Uns kann keiner

Nichts bleibt ewig

Gehen wir in das Jahr 2006.
Eine Weihnachtsfeier.

Ein Zusammentreffen der führenden Mobilfunkgerätehersteller.

Die Stimmung ist gut, auch wenn in der Presse immer wieder von einem “next big thing” orakelt wird. Steve Jobs, so liest man, wolle ein Mobiltelefon, ein MacPhone auf den Markt bringen.

Ein Vertreter von Nokia greift genüsslich nach den Schnittchen.

Seit Siemens mobile von BenQ übernommen wurde hat der Platzhirsch einen europäischen Konkurrenten weniger. Neue sind nicht in Sicht.

Am Nebentisch erklärt der Vertreter von Motorola einigen Journalisten, dass Klapphandys gar nicht so leicht zu fertigen sind, immerhin müssten die Verbindungsdrähte abertausende Klappbewegungen ohne knicken überleben. Und in der Fertigung kleiner, hochpräziser Tastaturen, so die COE von Alcatel haben die etablierten Hersteller einen enormen Vorsprung.

Nicht zu vergessen die bunten Wechselcover wirft einer der Finnen ein.

Genial, murmelt der Herr von Maxfield.

Apple – die lediglich KnowHow in klobigen Computertastaturen haben, würden sich da ganz schön umschauen. Letztendlich seien das handschmeichelnde Design und die Tastatur in Verbindung mit einem gut lesbaren, beleuchteten, mehrzeiligen Display das, was ein gutes Handy ausmache. 

Nokia denke bereits darüber nach eine Packung Kleenex nach Cupertino zu schicken.
Für die blutige Nase die sich der geniale Jobs diesmal holen werde.

Plötzlich wird es ruhig im Raum.
Blackberry ist da. Die Kanadier sind sich der Aufmerksamkeit gewiss. Die unangefochtene Nummer eins unter den Business Mobiltelefonen wiegt sogar mehr als Millionen verkaufter Finnenhandys.

Die als kühl geltenden Kanadier brechen in schallendes Gelächter aus, als sie auf das angebliche MacPhone angesprochen werden. Wer bitte will ein Gadget Handy mit Apfel Taste? Die Leute wollen Telefonieren und die etwas hipperen schicken diese SMS von einem Gerät zum anderen.

Endlich taucht auch die Crew von Sony Ericsson auf. Man habe eben noch die Quartalszahlen präsentiert und der Presse einen Ausblick auf das Jahr 2007 gegeben. Ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen. Die nächste Generation der Handys werde noch kleiner und ein SMS Versand an mehrere Empfänger wird möglich werden.
Jubel.
Erste Sektkorken knallen.

Am 09. Januar 2007 präsentiert Apple das iPhone.
Ohne Tastatur klappt es auf Anhieb.

2007 wurde auf der größten Film&Broadcast Messe, der NAB in Las Vegas, der Startschuss für die RED one bekannt gegeben.
Was haben viele gelacht.
Jim Jannard, der Besitzer von Oakley baut jetzt die erste digitale Kamera für Hollywood. Ohne Filmrolle!?!
Dem Kopfschütteln folgte ein Köpfe rollen bei den etablierten Herstellern. Übrig blieben RED und ARRI.

Ach ja – Tesla baut in Brandenburg Elektroautos. Ab 2021. 150.000 Stück pro Jahr.
Wenn dieser grössenwahnsinnige Amerikaner nicht vorher pleite geht. Weil er kann es nicht.

 

 

Das iGerät als Reisekamera und -navi

Sommerzeit Urlaubszeit.
Ich weiss nicht, wie es anderen geht, aber wenn Urlaub, dann Urlaub, das bedeuted, jegliche Kamera, ob Spiegelreflex oder Film, bleibt zu Hause. Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass dann das professionelle sich nach vorne drückt und das Relaxen auf der Strecke bleibt.
Also keine Cam ins Auto oder den Flieger. Alles bleibt da.
Was man aber dabei hat ist ein iGerät, also iPhone, iPod oder iPad, denn eMails will man eben doch checken. Eine gewisse Erreichbarkeit in unserem Job muss sein. Zeitverschiebungen am Urlaubsziel verhindern zumindest zuviel Telefonate, aber auch die Roaminggebühren. Hier ist Skype im Verbund mit dem HotelWIFI Netz natürlich dein Freund.
Auch ich hatte natürlich das iPhone 6 und ein iPad mini im Gepäck – letzteres als Karten- und Navigationsgerätersatz, einfach weil der Bildschirm grösser ist.

iPhone Navi
Will heissen maps.me im Store kaufen, die Karten vom Reiseland lokal herunterladen und dann kann es losgehen.

