Candlelight shooting – URSA mini 4.6 K lowlight test

Flow my tears – fliesst meine Tränen.
So geht es einem manchmal, sieht man das Bild, das die ein oder andere Kamera in schwierigen Situationen liefert.
Dazu gehört sicher auch der Lowlight Bereich, schnell beginnen die Bilder unschön zu rauschen, grieselig zu werden.
Lange schon wollte ich die Lowlightfähigkeit der Blackmagic URSA mini 4.6K einmal testen, nicht clean, sondern unter Realbedingungen.
Gerne bei Dunkelheit mit natürlicher Beleuchtung, dazu zähle ich auch das Feuer.
In seiner kleinsten und kompaktesten Form auch als Kerzenlicht bekannt.
Jetzt ergab sich die Gelegenheit in einem Dachgeschoss eines ehemals landwirtschaftlichen Anwesens in Brandenburg.


Equipment

Viel Equipment war nicht vor Ort.
Zum einen war da, wie erwähnt, die Blackmagic URSA mini 4.6K, die die glücklose 4K nun endlich ersetzt.
No more Lines of Horror.

Kleine Anmerkung am Rande, die 4.6K ist um Längen besser als die günstigere 4K. Also wann immer noch Kleingeld da ist, bestellt die 4.6K.

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Dann war da noch ein Sachtler Caddy Stativ und ein Koffer mit Optiken von Walimex 85, 35, 24mm Optiken, Canon EF 24-105 USM und der Tokina Cinema ATX 11-18mm.
Die beiden letzteren kamen für den Dreh auf Grund der mangelnden Lichtstärke (Canon 1:4, Tokina 1:3) nicht in Frage.
Es war stockdunkel des Nachts im Dachgeschoss.
Die Walimex Festbrennweiten verfügen über Lichtstärken von 1:1,4 und 1:1,5 und ich hoffte, dass es reichen würde, denn 23 Teelichter, 2 lange Kerzen, ein 5 flammiger Leuchter und 6 rote Grablichter war alles, was vor Ort als Lichtquelle verfügbar war.

Leider stand uns zu Audioaufnahme nur ein Zoom H4 mit 2 Audiotechnika Richtmikros zur Verfügung, daher ist beim Ton um etwas Nachsicht gebeten. Eine direkte Aufnahme in die URSA brachte ebenfalls kein zufriedenstellendes Ergebnis – ein leichtes Rauschen war dann zu hören.
Aber aus Erfahrung kann ich sagen -> Mikro – Mischer – URSA mini bringt ein hervorragendes Ergebnis. Nur ein Mischer war eben nicht zur Hand.

Das ist nicht optimal bei einem Gitarrenstück, aber für mich hatte die Kerzenscheinaufnahme mit der URSA mini 4.6K Priorität, notfalls hätten wir es auch ohne Ton gemacht 😉

Zudem hatten wir nur einen engen Zeitslot, so dass wir nach dem Aufbau das Stück “Flow my tears” nur drei bis viermal würden spielen können. Letztendlich ergaben sich daraus drei sehr statische Einstellungen bei denen man aber in aller Ruhe die Bildqualität beurteilen kann.


Blackmagic URSA mini 4.6K EF

Aufnahmeformat war UHD 3840×2160 mit 25 fps und dem Codec ProRES 422 HQ.
50 fps hätten schon wieder mehr Licht verlangt. Der Shutter Angle blieb bei 180 Grad unverändert.
Die URSA lief bei dieser Aufnahme noch unter der Software Version 3.3 . Es wurde im “Video” Modus aufgezeichnet.
Die URSA mini verfügt über eine ISO 400/800/1600 Einstellung. Optimiert ist sie angeblich für ISO 800, daher wollte ich auch die Szene bei ISO 800 umsetzen.
Wegen der Kerzen als einzige Lichtquelle habe ich die Farbtemperatur an der Blackmagic auf 2500 Kelvin eingestellt.

 

URSA mini 46


Licht und Ton

Mit den Teelichtern haben wir eine gewisse Grundhelligkeit, einen Leuchtkreis um den Musiker geschaffen. Damit wird auch Tiefe erzeugt.
Die sechs roten Grablichter bringen im Hintergrund etwas Farbe ins Spiel und der 5-flammige Leuchter dient zur seitlichen Aufhellung von Gitarre und Spieler.
Der Gitarrist spielte vom Blatt. Zwei Kerzen beleuchteten die Notenblätter und diese wiederum dienten als Reflektor um Aufhellllicht auf den Musiker zu werfen.

