fps.
Die Cam hat 2 Slots und es kann parallel auf beide aufgezeichnet werden. Somit wird beim Dreh schon ein Backup mitgeschrieben.

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Sony PXW FS7 mit Bedienknubbel am (leider nur mit Werkzeug) verlängerbaren Arm

Zeit sich das Ding anzusehen. Lieber in Equipment investiert, als dass das Geld in der Hauptstadt versickert.

Von Beginn an stellte sich diese “Muss ich haben” Gefühl ein. Die Kamera macht einen guten Eindruck, ist herrlich kompakt ohne zu klein zu sein und der Bedienknubbel an der Stange ist klasse.
Er besitzt neben Record und Zoom noch zahlreiche Assign Tasten und ein Scrollrad, damit lässt sich zumindest bei der aktuellen Firmware die Blende bei Photooptiken einstellen.

Der Preis ist aus meiner Sicht ein Kampfpreis, die theoretischen technischen Daten überzeugen – aktuell steht sie mit Sucher, Griff Fernsteuerung (Bedienknubbel) und Body mit 6800 € netto bei den Broadcast Dealern.
Die FS7 kann im Custom (EB, Rec709) und im CINEMA Mode betrieben werden.
LUTs lassen sich in die Cam importieren und deren “Wirkung” über das Sucher/Monitorbild ausspiegeln.

Als ich die Kamera dann auf die Schulter genommen habe wurde aus dem “Must have” ein “Must wait”

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Die Konstruktion Sucher/Mic Halter war vor Ort nicht stabil zu bekommen, immer wieder verstellte sich die Sucherlage, oder der Sucher kippte weg. Da half auch ein Leatherman nicht. Hier muss Sony dringend was solideres nachschieben, sonst hilft nur Gaffertape. Die Halterung sieht gut aus – ist aber aktuell noch glumpig.
Der ausziehbare Griff ist an sich wunderbar. Er lässt sich aber nur mit einem Werkzeug in der Länge verstellen, es gibt keine Quicklock/unlock Möglichkeit. Ausserdem ist der Griff für Leute wie mich (1.85m) zu kurz. Das ging vor Ort nicht nur mir so. Ist halt von Japanern entwickelt und die sind fragiler.
20-25cm mehr Spiel sollte drin sein. Sony verweist auf den Zubehörhandel…..

Was mich auch noch störte war das Plastikgefühl, das das FS7 Vorserienmodell noch ausstrahlte. Gilt übrigens extrem für die optionale Sony Zoomoptik.
Aber mein Gott, die kostet nur 2400 € – da muss man Abstriche machen. Sie ist kein Handschmeichler. Die Optik lässt sich aber gut bedienen und hat nette Features.

Elektrisches 35-mm-Vollformat-Objektiv mit E-Mount (28-135 mm F4,0 OSS)
Elektrisches 35-mm-Vollformat-Objektiv mit E-Mount (28-135 mm F4,0 OSS)

Vermisst habe ich an der FS7 einen Stromausgang, z.B. D-Tap wie an der PDW700, einfach für das LEDZilla o.ä.
Ausserdem kann die FS7 nur 2 Tonquellen aufzeichnen, entweder über XLR (2x) oder den Hotshoe am Griff mit Sony Funkempfängern. Das ist schade, da sich ja min. 3 Quellen anschliessen lassen und XDCamHD ja 8 Spuren unterstützt. Wieviele Spuren XAVC packt weiss ich nicht. Das mit dem Ton ist schon etwas ärgerlich. Auch wäre ein 3ter XLR Anschluss sicher nicht verkehrt gewesen.
Zudem hat die Kamera noch ein internes Micro im Gehäuse versteckt, aber nutzt man dieses, dann ist ebenfalls ein Audiokanal weniger verfügbar.
Die Audiopegel sind von aussen nicht sichtbar, was die EBler wohl etwas vermissen werden.

Aber es wurde immer wieder betont: Vorserienmodell, Firmware 0.0.1.
Betont wurde auch immer, dass die FS7 beim Chip auf den der F5 zurückgreift.
Für die F5 wird es eng werden, die FS7 ist deutlich preiswerter und für Dokumentarfilmer oder EBler viel besser handlebar. Dort wird sich auch der Markt erst einmal finden.

Wer statt XDCamHD oder 4K XAVC lieber in Apple ProRes aufzeichnen will, der benötigt das XDCA FS7 Erweiterungsmodul.
Das bringt dazu eine Timecode Buchse, Stromaus/eingang, Genlock und einen RAW Ausgang mit. Ausserdem kann ein VMount Akku angeschlossen werden. Bei 19 Watt Leistungsaufnahme dreht man mit einem fetten VMount Akku fast einen ganzen Tag.
Kosten ca. 1800 € netto. Die Montage an der FS7 überzeugt.