APP
Screenshot maps.me APP am iPhone

Über das Mobilfunknetz holt sich das iGerät die Position, natürlich nur, wenn im iPad eine SIM Karte ist. Die App läuft aber auch auf dem iPhone.

iPhone Fotoknipse
Das iPhone ist jetzt ein 100%iger Ersatz zu den kleinen Digitalfotokameras. Ausserdem hat das Teil ein nettes, aber mächtiges Feature – die Panoramafunktion des iOS 8 ist wirklich toll.
Alles ohne Stativ – rein aus der Hand geführt kommt man zu überzeugenden Ergebnissen.
Hier drei Beispiele (Im Original haben die Panoramen eine Länge von 8000 Pixeln):

Panaormafoto Grand Canyon National Park AZ
Panoramafoto Grand Canyon National Park AZ
Panaormafoto Motel Pool in Phoenix AZ
Panoramafoto Motel Pool in Phoenix AZ
Panaormafoto vom Plaza am Hollywood Blvd
Panoramafoto vom Plaza am Hollywood Blvd CA

iPhone Filmkamera
Dass man mit dem iPhone auch in HD 1080 25P drehen kann ist klar.
Das iPhone eigene Kamerprogramm ist auch ganz ok. Die Blende ist einigermassen stabil, der Autofocus taugt. Wer deutlich mehr will – dem sei FILMIC empfohlen. Eine knapp 8 Euro teure APP, mit der mann wirklich gut mit dem iPhone drehen kann. Die habe ich zwar drauf, aber für das folgende Beispiel nicht genutzt.
f1

f2
Filmic Pro Screenshot

Die Idee das iPhone doch mal kurz als Cam einzusetzen kam, als ich den Fischern am Hermosa Pier zusah.

Fischer am Hermosa Pier CA
Fischer am Hermosa Pier CA

Da wurde flugs das Abendessen effektiv zusammengefangen.
Also iPhone raus und einige Clips gedreht.

Das iPad als Edit Unit
Und wenn man schon ein iPad mit iMovie drauf dabei hat, dann …. ja ja … ist Urlaub … aber dann schneidet man das eben schnell zusammen und lädt es auf Youtube hoch, damit die Daheimgebliebenen auch was haben.
Natürlich liese sich das alles auch auf dem iTelefon zusammenschneiden, nur das iPad hat eben den grösseren Bildschirm – da artet das nicht so zum Gefummel aus.
Gäbe es da nicht ein Problem. Die Filmclips sind auf auf dem iPhone. Wie bekomme ich die auf das iPad? Was früher ein Ding der Unmöglichkeit war, geht seit iOS8 kinderleicht. Airdrop heisst die Lösung. Also einfach die Clips auswählen und per aktiviertem Airdrop via Bluetooth auf das andere Gerät übertragen.

iMovie am iPad mini

Lange Rede kurzer Film:
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=AML8gqetkdo?rel=0]

 

iFear und die Angst um die Professionalität.

Angst essen Seele auf.
Das Heulen bei uns in der Branche ist immer gross wenn vom iPhone als Kameraequipment die Rede ist. In den USA ist es ja hip auf dem iPhone zu drehen. Die Zubehörinstrie boomt. Über Optiken, Rigs, Drohnen, Tonkits bis hin zu Gimbal Systemen ist alles da.
CH1Aber in Germania?
Hier gilt bei vielen die in der gebührenfinanzierten Medienwelt gross geworden sind immer noch:
Professionell ist nur was teuer ist. Weil, weil, weil – weil es schon immer so war.
Her mit der 50.000€ Cam und der 30.000€ Optik.

Dabei brachte diese Denkweise schon die RED One erstmals ins Wanken.
Die RED One wurde für 10.000 US Dollar damals angeboten. Der Preis war weit vor der Auslieferung fix, von der Cam existierten nur MockUps und viele Gerüchte.

710-00103
RED one – der Beginn einer Revolution

Niemals könne man mit sowas drehen” “Bei dem Preis = Mist
Ich kann mich noch an die Diskussionen erinnern. “Das mit RED wird nix” war die vorherrschende Meinung im technikverliebten Germania. Ein Brillenhersteller wagt sich daran eine Kamera zu bauen – hör mir auf!
Und heute? RED hat sich ein ordentliches Stück Kuchen vom Markt abgeschnitten. Firmen wie Arri, Sony, Panasonic bleibt oft nur der Kaffee beim Kränzchen.

