Die Black Pearl unter den Kameras

“Auf einem Schiff aus Butter auf flüssiger Lava zu segeln ist sicherer als mit einer Ursa zu drehen”. sagt Sedat. Sedat mag Sony.

Seit gut einem Jahr ist jetzt die URSA mini Pro im Einsatz.
Zeit einmal ein erstes Fazit zu ziehen.

URSA mini Pro mit Samyang 35mm T 1.4, Follow Focus, Shape Hand 5 und EVF.

It works

Vorneweg, auch wenn es mancher nicht glauben mag, sie funktioniert.
Die URSA mini Pro (UmP) ist die Black Pearl unter den Kameras und die segelt auch auf Lava.
Gedreht wird meist in UHD mit 25fps und Apple ProRES422 im Filmmode.
Die Bildqualität steht ausser Zweifel. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Wahl der Optiken einen wichtigen Beitrag dazu leistet.

Die CFX650 256 GByte CFast 2.0 Karten von Transcend haben bisher alles Material brav aufgezeichnet. Keine Dropouts, keine korrupten Files.
Die Kamera lief im Schnee genauso wie wie im Hochsommer, nur bei Regen braucht es einen Schirm. Die Kühlausgänge sind an der Oberseite.
Man gewöhnt sich auch an die ebenfalls oben herausgeführten zwei XLR Buchsen.
Der Ton ist sehr gut, für mein Gefühl klarer und besser als an einer PDW 700.

Objektiv gesehen

URSA mini Pro mit Sigma 18-35 mm T2.0

Dank des Canon Mounts lassen sich eine Vielzahl von Optiken anschliessen.
ZEISS, SIGMA und TOKINA haben in den letzten Jahren schöne Zooms präsentiert, nicht ganz billig, aber wer es günstiger mag, Fotooptiken gehen auch.
Die Stufenlose Blende ist dann natürlich dahin, ebenso wie die konstante Schärfe und Blende im Zoombereich.

URSA mini Pro mit Sigma 150-600mm T5.0-6.3

Ein schönes Beispiel für eine “lange” Tüte ist das Sigma 150-600mm F5,0-6,3 DG OS HSM Contemporary. Die Blendsteuerung über das Scrollrad an der UmP klappt mit der Sigma wunderbar, der Autofokus ist langsam, aber geht. Eventuell wäre er in der SPORT Version des Objektives schneller, aber das ist nur eine Vermutung.

Der optionale Blackmagic EVF Sucher ist aus meiner Sicht ein must have. Das Bild ist sehr gut und gerade draussen bei Sonne ist ein EVF Sucher einfach unverzichtbar.
Die URSA wird mit 95W V-Mount Akkus von RedPro und Patona betrieben, die sind leicht und laufen ausreichend lange.

Handling

Die Kamera ist sehr kompakt gebaut.
Mit einem Zoomobjektiv wird sie schnell kopflastig. Auf dem Stativ merkt man das nicht, aber aus der Hand oder von der Schulter eben schon. Fährt man den Viewfinder ganz aus, dann bekommt man die URSA auch auf der Schulter in eine gute Arbeitsposition.

Den im “Shoulder Kit” mitgelieferten Kameraarm habe ich noch nie verwendet – er ist mir zu kurz oder meine Arme sind zu lang.
Eine ideale Lösung ist für mich der Shape Hand 5 Griff an 15mm Rohren. An den Griff habe ich einen LanParte LANC REC Button montiert.

Shape Hand5 und LanParte LANC an 15mm Rohren der URSA mini

Damit ist die Kamera wunderbar greifbar. Der Shape Griff lässt sich per Druckknopf schnell verstellen und kann auch als Stativersatz auf Flächen eingesetzt werden.

Zudem ist ein Follow Focus für die Schärfensteuerung unbedingt zu empfehlen. Gerade in dieser Combo lässt sich die URSA mini Pro damit optimal bedienen.

Erste Schäden

Im Drehalltag bleibt man mal wo hängen oder stösst dagegen.
Als einzigen Schaden erwischte es bisher den Drehregler für die Audiokanäle 2 und 4 der UmP.
Wobei CH4 ohnehin nur auf dem Papier existiert. CH3/4 werden erst nach einem schon lange angekündigten Softwareupdate nutzbar sein.

Lost – Scrollrad für CH2/4

Der Verlust des Plastikrades hat aber keinen grossen Einfluss, denn der Tonpegel kann auch über den Touchscreen eingestellt werden. Und auch der kleine Stumpen lässt sich mit spitzen Fingern noch drehen.
Mittlerweile ist ein Ersatzteil über die sehr gute Broadcast&Verleihfirma BildTon in München geordert worden.
FunFact – man muss die Seriennummer der UmP angeben um das Teil zu bekommen, dafür verschickt BM das Rädchen dann gratis.

Mehrkameraeinsatz

Eine URSA mini Pro und eine URSA mini 4.6k passen wunderbar zusammen – es ist ja immerhin der gleiche Chip und die gleiche Grundtechnik.

Harmonieren wunderbar. URSA mini 4.6k mit Samyang 100mm Macro T2.8

Mit anderen Kameras, wie der Sony PDW700, wird es schwieriger. Zum einen produziert die Sony einen anderen Look, zum anderen ist der MPEG IMX Codec einfach viel schlechter als Apple ProRES422.
Die PDW ist für News gemacht – das Material wird aus der Kamera heraus verschnitten, ohne grosse Korrekturen, es muss auf Sendung.
Daher ist es in der Post ein deutlicher Mehraufwand beide Kameras im Farbbild aneinander anzupassen.
Der hochkomprimierte Sony Codec hat einfach nicht soviel Gestaltungsmöglichkeit.
Auch mit einer Sony alpha 6500 lässt sich die URSA mini Pro nur bedingt kombinieren. Besser ist dann sicher die BM Pocket 4k.