Lichter
Was leider nicht möglich war, das war der Einsatz eines Spitzlichtes. Ich hätte gerne noch ein oder zwei Kerzenständer zur Hand gehabt um das Licht mehr vom Holzboden zu lösen.
Wie sich zeigte, waren die ISO 800 und eine komplett offene Blende den vorherrschenden Lichtverhältnissen gerade gewachsen. Das bestätigte auch ein Blick auf das Histogramm.
Die Belichtungsvorgabe lieferten die Kerzenflammen, denn die durften ja nicht ausbrennen, also überbelichtet sein. Der hohe Dynamikumfang der 4.6K von 15 Blenden kommt einem hier zu Gute.
Gespielt wurde auf einer Ibanez AF125 NT mit einem Benedetto B-6 Tonabnehmer über einen AER Compact 60 Amp. Der Ton dann über den Raum und zwei Audiotechnikas abgegriffen.
Die beiden Audiotechnikas gingen direkt in den ZOOM H4n.
Flow my tears von John Dowland ist ursprünglich ein Stück für Laute und Gesang. Es gibt auch eine Version von Sting, dem ex Police Sänger.

Der Dreh

Ich hatte an der URSA keinen Viewfinder montiert. Einzig der 5 Zoll Ausklappsucher diente zur Bildkontrolle. Um die Schärfe zu finden war einmal mehr die sehr gute Peaking Funktion der URSA mini ein nützlicher Helfer. Letztendlich war es im Raum so dunkel, dass man an der Kamera keine Taste erkennen, noch die Skalen an der Optik ablesen konnte.
Die nahe Einstellung an der Gitarre diente für den Schnitt als Audio- und Syncmaster.
Der Dreh war unkompliziert, das Bild auf dem Monitor schien in Ordnung. War es auch.

Der Clip liegt in YouTube – wichtig, es wurde KEINE Farbkorrektur oder sonstige Bearbeitung am Material durchgeführt.
Das Material kam von der CFast 2.0 Speicherkarte ins Final Cut X, dort wurde geschnitten und dann das Master als mp4 bei YouTube gehostet. Man sieht also das Bild, wie es die Kamera aufgenommen hat.
Das Bild ist in Wirklichkeit natürlich noch besser, da für YouTube ordentlich komprimiert wurde, von 16 GByte auf 0,6 GByte.


Der YT Clip ist maximal in UHD abrufbar.


Unterm Strich sieht das Material sehr gut aus. Kein unangenehmes Rauschen in den dunklen Bereichen.
Schade ist, dass der linke obere Bildbereich gar so dunkel ist – aber wo kein Licht ist, da kann nichts zu sehen sein.
Ich hätte mir einfach noch ein paar Dedos dazu gewünscht.
Aber so hatten wir jetzt ein Set mit 36 Kerzlein und kamen damit zu recht.

Vielen Dank noch einmal an Karl Epp für die Zeit, das Können und das Mitmachen.

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Tokina Cinema ATX Zoom

Und es werden immer mehr. Objektive für Super 35 mm Kameras meine ich.
Tokina hat die CINEMA ATX Serie ja schon zur NAB 2015 angekündigt und was da aus Japan zu uns kommen sollte klang schon mal nicht schlecht. 4K Zoomobjektive für Super 35mm Kameras mit EF oder MFT Mount.
Dazu zählen Cams wie die C100/300 oder alle Blackmagic Produkte wie die URSA, URSA mini oder die BMPC.
Dank MFT passen die Zoomobjektive auch für die GH4 oder die BM Pocket.

Tokina CINEMA ATX Wideangle 11-16 an der BMPC
Tokina CINEMA ATX Wideangle 11-16 an der BMPC 4K

Der günstigste Einstieg in die CINEMA Reihe ist mit gut 1500€ netto das Tokina CINEMA ATX Weitwinkel mit einer Brennweite von 11-16 mm.
Das ergibt einen Zoomfaktor von 1:1.45
Da gerade in diesem Bereich in unserem Bestand eine Lücke klafft war es eigentlich naheliegend die Optik zu bestellen. Geliefert wurde von Teltec etwa 3 Wochen nach Bestellung.