Immer noch (2014) wird argumentiert, dass professionelles Equipment nur dann professionell ist, wenn es ordentllich was kostet.
Die enormen Preise für Film- & Broadcastequipment (wir erinnern uns – eine DigiBeta MAZ kostete seinerzeit fas 100.000 DM) sorgten dafür, dass man unter sich blieb.

Mit dem Wegfall der Laufwerksmechaniken, die einerseits patentrechtlich geschützt und andererseits ja wirklich viel KnowHow beherbergten, änderte sich das über Nacht.
Den Stein ins rollen brachten die filmenden Fotoapparate. Der Umstieg auf bandlose HD Aufzeichnung brachte zudem neue Player.
Heute braucht es einen Chip, eine Elektronik die ihn ausliesst, ein Betriebssystem und ein schnelles Speichermedium – alles mehr oder minder EDV Handelsware.
Die Preise sind im freien Fall und die Innovationszyklen entsprechen denen der Computertechnik.

Gleiches gilt für die Postproduktion.
Das Schnittprogramm FCPX zum Beispiel kostet keine 300 € plus 2000€ für den passenden iMac (1998 habe ich für einen PowerMac mit AVID Elite 95.000 DM gelöhnt), ergo ist es nach konservativer Altprofimeinung ein Spielzeug.
Was natürlich Blödsinn ist. Die Software lässt Avid und Co alt aussehen, sofern man sich auf die neue Denkweise der Entwickler einlässt.
Hier läuft sie seit Beginn und es macht jeden Tag Freude. Vorallem auf dem neuen MacPro ;). Freude machen heisst auch hier Geld einspielen.

Denn, was immer vergessen wird – nicht die Kamera macht die Bilder, die Schnittsoftware den Film, es sind die Köpfe dahinter. Ein guter Mann mit iPhone bringt bessere Ergebnisse als ein Möchtegern DoP an der Alexa oder RED.
Wenn der gute Mann dann natürlich auch noch die besten Optiken, die beste Aufzeichnungstechnik und Postpro hat, dann wird es natürlich noch besser.

Aber – das iPhone/iPad als HD Aufnahmetool halte ich für überlegenswert. Jede Technik findet ihre Nische.
Gerade im aktuellen Bereich der TV Landschaft, die heute von Handhelds wie der PMW200 oder den Panasonic Henkelmännern dominiert wird kann man mit dem iPhone, der richtigen App und einer Aufsatzoptik sehr gute Ergebnisse erzielen.
Wenn es darum geht NEWS schnell umzusetzen – warum nicht mit dem iPhone?

Hase_auf_Ipad
iPad mit iMovie App und Blockbuster – schneiden vertonen versenden

Ich selbst drehe und schneide immer wieder Filmchen auf dem iPad – nur zum Spass bisher. Aber es geht erstaunlich flott. Auch Interviews und Nachvertonungen sind problemlos machbar.

Solange der Kopf die Ideen hat muss der sich keinen um die neue Technik machen.

[polldaddy poll=8064202]

121212 : Pizza Leberkäs

8:30 Abfahrt.
route

9 Uhr Aufbau der Bluebox für diesen Tag. Wieder ein Mittelständler der 2000 Mitarbeiter über den Globus verteilt beschäftigt. Natürlich in China und Mexiko – aber auch in Baden Württemberg. Seine Produkte kennt jeder – einfach edel verpackt.
bluebox2Was da so grell scheint ist die Bluebox und eigentlich blau. Aber das iPhone zeigt das halt nicht, will Apple wohl so.
Wir haben heute nur eine Person in der Box. Dann geht es durch die Firma- Fertigung, Entwicklung, Produkte. Dazwischen Semmeln mit Pizza Leberkäs und Eistee. Alles gut – draussen lauern -12 Grad.
Im Anschluss dann 200 Kilometer in den Nordwesten. Wir kommen gut weg um dann im Tübinger Berufsverkehr fleissig mitzustauen.
Hotel Waldesruh im Schwarzwald wird für die nächsten 2 Tage unsere Heimat sein. Es gibt Wiener Schnitzel mit Pommes.
Morgen geht es um Beschläge – schau mer mal. Abfahrt 08:15.