Was fehlt?

Definitiv wird es Zeit für die versprochenen 4 Tonkanäle.
Schön wäre auch eine Automatikfunktion für das interne Mikro.
Warum die Blackmagic Bluetooth APP nur mit dem iPad funktioniert erschliesst sich mir auch nicht. Diese APP möge bitte auch für das iPhone kommen, denn das trägt man immer bei sich.


Die Lage des HFR (High Frame Rate) Buttons über dem REC Knopf ist etwas ungünstig.
Drückt man HFR ändert sich die Anzahl der Frames per second auf einen im Menu voreingestellten Wert.
Das passiert einem einmal, dann hoffentlich nicht mehr.

Wobei das auch der eigenen Unachtsamkeit geschuldet ist, denn im Sucher/Klappdisplay wird ja die FPS Rate angezeigt.

Die URSA ist keine wirkliche OutOfTheBox ich drehe los Kamera. Man sollte sich schon etwas mit dem Menu befassen, wissen was ein Histogramm ist und die Empfehlungen von BM für die Speicherkarten sehr ernst nehmen.
Und wissen, was der Unterschied von Film zu Videomode für den Dreh bedeutet.

Ein Wunsch geht an die Hersteller von Objektiven.
Ein 18-400mm Cine Zoom T3, bezahlbar. Ok, ich träume weiter….

 

 

Downsizing. Sony alpha 6500.

 

Lange ist es her, da hatte ein Kameramann eine Kamera. Punkt.
Eine 80.000 DM DigiBeta zum Beispiel.
Ein Revolution war dann schon das Aufkommen der kleinen DV Kameras.
Ich erinnere mich an ein Interview mit Helmut Dietl – aufgezeichnet mit einer Sony VX1000.
Dietl hat sich von mir die Kamera im Detail zeigen lassen, da er nicht glauben konnte, dass so ein kleines Ding ein brauchbares Bild aufzeichnen könne. Konnte sie aber.
Aus heutiger Sicht natürlich nur SD Gematsche.
Mittlerweile hat jeder je nach Einsatzfall ActionCams, miniHD Mühlen und Multicopter mit Kamera an Bord, wenn es zum Dreh geht.
Immer seltener dagegen eine fette EB Mühle wie die PDW700.
Unsere Hauptkamera ist die:

Blackmagic URSA mini 4.6K
Wer diesen Blog verfolgt, der weiss, ich bin ein Freund der Kameras aus Downunder von Blackmagic.
Sie macht wunderschöne Bilder und liegt nahezu perfekt in der Hand oder auf der Schulter.
Die URSA mini 4.6K  (inkl. Pro) halte ich für eine hervorragende, alltagstaugliche Kamera.
Aber sie verfügt auch über eine gewisse Grösse.

Sony alpha 6500
Und so habe ich paypal bemüht und eine alpha 6500 gekauft.
Warum? Downsizing ist die Antwort. Es gibt Jobs, da sollte man nicht unnötig auffallen, oder schlichtweg schlank unterwegs sein, nicht fragen müssen. (mache ich auch gerne mit dem iPhone)
Im Flugzeughandgepäck ist die Sony alpha 6500 auch kein Problem.

Dennoch verlange ich natürlich eine sehr gute Bild- und evtl. Tonqualität.
4K/UHD Auflösung ist Pflicht und eine schnelle Bedienung nicht zu verachten. Da bleibt nicht viel übrig. Panasonic mit der GH5 und MFT ist sicher eine Alternative, aber es waren schon einige E-Mount Optiken von der FS100 im Hause.
Ausserdem ein Metabones Adapter E-Mount auf EF-Canon, damit war Sony erste Wahl.
Noch dazu, da Blackmagic nichts ähnliches im Portfolio hat. Die BM Pocket kann nur HD und der festverbaute Monitor ist sehr, sehr gewöhnungsbedürftig. Der Augensucher der alpha ist auch ein Argument.

Dagegen bin ich hier bereit, muss ich, beim Codec Abstriche machen.
Die alpha 6500 kann kein ProRES, kein RAW, kommt bei der internen SD-Card Aufzeichnung über 4:2:0 nicht hinaus und zeichnet im Sony eigenen H.264 XAVC-S Codec 4K und HD auf.
Kein Knaller für eine nachträgliche Farbkorrektur.
Sie beherrscht aber SLOG2 und 3 und bietet diverse Picture Profiles für spezielle Looks.
Mit dem optionalen XLR-K2M Adapter bekommt die kleine Fotofilmknipse zwei vollwertige Ton XLR Eingänge spendiert.
Im Lieferumfang des XLR-K2M befindet sich auch das Richtmikro ECM-XM1 mit Windschutz.
Es gibt keinen Kabelsalat, da der XLR-K2M über den intelligenten Blitzschuh der 6500er verbunden wird.
An einem dummen Blitzschuh einer NEX, Nikon oder Canon funktioniert der K2M auch nicht.

In Verbindung mit der 5-Achsen Bildstabilisierung, dem Touchscreen und dem sehr schnellen Verfolgungs-Autofokus lässt sich die kleine Mühle ganz leicht handeln. Was ich faszinierend finde, das Paket aus Kamera und SEL1855 Optik und K2M kostet weniger als der Sucher einer PDW700 und ist trotzdem, zumindest in HD, professionell voll einsetzbar.

Die alpha kann 4-fache Zeitlupe in HD, das ist aus meiner Sicht simpler Durchschnitt. Das kann jede Cam.
Ich habe hier einmal auf die schnelle ein paar Aufnahmen mit der 6500er in HD gedreht, darunter auch in Zeitlupe. Die Kreissäge steht im dunklen Keller und die Sony wurde auf ISO 3200 eingestellt. Die Zeitlupe taugt da nicht wirklich.
400 fps wären besser, das sollte eigentlich mit einem Firmware Update zu machen sein.
Das faszinierende ist wirklich der hervorragende Bildstabilisator bei ruhig gehaltener Kamera.