Die Optik wiegt in der EF Variante knappe 700 Gramm und macht dank des Metallgehäuses einen sehr soliden Eindruck. Die CINEMA ATX ist keine 10 cm lang (97,9 mm).
Der Filterdurchmesser beträgt 77 mm, bei einem Gesamtdurchmesser von 84 mm.
Die Ringe für Schärfe, Zoom und Blende laufen absolut smooth und sind alle drei mit einem 0,8er Zahnkranz versehen.

Ein erster haptischer Eindruck ist sehr positiv – die ATX fühlt sich wertig an. Es ist ein schönes Stück optischer Technik made in Japan. Fast wie eine Schneider Optik, Samyang/Walimex Objektive erreichen diesen Eindruck nicht.

Die Optik gibt es von Tokina auch als reine Fotooptik unter der Bezeichnung Tokina 11-16 AF.
Die ist deutlich günstiger aber eben nur bedingt für Bewegtbild geeignet.
Der grosse Unterschied zu den Fotooptiken ist, dass bei der CINEMA ATX Optik die Bildhelligkeit und die Schärfe über den gesamten Zoombereich gehalten werden.
Man kann sich mit dieser Optik auch “Schärfe holen”, wie man es bei 2/3″ Broadcastoptiken gewohnt ist.
Ausserdem ist die Blende manuell über einen Zahnkranz wählbar und die Schärfe hat einen Anschlag.
Automatikfunktionen sucht man dagegen vergebens – braucht man auch nicht.

Über die Bildqualität kann noch nicht viel gesagt werden, dazu aber bald mehr.

Mehr über die Optik gibt es hier in reinstem Oxford English:

See you.

Einer flog über die Autobahn

Und dafür bekommen wir auch noch Geld
Christian Baur hat diesen Satz geprägt und der Hintergrund ist einfach erklärt.
Man hat dann doch immer Jobs die einfach nur Spass machen.
Kurzum, andere würden Geld dafür bezahlen um dabei zu sein.
Seien es Konzerte, Reisen, Türen die sich für uns öffnen oder A-(eher) F Promis.
Auch dieser Tage, bei herrlichem Herbstwetter, war es wieder mal soweit. Für den Discovery Channel ging es nach Esslingen um einen Beitrag über den selbstfahrenden Actros von Mercedes zu drehen.

Highway Pilot - MB Actros
Highway Pilot – MB Actros

Fahrerlos donnert der dank Highway Pilot über die Autobahn.
Und wir mit der Kamera vorneweg. Was gerade auf der A8 schon zu unseren Standarddisziplinen gehört.
Normalerweise VW T5, Mann, Kamera und Stativ in den Kofferraum, Klappe auf, Mühle rausschwenken, Gas geben.
Diesmal auf einem umgebauten Vito mit 600 PS und einem sehr bequemen Sportsitz auf der Ladefläche.

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Mit 600PS im offenen Mercedes über die A8 bei Stuttgart.

Gut verschraubt der Sitz und gut vergurtet der Kameramann.
Mal ehrlich – es ist ein Mordsspass so über die A8 zu fliegen. Wenn man nicht gerade Car2Car dreht, dann winkt man in verblüffte Fahrzeugkabinen hinein.
Gute Laune überall bei 100 km/h.

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Zahnradmanufaktur

Oder ein paar Tage vorher. In einer Getriebefabrik. Kein frischer Fahrtwind, aber rießige Zahnräder die aufs 1000tel genau geschliffen werden. Hat Nachtprogrammcharakter, wenn die sich vor sich hindrehen. Findet nicht jeder sexy, ist aber auf eine unbeschreibliche Art faszinierend.

pure
Warten, wie hier auf den MB Actros,  gehört zum Job – aber in der richtigen Umgebung und mit den richtigen Klamotten ist es auch sehr gesund.

Aktuell mag ich die Draussenjobs natürlich lieber – frische Luft, coole Herbsttemperaturen und selbst das Warten auf das Motiv gleicht einem Wellnesstrip.