Grundsätzlich ist die FS7 die Kamera,  auf die nicht wenige seit Jahren warten.
Das Interesse an der Kamera vor Ort war auch riesig.
Sony hat endlich einmal zugehört. Mussten sie wohl auch mit der Canon C300 (9000€), Blackmagic URSA (5000€), AJA CION (8500€) und Arri Amira (ab 22.000€) sind starke Konkurrenten auf dem Markt. Aber keine der Mühlen ist so Out of the box bedienbar.

Vor Beginn 2015 ist das ganze Paket aus Optik, Cam & V-Mount/ProRes/RAW Modul nicht zu haben, also keine Eile.

Schau mer mal – die FS7-R wird sicher auch bald kommen……

Stimmung stimmt

Wann wird beim Dreh ja immer gerne von den Protagonisten gefragt, was denn ein aufregender Dreh war, oder was man denn gerne macht?
Die meisten hoffen auf Promigeschichten, die bei uns aber schon länger zurückliegen. Privat TV ist nicht mehr unser Kerngeschäft und daher können wir höchstens mit Prominenten aus Politik oder Wirtschaft aufwarten, aber was sind die schon gegen eine Klum oder Kardashian.

Ein Dreh ist eigentlich immer dann gut, wenn die Stimmung über den Tag passt.
Sind Leute und Thema interessant, dann kommt Freude auf.

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Die Stimmung macht den Drehtag

Ich persönlich liebe die permanente Abwechslung die unser Job mitbringt.

Wie sang Wader?
“Heute hier morgen dort
bin kaum da muss ich fort

hab’ mich niemals deswegen beklagt. 
Hab es selbst so gewählt, 
nie die Jahre gezählt, 
nie nach gestern und morgen gefragt. “
– das beschreibt die Situation sehr gut.

Wir fahren dort hin wo die Bilder sind und wissen selten genau was uns erwartet.
Und kaum ist alles im Kasten geht es weiter…..

Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.

Wenn’s mal wieder länger dauert…..

“Ein Fernsehteam im Haus ist wie dreimal abgebrannt” – den Spruch gibt es seit den 80ern. Und er war früher wohl eher verständlich als heute im ReinRaus Geschäft. In jener Zeit, als die Kameras noch lichtschwach und die Aufzeichnungstechnik noch beeindruckende Ausmasse annahm.
Möbel umstellen, Fenster verhängen, Kabel ziehen, Scheinwerfer aufstellen, Stativbeine verankern.
Wehe die Kabeltrommel war nicht komplett abgerollt, dann dauerte es nicht lange bis die Sicherung flog und alle auf den Assistenten fluchend im Dunkeln standen.

Das ist ziemlich vorbei – man hat ja auch keine Zeit mehr. Es muss flott gehen, was aber nicht immer funktioniert. Wobei “flott” ein jeder etwas anders definiert.

Kameramann-und-Käfer
Man dreht was geht

Und so waren auch wir vor kurzem in einer Arztpraxis zu gange und drehten und interviewten und drehten einen Arzt mit einem ausgewählten Patienten.
Kurzum, wir machten das, was TV immer macht, wir hielten die Leute von ihrer eigentlichen Arbeit ab.
Das führte dazu, dass sich das Wartezimmer langsam aber stetig mit terminhabenden Patienten füllte die auch gerne mit dem Arzt einige Minuten verbringen wollten.
Wenn nun ein Kamerateam 60 Minuten am Stück mit einem Arzt herumbildert, dann ist am Ende das Wartezimmer proppenvoll und die Stimmung dort leicht gereizt, in unserem Fall explosiv.

Die Stimmung unter den wartenden Patienten war so dermassen doppelplusungut, dass uns ein Nebeneingang geöffnet wurde und wir unerkannt und unverkloppt zum Teamfahrzeug schlendern konnten.

Dabei waren wir doch nur 60 Minuten am Herumdoktoren – ich denke das war ganz schön flott…

Schweizer Käse

Ich bin ein Freund der Europäischen Union. Ich mag die EU und den Gedanken an ein vereintes Europa. Auch wenn es derzeit schlecht aussieht. Die Nörgler und Kissenpupser versuchen es uns madig zu machen.
Wer regelmässig die Landesgrenzen verlässt, der kann die EU nur für gut halten.
Keine Grenzkontrollen, nach Wien zum Dreh zu fahren unterscheidet sich nicht vom Einsatz im Ruhrpott oder im schwedischen Kiruna.
Ich denke Leute, die die EU und ihre Freizügigkeit verteufeln kommen selten aus ihren 4 Wänden raus oder sind bei den Christsozialen.