Den Touchscreen und die 5 Achsen Stabilisierung hat nur die 6500er – wer also ein Schnäppchen mit der Vorgängerin, der alpha 6300 machen möchte, sollte sich genau überlegen ob es das wert ist. Denn auch das Hitzeproblem der 6300er bei 4K Aufnahmen soll bei der alpha 6500 der Vergangenheit angehören.

Das Softwaremenu der 6500er ist umfangreich, sehr umfangreich, was nicht für das mitgeliefert Handbuch gilt. Da ist ein Baum umsonst gestorben.
Aber zum Glück gibt es dieses Internet.
Es lassen sich für gemeinsam gewünschte Einstellungen auch Presets festlegen.

Einwenig happig ist auch die Akkulaufzeit.
Nun ist die Kamera sehr kompakt und bietet damit wenig Raum für den Energiespeicher, daneben werkelt jede Menge Elekronik nach dem Einschalten, das fordert seinen Tribut.
Also man sollte schon eine Hosentasche voll Akkus dabei haben um den Tag zu überstehen.
Im Lieferumfang befindet sich ein Akku, aber kein externes Ladegerät, der Akku kann nur in der Kamera über USB geladen werden.

Ich habe bei ebay einige Patona Akkus (950mAh) samt Lader gekauft. Der original Sony NP-FW50 Akku (1020mAh) hält länger, kostet aber auch dreimal soviel.

Das grosse, in Grenzen bewegliche, Touchscreendisplay ist draussen nur bedingt zu gebrauchen. Hier hilft der Augensucher. Blickt man durch den Sucher, dann wird der Touchscreen abgeschaltet, nicht aber die Touchfunktion. Das heisst, man blickt durch den Sucher und kann mit dem Daumen trotzdem die Schärfe über den Touchscreen verlagern. Das Schärfeviereck, das den Bereich anzeigt, wandert im Sucherdisplay mit.

Natürlich kann die 6500er auch mit dem Smartphone verbunden werden. Das geht über Bluetooth, NFC oder WLAN. Die App PlayMemories dazu gibt es gratis für Android und iOS im jeweiligen Store. Mit der App lässt sich zum Beispiel das Bild kontrollieren (mit Verzögerung) und die Aufnahme starten und stoppen.
Das kann ganz praktisch sein, wenn man die Kamera zum Beispiel in einem Auto verbaut hat und man dann schlecht an die REC-Taste kommt.

 

Die alpha 6500 sehe ich als ideale zusätzliche (dritte) Kamera die dank ihrer Kompaktheit auch für ungewöhnliche Perspektiven gut zu gebrauchen ist. Schön auch, dass sie nicht erst fett aufgerigt werden muss um bedienbar zu werden.
Aber wer will kann die kleine Sony natürlich fett aufblasen mit Monitor (HDMI out), externem Recorder, Cage, Rods, Follow Focus usw…

NACHTRAG: vom 24. April 17
HD wow – 4K mau
Nennt es Rolling shutter, nennt es Jello Effekt, Mist ist es auf jeden Fall.
Im 4k Modus ist die 6500er nur eingeschränkt zu benutzen. Zügige horizontale Bewegungen, sogenannte Schwenks, führen zu verzogenen vertikalen Linien. Sieht doof aus und macht das Material für den professionellen Einsatz unbrauchbar.

Die Fünfachsenstabilierung kommt bei bewegter Kamera auch immer wieder ins schwimmen – das sieht dann richtig schlimm aus. Dieses Schwimmen, eher ein Wobbeln, kommt aus dem Nichts, dauert 2-3 Sekunden und dann ist wieder alles gut. Das Material ist nicht nutzbar und beim Dreh merkt man es nicht unbedingt. Im Schnitt fällt einem dann die Kinnlade runter.
Was soll das Sony, seit der 6000er gibt es dieses Rolling Shutter Problem? Und die vielbeworbene Fünfachsenstabiliserung hakt auch von Zeit zu Zeit.
Für mich ist das typisch Sony um den Abstand zur A7 oder den FS-Units zu wahren. Aber Kunden erfreut man dadurch nicht.
Also Fazit: In HD ist fast alles gut, in 4K ein klares DON’T BUY.
Als Dritt- oder Notfallkamera ist die 6500er ok, aber ansonsten Finger weg.
Schade eigentlich.

Aktualisierung 16-09-2017
Mittlerweile steht die Firmware 1.04 zum Download bereit. Wie auch bei der 1.03 geht es hier vor allem um die Verbesserung der Bildstabilisierung im 4K-Filmmodus. Soviel sei gesagt, es wird immer besser, noch nicht optimal, aber es wird.

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Dunkeldeutschland

so nannte man die Strecke von der Grenze BRD/DDR bis nach Berlin.
Bewältigte man die Route bei Nacht, so war über hunderte Autobahnkilometer rechts und links der lieblosen Betonstrecke kein Licht zu sehen.
Kein Blick war einem vergönnt auf die Errungenschaften des Sozialismus.
Man fuhr durch scheinbar unbewohntes Gebiet.
Erst sehr kurz vor Berlin kroch das künstliche Licht wieder aus Birnen hervor und vermittelte den Anschein von Zivilisation.

Heute finden sich an der Strecke nach Berlin Autobahnraststätten mit den Kathedralen der Moderne, den weit leuchtenden Tankstellen. Die Leuchtreklame von Möbelhäusern, Hotels und Fastfoodbuden begleitet den Reisenden.