Sony hat zugehört – PXW FS7

Hands on nennt man das, wenn Broadcast Firmen neue Spielzeuge zum ersten Anfassen jenseits der Messen präsentieren.
Bei videocation in München gab es so ein “Hands on”. Betatscht werden durfte die brandneue Sony FS7. Offiziell erst am 12. September auf der IBC präsentiert machte sich fast schon eine fiebrige Begeisterung in der Szene breit.

4K – Super 35 EXMOR CMOS Sensor, baugleich mit der Sony F5. Einsatzbereit out of the Box – ohne grosses aufriggen und damit teures Zubehör. Ein Sucher ist dabei und der ist so angebracht, dass man ihn verwenden kann. Verstellbar und scharf. Dazu ein multifunktionaler Handgriff damit das Ding sitzt, bei knapp 2,5 Kg Bodyweight.
Und als Codecs XCDamHD und XAVC letzteres mit 12 Bit. 4:2:2 sowieso.
Feste Zeitlupe mit 180 Bildern pro Sekunde und einer maximalen Auflösung von 4K bei 60fps. Natürlich Vollbilder, mit 4K ist das Halbbild in die Tonne gekippt worden.
Hurra!!
Gespeichert wird auf XQD Speicherkarten – 64 GByte kosten aktuell 200 €.
Das reicht für elf Minuten 4K in bester XAVC Qualität mit 60 fps.
Die Cam hat 2 Slots und es kann parallel auf beide aufgezeichnet werden. Somit wird beim Dreh schon ein Backup mitgeschrieben.

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Sony PXW FS7 mit Bedienknubbel am (leider nur mit Werkzeug) verlängerbaren Arm

Zeit sich das Ding anzusehen. Lieber in Equipment investiert, als dass das Geld in der Hauptstadt versickert.

Von Beginn an stellte sich diese “Muss ich haben” Gefühl ein. Die Kamera macht einen guten Eindruck, ist herrlich kompakt ohne zu klein zu sein und der Bedienknubbel an der Stange ist klasse.
Er besitzt neben Record und Zoom noch zahlreiche Assign Tasten und ein Scrollrad, damit lässt sich zumindest bei der aktuellen Firmware die Blende bei Photooptiken einstellen.

Der Preis ist aus meiner Sicht ein Kampfpreis, die theoretischen technischen Daten überzeugen – aktuell steht sie mit Sucher, Griff Fernsteuerung (Bedienknubbel) und Body mit 6800 € netto bei den Broadcast Dealern.
Die FS7 kann im Custom (EB, Rec709) und im CINEMA Mode betrieben werden.
LUTs lassen sich in die Cam importieren und deren “Wirkung” über das Sucher/Monitorbild ausspiegeln.

Als ich die Kamera dann auf die Schulter genommen habe wurde aus dem “Must have” ein “Must wait”

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Die Konstruktion Sucher/Mic Halter war vor Ort nicht stabil zu bekommen, immer wieder verstellte sich die Sucherlage, oder der Sucher kippte weg. Da half auch ein Leatherman nicht. Hier muss Sony dringend was solideres nachschieben, sonst hilft nur Gaffertape. Die Halterung sieht gut aus – ist aber aktuell noch glumpig.
Der ausziehbare Griff ist an sich wunderbar. Er lässt sich aber nur mit einem Werkzeug in der Länge verstellen, es gibt keine Quicklock/unlock Möglichkeit. Ausserdem ist der Griff für Leute wie mich (1.85m) zu kurz. Das ging vor Ort nicht nur mir so. Ist halt von Japanern entwickelt und die sind fragiler.
20-25cm mehr Spiel sollte drin sein. Sony verweist auf den Zubehörhandel…..

Was mich auch noch störte war das Plastikgefühl, das das FS7 Vorserienmodell noch ausstrahlte. Gilt übrigens extrem für die optionale Sony Zoomoptik.
Aber mein Gott, die kostet nur 2400 € – da muss man Abstriche machen. Sie ist kein Handschmeichler. Die Optik lässt sich aber gut bedienen und hat nette Features.