Warum erzählt ich das? Weil es zum Zwecke der Bewegtbildaufnahme wieder einmal in die Schweiz geht.
Eine Insel mit zig Bergen im vereinten Europa, eine sehr wohlhabende.
Unser Auftraggeber für diesen Job sitzt im sonnigen Florida und der hat von Europa wahrscheinlich genau soviel Ahnung wie wir von den Everglades.
Ich musste ihm das mit dem Carnet erst einmal erklären, denn rüberfahren zu den Eidgenossen und drehen ist nicht. Auch wenn es Yourope ist.

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Ohne Carnet geht in Chile, Sri Lanka, Marokko und natürlich der Schweiz nichts

Für die Schweiz braucht es also ein Carnet, ein Zolldokument, mit dem man höchstoffiziell eine Berufsausrüstung aus der EU aus und in ein Drittland ein- und wieder ausführt um es dann wieder ins Heimatland einzuführen.
Den mehrseitigen Carnetsatz gibt es bei der örtlichen IHK für 3€.
Carnetsatz abholen, im Büro ausfüllen, dann bei der IHK beglaubigen lassen und mit Carnet und Ausrüstung ab zum lokalen Zoll. Nämlichkeitssicherung machen lassen, dass auch alles stimmt was drauf steht, vor allem die Seriennummern. Da ist schnell ein halber Tag um und man selbst urlaubsreif aber reisebereit.

Ein Carnet bedeutet dann auch immer Kontakt zu den Zollstellen des Ziellandes.
Was sehr unterschiedlich ablaufen kann.
In Brasilien weigerten sie sich den Zettelhaufen auch nur anzuschauen, geschweige denn zu stempeln, glücklicherweise auch bei der Ausreise.
In der Türkei, an einem Provinzflughafen, wollten sie uns gar nicht ins Land lassen, da wir an einem Sonntag zurückfliegen wollten, am Sonntag aber der Zoll nicht besetzt sei und niemand uns den Ausfuhrstempel geben könne.
Logische Konsequenz war, wenn sie uns nicht reinlassen, dann entsteht das Problem nicht. Ich danke heute noch unserer fantastischen, türkischen Dolmetscherin die das binnen mehrer Stunden geregelt bekam.
In Äthiopien hatte die Produktionsfirma eigens Leute an den Zoll schicken lassen, die ein Einreise “erleichterten”.
Bei den USA in Kalifornien ging es total unkompliziert und flott, Stempel und “Welcome to the US”. Naja – unsere Daten waren dank NSA eh vor uns da.
In Japan setzt man sich mit dem Zöllner mitten im Flughafen auf den Boden und geht die Liste durch – dauerte bei der Ausfuhr aber nur 20 Sekunden, da ich die gebrauchte Wäsche zum Equipment gepackt hatte und der Zöllner mich erschrocken aufforderte den Stativsack zu schliessen und das Carnet dann eiligst abstempelte. Das mit der Wäsche war ein Tip eines Kollegen. 🙂
Ja und in Mexiko fanden sie das Carnet ganz toll, aber da seien zusätzliche Dokumente von Nöten, die müsse der mexikanische Zöllner erst besorgen, das dauert, das kostet…
Unser Produktionsleiter überreichte daraufhin dem besorgten Beamten 150 US$ in Scheinen und wir wurden abgestempelt und waren drin im Land. Ich habe noch nie so schnell und geschickt Geld in einer Brusttasche verschwinden sehen.