Aber Dunkeldeutschland gibt es immer noch.

dunkeldeutsch
Licht – es werde Licht.

In West wie in Ost.
Es hat sich jetzt in den Hotels versteckt. Dort sind Deckenleuchten verpönt und zahlreiche Wand- und Tischlampen beginnen zu glimmen, kaum drückt man den Lichtschalter.
Dann beginnen die verbauten Energiesparlampen scheinbar das Restlicht aus dem Raum zu saugen, bevor sie nach einer gefühlten Ewigkeit ein dumpfes und wenig erhellendes Raumlicht schaffen.
Hell war früher. Mit Deckenleuchte und Glühbirne.

Impressionen
Bier am Abend beim Russen und Banane im Hotel als Must have in Gera

Bei unserer aktuellen Hoteltour in Magdeburg, Leipzig, Gera und Eisenach schafften es drei Häuser nicht dem Begriff Zimmerbeleuchtung gerecht zu werden. Darunter auch grosse Häuser wie die Ramada Darkrooms.

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Fahrn Fahrn Fahrn auf der Autobahn

Der Vorteil für das Hotel liegt auf der Hand – man sieht Schmutz und Zustand der Möbel auch nicht so genau.

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Und wer kommt zu spät vom Galgenberg?

Nur in dieser nachtdunklen Zeit, wenn zu spät hell und zu früh dunkel wird, da wäre ein helles Zimmer was nettes.
Angeblich hat Autor Walter Moers immer eine 100 W Birne im Gepäck um der drohenden Dunkelkammer zu entgehen.

willkommen
Ist doch nett – oder? Mein Team hat es gefreut.

Ich werde wohl auch in Zukunft einen F&V LED samt Stativ mit aufs Zimmer nehmen.

Loeten
Löten gegen die Wegwerfgesellschaft. In Sachsen.

Was die Reise und den Dreh ansonsten angeht war es mehr als angenehm. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite.
Trocken.

Sachsenobstbad
Apple made in Sachsen

Tolle Leute und und sehr interessante Locations.
Auch wenn der Wind heftig blies, der DJI Phantom kam gerade noch dagegen an und die Luft war angenehm frisch. Eigentlich wie im Frühling.

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Einer drohnt drüber

Gearbeitet wurde mit der PDW700 und Standardzubehör, es musste flott gehen. Wir hatten jeweils nur wenige Stunden vor Ort.

zuckerrübe
Wenige Meter weiter wird vermust was hier geladen wird.

Pure Drehroutine – ich mag das. Viel sehen und aufnehmen in kurzer Zeit, nicht nur mit dem Camcorder.

walk
Gelaufen sind wir auch – sagt das iPhone. Aber es war nicht immer dabei das Datenluder.


Der kleine Bär – die URSA

Der “Kleine Bär” ist ein harmloses Sternbild. Grosse Bären gibt es in Kanada und Alaska, nennen sich Grizzlys, und fressen schon mal den ein oder anderen Wanderer zu Lachs und Blaubeeren.

Kleiner Bär - Ursa minor
Kleiner Bär – Ursa minor

Was nun die Australier von BlackMagic geritten hat die aktuelle 4K Kamera URSA, also BÄR, zu nennen das kann ich nur erahnen. Ohnehin gibt es Downunder doch eh nur augenscheinlich niedliche, leichte Koalabären mit eingeschränktem Speiseplan.

BlackMagic URSA 4K für 4800.00 € netto (ohne Optik)
Australischer Bär. BlackMagic URSA 4K für 4800.00 € netto (ohne Optik)

Mein Freund Kerem aus dem schönen Österreich hatte eine URSA von VistaVision zum Testen bekommen und so bot sich die Gelegenheit, für einen Dreh, die URSA 4K zusammen mit einer BMPC 4K einzusetzen.
Die Super 35 Sensoren beider Cams sind baugleich, die Objektive waren es auch, 2x die Canon EF 24-105 USM Fotooptik.
Vorneweg – die beiden Cams passen wunderbar zusammen. Haben den gleichen Mount (EF), unterstützen die gleichen Codecs und bieten weitgehend auch das gleiche Userinterface. Gedreht wurde auf 4K ProRes422.

URSA mit mächtigem Ausklappmonitor zur Bildkontrolle
URSA mit mächtigem, scharfem Ausklappmonitor zur Bildkontrolle, links spiegelt sich ein Fenster hinter der Kamera.

Verbindet man den SDI Out der BMPC mit dem SDI In der URSA, kann man das Bild der BlackMagic Produktion Camera auf dem Ausklappmonitor der URSA wiedergeben.
Das ist sehr praktisch, da man an, setzt man eine URSA als Hauptkamera ein, immer eine Bildkontrolle durchführen kann. Auch die Parameter Akkustand oder freier Speicherplatz der verbundenen Kamera sind abrufbar.

Als Speichermedium nutzt die URSA CFast 2.0.
Auf 120 GByte gehen 30 Minuten 4K Material. Allerdings kostet das Kärtchen aktuell 800,00 € netto. = 6,67 €/GByte.
Günstiger ist es bei der BMPC, hier kommen von BlackMagic freigegebene SSDs zum Einsatz. Eine lizensierte Intel 240 GB SSD kostet etwa 150,00 € netto. = 0,63 €/Gbyte.

URSA-Medien
Speichermedien der BlackMagic Cams. Links für URSA, rechts für die BMPC 4K

Der grosse Klappmonitor, die Bedienelemente, die Anzeigen, Menu, Ein-Ausgänge (XLR, SDI, …) das alles passt wunderbar an der URSA.
Langfristig wird man aber um einen Augensucher (EVF) nicht herum kommen. Im Freien dürfte das Display nur eingeschränkt zur Bildkontrolle taugen. Zudem lässt er sich leider nicht nach vorne oder nach unten klappen. Voll nutzbar ist das Display nur bei Innendrehs vom Stativ.
Die Bildqualität des Bären ist schon, wie bei der BMPC, hervorragend.
Die Lichtempfindlichkeit ist ok. Mit 1:4 glänzen die verwendeten Canon Optiken nicht mit guter Lichtstärke, da wird auf dem Weg zum Sensor ordentlich was weggefiltert.

Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. Und der wiegt schwer.
Fast acht Kilo bringt die URSA ohne Akku, Anbauteile und Optik auf die Waage.
Das ist heftig. Sie fühlt sich richtig schwer an, für mein Verständnis zu schwer.
Warum der BÄR so gewichtig ausfallen musste ist mir nicht klar. Sie ist solide gebaut, ok. Aber das sind andere auch ohne eine Last zu sein, denn das ist sie. Als Schultercam kommt man mit Sucher, Optik, Rig schnell auf weit über 10 Kilo. Das ist zu viel und ruiniert einem das Kreuz.
Ein anderer Punkt:
Die angenehmen, erschwinglichen Hilfsmittel wie Leichtkräne, Slider, Gimbalsysteme ala DJI Ronin oder Multicopter werden mit dieser Cam nicht nutzbar sein. Die URSA ist eine “Ich dreh vom soliden Stativ und steh hinter der Kamera” Mühle.

Das ist echt schade, denn die URSA könnte Spass machen. Bauform. Codecs, Sensor, Schnittstellen – alles passt. Es ist nur in einem zu schweren Body gefangen. Die BMPC wiegt nur etwa 2 Kilogramm.
Bis zur NAB imFrühjahr 2015 hat Blackmagic jetzt Zeit den Bären auf Diät zu setzen und einen URSA Koala draus zu machen, sonst bleibt das Ding beim Händler liegen wie, nun ja, wie ein Backstein.

Golf bringt mich auf die Palme

An was erinnert mich nur dieses Palm Jumeirah in Dubai?

Dubai-Alien
Dubais Palm Jumeirah und der Face Sucker aus Alien

Und damit wären wir beim Drehort.

Dubai. Mit 2.2 Millionen Einwohnern grösste Stadt in den Vereinten Arabischen Emiraten.
Sechs Stunden dauert der Flug auf zu harten Sitzen im Emirates A380 von München in das Drehkreuz Dubai.
Wie immer gab es bei uns die grosse Diskussion “Was ist mit dem Zoll?”.
Soll ein Carnet gemacht werden?
Wir führen ein neben drei Kameras auch einen Quadrocopter mit Cam und werden dort ein GOLF Event drehen.
Gleich mal als Auflösung –  kein Carnet, denn es gibt für Dubai über die IHK kein Carnet für Berufsausrüstung, nur für Messegüter.

So haben wir uns beim Zoll eine Nämlichkeitserklärung für das Equipment (nur Dinge die mehr als 1000€ netto wert sind) machen lassen. Die besagt nämlich, dass die Technik uns gehört und nicht verzollt werden muss.

Die ist beim Grenzübertritt im Gegensatz zum Carnet nicht vorzuzeigen.
Und wir sind dann auch ruckzuck im Lande.

Das "alte" Dubai
Das “alte” Dubai am Creek

Dubai ist schon ein eigenartiges Konstrukt. Vor 50 Jahren war dort wohl nur Sand mit ein paar Beduinen Zelten darauf. Drumrum Dromedare und Dattelpalmen.
Die soll es immer noch geben, die Dromedare, gesehen haben wir aber keines. In den Zelten wohnen jetzt die Arbeiter aus Pakistan, Afrika und Indien die das gesamte System am laufen halten. Taxi, Service, Bau, Grünpflege – einfach alles.
81% der Einwohner sind ausländische Dienstleister.

Das neue Dubai
Das neue Dubai

Ein typischer pakistanischer Taxifahrer (Taxis sind sehr günstig) darf nach eigener Aussage alle 18 Monate für 6 Wochen nach Hause um seine Familie zu besuchen.
Ich habe noch nie so viele Baustellen auf einmal gesehen. Wo man hinkommt wird gebaut. Die Stadt wächst nach oben und in die Wüste hinaus.

baustelle

Sie frisst sich regelrecht in die endlose Weite aus Sand und aus jeder Baulücke spriessen neue Turmungetüme empor. Es ist ein El Dorado für Architekten. Die Gebäude hoch wie in HongKong aber wesentlich stylischer.

tower
Dubai Marina

Zurück zum Praktischen.
Wie erwähnt sind Taxen sehr günstig, auch die S/U Bahn bringt einen an die entscheidenden Orte und ist für umgerechnet 4 Euro für das Tagesticket zu haben.
Wir haben natürlich einen Mietwagen. Wer jetzt auf ein Navi hofft, der kann einpacken. Gibt es nicht. Karte? “Shure we have” – und der Hertz Mitarbeiter reicht und einen Kinderplan mit den 5 wichtigsten Strassen drauf. Das ist die eigentliche Krux hier – die Strassenführung und Beschilderung bietet noch viel Optimierungspotential.
Wo eine Abfahrt ist muss es nicht zwingend eine Auffahrt geben. Ein Kleeblatt wie bei unseren Autobahnen sucht man hier oft vergebens.
Einmal falsch abgebogen…. dann dauert es.
Der Verkehr ist dicht, aber fliesst erstaunlich schnell. Es gilt das Recht des grösseren SUVs.
Dubai-Strasse

Allerdings wird soviel gebaut, dass das in 12 Monaten alles schon wieder ganz anders sein kann.
Was wir in Dubai mit dabei hatten war ein Quadrocopter mit Kamera am Gimbal, so eine Flying GoPro.