Aber die Schweiz…. Einmal hielten sie uns fest, weil ein Stempel der Franzosen fehlte. Man wollte uns auch nicht zu den nur 100m entfernten Franzosen zurücklassen um den Stempel zu holen. Lang und breit wurde erklärt, wir wären auf schweizer Gebiet und blablubb…
Jahre später gab es einen urplötzlichen Mörderanschiss vom Zöllner weil das Carnet aus seiner Sicht nicht optimal vorbereitet war.
Und beim letzten Übertritt Ende 2013 wurde der Schalter vor meiner Nase geschlossen und der Zöllner verkündete seiner Kollegin lautstark er mache jetzt Pause. Davor hatte er eine Schlange von 10 Leuten abgefertigt, ich war der letzte in der Reihe.
Ich habe mich dann bei der Kollegin angestellt, da ging aber 10 min nichts, da der Pausenzöllner ihr wahnsinnig wichtige Dinge auf Schwitzerdütsch mitteilen musste. Was weiss ich nicht, eventuell die aktuellen Zinssätze der Diktatoreneinlagen oder etwas über eine neue Käsesorte.
“Nie mehr durch die Schweiz” ist ein geflügelter Satz bei manchen Kollegen, die Strecken nach Frankreich oder Italien über die Schweiz abzukürzen pflegten. Denn auch für die Durchreise braucht es ein Carnet.
Der Zöllner ist der erste Kontakt zum Land, wie der Pförtner früher bei einem Unternehmen. War der Pförtner unfreundlich, dann war meist auch das Klima in der Firma….
Bei der Schweiz ist es immerhin im Lande noch ganz angenehm.

Es ist halt schade, dass mitten in Europa dieses Bergvolk residiert und einem beim Grenzübertritt das Gefühl der 80er Jahre vermittelt.
Ich denke, hätte die DDR Geld gehabt, sie wäre der Schweiz nicht unähnlich gewesen. Abgekapselt und auf sich fokusiert.

Wie es diesmal läuft weiss ich nicht – wenn der Blog automatisiert erscheint sind wir bereits im Land von Heidi und Ziegenpeter.

Update:
Wir sind bei Au rüber – problemlos. Waren Zöllnerinnen und wir wurden professionell abgefertigt.
Drinnen war es wie immer sehr nett. Es war mir eine Freude.

Stau am Grenzübergang heim in die EU. Liebe Schweizer - Grenzen in Europa sind out!
Stau am Grenzübergang heim in die EU. Liebe Schweizer – Grenzen in Europa sind out!

Die Partei “Die Partei” übrigens fordert eine Mauer um die Schweiz zu bauen.

www.machdas.de

Einer drohnt über dem Geschehen

Es war ja nur eine Frage der Zeit.
Begonnen hat doch alles mit den DV Kameras – gute Bildqualität, preiswert und im Verhältnis zu einer BetacamSP Sony 300er irrsinnig kompakt und billig. Schnell fanden miniDV Kameras ihren Weg ins EB Equipment.
Als 2te Mühle, wenn es eng wurde, oder für besondere Einstellungen. Ich erinnere mich da vor allem an Fluggeräte – also bei der Piper oder dem Eurofighter im Cockpit, an den Kufen eines Rettungsheli.

Dann kam die GoPro und ihre Konkurrenten. Bei machdas haben wir die ContourHD GPS, winzig und einfach klasse bei Bildqualität und Funktionalität.
Unkaputtbar im Unterwassergehäuse.
Und jetzt?

DJI
Quadrocopter – first flight

Jetzt geht es in die dritte Dimension, die Höhe. Der Quadrocopter findet seinen Weg ins normale Teamequipment – ok – optional. Kostet extra, wie die Contour.
Der Quadrocopter, gerne benannt als Drohne, bietet neue Perspektiven, ist dabei aber schnell einsatzbereit und wenn man motorisch nicht komplett daneben liegt, auch gut zu bedienen.
Wir haben jetzt einen und fliegen das Teil und uns gerade ein.

Die HD Kamera hängt an einem Gimbal und wird erstaunlich gut fixiert. Eine nachträgliche Bildstabilisierung ist eigentlich nicht mehr notwendig.
Im Einsatz dröhnt die Drohne einem übrigens das Trommelfell zu. Die Rotoren sind sehr laut und erzeugen das Geräusch eines sehr sehr wütenden und sehr sehr grossen Hornissenschwarms.

Phantom im Anflug

Daher ist sie nicht so universell einsetzbar wie eine kleine Kamera.
Im Film hört man nichts davon, da die Cam keinen Ton aufzeichnet – was eh sinnlos wäre.
Grundsätzlich ist auch das Überfliegen von Menschenmassen, wie beim Public Viewing, nicht erlaubt. Der Haupteinsatz dürfte damit im Industrie / Sport / BusinessTV Bereich liegen.

Wichtig: Eine Drohne/Quadrocopter muss Haftpflichtversichert werden, sonst naht Ärger. Damit produziert das neue Gadget laufende Kosten von ca. 200€ pro Jahr im professionellen Einsatz.
Ausserdem gibt es Bundesländer, da sind Drohnen/Quadrocopterflüge ohne Genehmigung komplett verboten. Mein Gruss geht hier rein zufällig nach Hamburg.

www.machdas.de