Drohne-Dubai
Phantom Quadrocopter bei der Abendveranstaltung auf dem Hotel Gelände

Da herrschte eine gewisse Unsicherheit, inwieweit wir sie einsetzen können.
Man muss da mit den Leuten vor Ort abklären, dann klappt es auch.
Auf dem Golfplatz war es ohnehin kein Problem und ein potentieller FlyAway, also das selbständig machen des Fluggerätes, bleibt da eher ohne Folgen.
Und man muss halt fliegen können…
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=5eL5z_eQkLE?rel=0&showinfo=0&w=853&h=480]
Aber das war die einzige ausserplanmässige Landung.
Für die fliegende Cam gilt das gleiche wie für jede Aufnahme – einfach die Rechte Dritter beachten, niemanden gefährden und es ist stressfrei.

Drohne-im-Anflug
Tiefer Anflug auf übende Golfer.

Dubai ist jetzt kein Ort, an den es mich magisch zurückziehen wird. Zu künstlich, irgendwie wie eine Art Disneyland im Wüstensand.
Nach 8 Tagen Dubai waren wir dann wieder zurück im kühlen Bayern.
Was blieb war unser komplettes Gepäck und Equipment. Das hatte man bei Emirates vergessen einzuladen….. klingt lustig, ist es aber nicht.

Pan1

What a mess – lauter Exhibitionisten

Hurra! Es ist electronica.
Eine Messe mit den Goodies für die Sensorjünger und Elektronikbastler.
Messen, steuern, regeln, am besten überall und jederzeit. Wer will nicht wissen wie viel Sauerstoff er aktuell im Blut hat oder ob der Nachbar Liegestütze macht? Dazu noch eine Prise GPS und “Internet der Dinge” – das ist, wenn der Kühlschrank Dinge bestellt, die man nicht haben will und nur der Toaster weiss warum.

Und da die Aussteller aus aller Welt hier zusammenkommen treibt es auch uns in die Hallen der Messe München.
Wieder einmal für die Amerikaner. Die messen und regeln ja auch gerne.

So sieht es aus, wenn man spät dran ist.

Für uns drei bedeuted das eine ellenlange Liste an Interviews and lots of B-Roll material in zwei Tagen abzuarbeiten. Dreh mit der PDW700 in 30P auf Professional Disc.

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Der Krug geht solange zum Roboter bis er …..

Daneben all das XDCamHD 1080 Disc Material mit dem Sony PDW U1 und einem MacBook Pro auf HDDs kopieren und mit FedEx über den Teich schicken.
Wir bewegen uns im dreistelligen Gigabyte Bereich, da ist aktuell noch jede DSL/ADSL/LTE Verbindung zu schmal.
Klasse wenn man vorher den Mac auf Yosemite upgedated hat und das Kopieren mit 0.2 facher Echtzeit passiert.
Ein neuer Treiber schafft Abhilfe und alles rennt wieder.

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Es ist dann doch eine Buckelei und ein jeder strampelt sich auf seine Art ab.

Auf der Messe – Knochenjob – alleine wegen der stickigen, trockenen Luft und dem hohen Lärmpegel in den Messehallen.
Aber die beteiligten Amerikaner wie immer professionell und gute Partner.

Steht das Equipment im Eck, dann ist die Crew das Catering testen
Steht das Equipment im Eck, dann ist die Crew das Catering testen

Dazu gutes Catering, guter Kaffee und Augustiner am Stand.
Dann läuft das….

Das Kilometerfresserchen

Kilometerfresserchen, das. Das Kilometerfresserchen kommt meist im kleinen Van daher, vollgepackt mit Aufnahmeequipment und besetzt mit drei Mann und der Idee, jeden Tag eine neue Geschichte einzufangen.
Wie schon des öfteren angesprochen – die Geschichten kommen nicht zu uns, daher kilometern wir uns zu ihnen. Davon lebt das Kilometerfresserchen.
Ein Beispiel dafür wie man es satt bekommt bieten die vergangenen vier Tage. Wir wurden von Süd nach West und in den Osten geführt, nur um dann im Süden wieder fast punktgenau zu landen.

lassofahrt
Eine richtige Lassofahrt bei gemischtem Wetter

Vier Tage – vier Themen – viermal fahren, drehen, schlafen, fahren, drehen….
Das freut die Hotelbesitzer und die Freunde von der Mineralölindustrie.

verbrauch
Glaubt man der Grafik – saßen wir 15 Stunden und 5 Minuten im Auto.
Was so nicht stimmt.
Ab und an verweilt man auf Autobahnen einwenig länger, wird Teil eines Staus und freut sich, dass man bei diesem automobilen Flashmob mit dabei sein kann.

Los ging es in München. 09:00 Uhr treffen mit den Akteuren des Tages.

Der Tag beginnt mit warten auf die um die es geht
Der Tag beginnt mit warten auf die um die es geht

Das geht bis 17:00 – dann müssen wir weg, das Kilometerfresserchen hat Hunger.
Über Augsburg geht es in Richtung Frankfurt/Main. Da ist Buchmesse und die Hotels sind entsprechend überteuert.

Bei Frankfurt gibt es erstmal Kaffee zum Dreh
Bei Frankfurt gibt es erstmal Kaffee zum Dreh

Wir sind da wo der Verein daheim ist und es geht dann doch länger. Weil nett und angenehm.

im Vereinsheim
im Vereinsheim

Dann jault das Kilometerfresserchen vor Freude auf. Auf 580 Kilometern gibt es besten Asphalt unters Profil, fast neu sind Teile der A4 und auf dem Weg in die B-Hauptstadt wird einem wieder klar woher der Name Dunkeldeutschland kommt.
Es regnet. 01:20 Ankunft in Spandau. Drehort morgen: Berlin Neuköln.

Wenn man mitten in Berlin Neuköln dreht muss man nur grantig schauen. Dann hat man seine Ruhe.
Wenn man beim Dreh des öfteren grantig schaut, dann hat man seine Ruhe.

Einer fragt einer antwortet und schon hat man das perfekte Interview im Kasten
Einer fragt, einer antwortet und schon hat man das perfekte Interview im Kasten

Laute Knurrgeräusche stören immer häufiger den Ton. Das Kilometerfresserchen hat Hunger. Ihm dürstet nach frischem Teer. Mit dem Stadtverkehr in Berlin bekommt man es nicht satt. Also ab auf die A9 Richtung Heimat. Dort schlagen wir um 01:00 Uhr auf. Wir müde, das Kilometerfresserchen satt.

Am nächsten Morgen gehts um 9:30 nach Dachau. Das ist nicht weit, ein Appetithappen. Der Dreh ist kurz, wir kommen um 17:00 zurück, freuen uns auf den freien Sonntag.
Aber das Kilometerfresserchen hat schon wieder Hunger…..

Nachtrag: Aktuell füttern wir es wieder ordentlich, es wird noch fett wenn das so weiter geht.

 

Sony hat zugehört – PXW FS7

Hands on nennt man das, wenn Broadcast Firmen neue Spielzeuge zum ersten Anfassen jenseits der Messen präsentieren.
Bei videocation in München gab es so ein “Hands on”. Betatscht werden durfte die brandneue Sony FS7. Offiziell erst am 12. September auf der IBC präsentiert machte sich fast schon eine fiebrige Begeisterung in der Szene breit.

4K – Super 35 EXMOR CMOS Sensor, baugleich mit der Sony F5. Einsatzbereit out of the Box – ohne grosses aufriggen und damit teures Zubehör. Ein Sucher ist dabei und der ist so angebracht, dass man ihn verwenden kann. Verstellbar und scharf. Dazu ein multifunktionaler Handgriff damit das Ding sitzt, bei knapp 2,5 Kg Bodyweight.
Und als Codecs XCDamHD und XAVC letzteres mit 12 Bit. 4:2:2 sowieso.
Feste Zeitlupe mit 180 Bildern pro Sekunde und einer maximalen Auflösung von 4K bei 60fps. Natürlich Vollbilder, mit 4K ist das Halbbild in die Tonne gekippt worden.
Hurra!!
Gespeichert wird auf XQD Speicherkarten – 64 GByte kosten aktuell 200 €.
Das reicht für elf Minuten 4K in bester XAVC Qualität mit 60 fps.
Die Cam hat 2 Slots und es kann parallel auf beide aufgezeichnet werden. Somit wird beim Dreh schon ein Backup mitgeschrieben.

Sony-PXW-FS7
Sony PXW FS7 mit Bedienknubbel am (leider nur mit Werkzeug) verlängerbaren Arm

Zeit sich das Ding anzusehen. Lieber in Equipment investiert, als dass das Geld in der Hauptstadt versickert.

Von Beginn an stellte sich diese “Muss ich haben” Gefühl ein. Die Kamera macht einen guten Eindruck, ist herrlich kompakt ohne zu klein zu sein und der Bedienknubbel an der Stange ist klasse.
Er besitzt neben Record und Zoom noch zahlreiche Assign Tasten und ein Scrollrad, damit lässt sich zumindest bei der aktuellen Firmware die Blende bei Photooptiken einstellen.

Der Preis ist aus meiner Sicht ein Kampfpreis, die theoretischen technischen Daten überzeugen – aktuell steht sie mit Sucher, Griff Fernsteuerung (Bedienknubbel) und Body mit 6800 € netto bei den Broadcast Dealern.
Die FS7 kann im Custom (EB, Rec709) und im CINEMA Mode betrieben werden.
LUTs lassen sich in die Cam importieren und deren “Wirkung” über das Sucher/Monitorbild ausspiegeln.

Als ich die Kamera dann auf die Schulter genommen habe wurde aus dem “Must have” ein “Must wait”

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Die Konstruktion Sucher/Mic Halter war vor Ort nicht stabil zu bekommen, immer wieder verstellte sich die Sucherlage, oder der Sucher kippte weg. Da half auch ein Leatherman nicht. Hier muss Sony dringend was solideres nachschieben, sonst hilft nur Gaffertape. Die Halterung sieht gut aus – ist aber aktuell noch glumpig.
Der ausziehbare Griff ist an sich wunderbar. Er lässt sich aber nur mit einem Werkzeug in der Länge verstellen, es gibt keine Quicklock/unlock Möglichkeit. Ausserdem ist der Griff für Leute wie mich (1.85m) zu kurz. Das ging vor Ort nicht nur mir so. Ist halt von Japanern entwickelt und die sind fragiler.
20-25cm mehr Spiel sollte drin sein. Sony verweist auf den Zubehörhandel…..

Was mich auch noch störte war das Plastikgefühl, das das FS7 Vorserienmodell noch ausstrahlte. Gilt übrigens extrem für die optionale Sony Zoomoptik.
Aber mein Gott, die kostet nur 2400 € – da muss man Abstriche machen. Sie ist kein Handschmeichler. Die Optik lässt sich aber gut bedienen und hat nette Features.

Elektrisches 35-mm-Vollformat-Objektiv mit E-Mount (28-135 mm F4,0 OSS)
Elektrisches 35-mm-Vollformat-Objektiv mit E-Mount (28-135 mm F4,0 OSS)

Vermisst habe ich an der FS7 einen Stromausgang, z.B. D-Tap wie an der PDW700, einfach für das LEDZilla o.ä.
Ausserdem kann die FS7 nur 2 Tonquellen aufzeichnen, entweder über XLR (2x) oder den Hotshoe am Griff mit Sony Funkempfängern. Das ist schade, da sich ja min. 3 Quellen anschliessen lassen und XDCamHD ja 8 Spuren unterstützt. Wieviele Spuren XAVC packt weiss ich nicht. Das mit dem Ton ist schon etwas ärgerlich. Auch wäre ein 3ter XLR Anschluss sicher nicht verkehrt gewesen.
Zudem hat die Kamera noch ein internes Micro im Gehäuse versteckt, aber nutzt man dieses, dann ist ebenfalls ein Audiokanal weniger verfügbar.
Die Audiopegel sind von aussen nicht sichtbar, was die EBler wohl etwas vermissen werden.

Aber es wurde immer wieder betont: Vorserienmodell, Firmware 0.0.1.
Betont wurde auch immer, dass die FS7 beim Chip auf den der F5 zurückgreift.
Für die F5 wird es eng werden, die FS7 ist deutlich preiswerter und für Dokumentarfilmer oder EBler viel besser handlebar. Dort wird sich auch der Markt erst einmal finden.

Wer statt XDCamHD oder 4K XAVC lieber in Apple ProRes aufzeichnen will, der benötigt das XDCA FS7 Erweiterungsmodul.
Das bringt dazu eine Timecode Buchse, Stromaus/eingang, Genlock und einen RAW Ausgang mit. Ausserdem kann ein VMount Akku angeschlossen werden. Bei 19 Watt Leistungsaufnahme dreht man mit einem fetten VMount Akku fast einen ganzen Tag.
Kosten ca. 1800 € netto. Die Montage an der FS7 überzeugt.

Grundsätzlich ist die FS7 die Kamera,  auf die nicht wenige seit Jahren warten.
Das Interesse an der Kamera vor Ort war auch riesig.
Sony hat endlich einmal zugehört. Mussten sie wohl auch mit der Canon C300 (9000€), Blackmagic URSA (5000€), AJA CION (8500€) und Arri Amira (ab 22.000€) sind starke Konkurrenten auf dem Markt. Aber keine der Mühlen ist so Out of the box bedienbar.

Vor Beginn 2015 ist das ganze Paket aus Optik, Cam & V-Mount/ProRes/RAW Modul nicht zu haben, also keine Eile.

Schau mer mal – die FS7-R wird sicher auch bald kommen……

Kommt ganz drauf an, wie man es sieht.

Ich gebe es zu, ich habe noch nie gerne auf Ausstellungen gedreht – Skulpturen ok, aber die Werke eines Malers? Eingerahmte Zeichnungen, Grafiken, Malereien – das war nie meines. Die Farben gehen am TV verloren, das Objekt ist statisch, vom Ersteller als zu betrachtende Gesamtheit angelegt.

Natürlich kann man das auch spannend auflösen – aber da hat meist der Auftraggeber was dagegen. “Man soll es so sehen wie der Besucher”.
Mir ist das oft zu tot.
Auch darf man bei einer Auftragsproduktion nicht die “Verwertungskette” unterschätzen – also wer schneidet das Material. Wichtige Frage – wenn der/die keinen Bock auf unerwartete Einstellungen hat, dann wird nix draus.
Im Gegenteil, man darf sich noch was anhören, von wegen so nimmer!
Es gab einmal das Magazin Polylux aus Berlin – für die Drehen war eine Lust, dann die Cutter gierten nach Material abseits der Norm. Und die waren richtig gut und zauberten, dazu Autoren die jeden Beitrag neu angingen.

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Ein spannendes Bildmotiv (nicht im Bild – ätsch) fesselt die gesamte Crew

Film lebt doch von Bewegung, von Perspektivwechseln und vom Spiel mit dem Objekt und dem Zuschauer.
Film lebt von Perspektiven, die aus der Norm der menschlichen Betrachtung fallen.
Das sind schon so einfache Dinge wie die Position der Kamera.
Und es gibt natürlich Drehs, da kann man fast nichts falsch machen, weil das Motiv, Protagonisten oder die Story schon alles trägt.
Da kommt man in einen Flow und wird mitgetragen.

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Bewegung dorthin bringen wo sich sonst augenscheinlich nichts rührt – in einen Fussboden z.B.

Wenn Motiv/Protagonist/Story keine Selbstläufer sind, dann Kopf hoch.
Wir hatten doch noch nie so viele Möglichkeiten. Dolly und Slider sind erschwinglich, wir haben GoPros und Multicopter. Der Rest ist eine Frage der Perspektive.
Lassen wir uns überraschen.

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=OB4Xx9KiapU?rel=0&w=853&h=480]

Stimmung stimmt

Wann wird beim Dreh ja immer gerne von den Protagonisten gefragt, was denn ein aufregender Dreh war, oder was man denn gerne macht?
Die meisten hoffen auf Promigeschichten, die bei uns aber schon länger zurückliegen. Privat TV ist nicht mehr unser Kerngeschäft und daher können wir höchstens mit Prominenten aus Politik oder Wirtschaft aufwarten, aber was sind die schon gegen eine Klum oder Kardashian.

Ein Dreh ist eigentlich immer dann gut, wenn die Stimmung über den Tag passt.
Sind Leute und Thema interessant, dann kommt Freude auf.

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Die Stimmung macht den Drehtag

Ich persönlich liebe die permanente Abwechslung die unser Job mitbringt.

Wie sang Wader?
“Heute hier morgen dort
bin kaum da muss ich fort

hab’ mich niemals deswegen beklagt. 
Hab es selbst so gewählt, 
nie die Jahre gezählt, 
nie nach gestern und morgen gefragt. “
– das beschreibt die Situation sehr gut.

Wir fahren dort hin wo die Bilder sind und wissen selten genau was uns erwartet.
Und kaum ist alles im Kasten geht es weiter…..

Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.