Elektrisches 35-mm-Vollformat-Objektiv mit E-Mount (28-135 mm F4,0 OSS)
Elektrisches 35-mm-Vollformat-Objektiv mit E-Mount (28-135 mm F4,0 OSS)

Vermisst habe ich an der FS7 einen Stromausgang, z.B. D-Tap wie an der PDW700, einfach für das LEDZilla o.ä.
Ausserdem kann die FS7 nur 2 Tonquellen aufzeichnen, entweder über XLR (2x) oder den Hotshoe am Griff mit Sony Funkempfängern. Das ist schade, da sich ja min. 3 Quellen anschliessen lassen und XDCamHD ja 8 Spuren unterstützt. Wieviele Spuren XAVC packt weiss ich nicht. Das mit dem Ton ist schon etwas ärgerlich. Auch wäre ein 3ter XLR Anschluss sicher nicht verkehrt gewesen.
Zudem hat die Kamera noch ein internes Micro im Gehäuse versteckt, aber nutzt man dieses, dann ist ebenfalls ein Audiokanal weniger verfügbar.
Die Audiopegel sind von aussen nicht sichtbar, was die EBler wohl etwas vermissen werden.

Aber es wurde immer wieder betont: Vorserienmodell, Firmware 0.0.1.
Betont wurde auch immer, dass die FS7 beim Chip auf den der F5 zurückgreift.
Für die F5 wird es eng werden, die FS7 ist deutlich preiswerter und für Dokumentarfilmer oder EBler viel besser handlebar. Dort wird sich auch der Markt erst einmal finden.

Wer statt XDCamHD oder 4K XAVC lieber in Apple ProRes aufzeichnen will, der benötigt das XDCA FS7 Erweiterungsmodul.
Das bringt dazu eine Timecode Buchse, Stromaus/eingang, Genlock und einen RAW Ausgang mit. Ausserdem kann ein VMount Akku angeschlossen werden. Bei 19 Watt Leistungsaufnahme dreht man mit einem fetten VMount Akku fast einen ganzen Tag.
Kosten ca. 1800 € netto. Die Montage an der FS7 überzeugt.

Grundsätzlich ist die FS7 die Kamera,  auf die nicht wenige seit Jahren warten.
Das Interesse an der Kamera vor Ort war auch riesig.
Sony hat endlich einmal zugehört. Mussten sie wohl auch mit der Canon C300 (9000€), Blackmagic URSA (5000€), AJA CION (8500€) und Arri Amira (ab 22.000€) sind starke Konkurrenten auf dem Markt. Aber keine der Mühlen ist so Out of the box bedienbar.

Vor Beginn 2015 ist das ganze Paket aus Optik, Cam & V-Mount/ProRes/RAW Modul nicht zu haben, also keine Eile.

Schau mer mal – die FS7-R wird sicher auch bald kommen……

Wenn’s mal wieder länger dauert…..

“Ein Fernsehteam im Haus ist wie dreimal abgebrannt” – den Spruch gibt es seit den 80ern. Und er war früher wohl eher verständlich als heute im ReinRaus Geschäft. In jener Zeit, als die Kameras noch lichtschwach und die Aufzeichnungstechnik noch beeindruckende Ausmasse annahm.
Möbel umstellen, Fenster verhängen, Kabel ziehen, Scheinwerfer aufstellen, Stativbeine verankern.
Wehe die Kabeltrommel war nicht komplett abgerollt, dann dauerte es nicht lange bis die Sicherung flog und alle auf den Assistenten fluchend im Dunkeln standen.

Das ist ziemlich vorbei – man hat ja auch keine Zeit mehr. Es muss flott gehen, was aber nicht immer funktioniert. Wobei “flott” ein jeder etwas anders definiert.

Kameramann-und-Käfer
Man dreht was geht

Und so waren auch wir vor kurzem in einer Arztpraxis zu gange und drehten und interviewten und drehten einen Arzt mit einem ausgewählten Patienten.
Kurzum, wir machten das, was TV immer macht, wir hielten die Leute von ihrer eigentlichen Arbeit ab.
Das führte dazu, dass sich das Wartezimmer langsam aber stetig mit terminhabenden Patienten füllte die auch gerne mit dem Arzt einige Minuten verbringen wollten.
Wenn nun ein Kamerateam 60 Minuten am Stück mit einem Arzt herumbildert, dann ist am Ende das Wartezimmer proppenvoll und die Stimmung dort leicht gereizt, in unserem Fall explosiv.

Die Stimmung unter den wartenden Patienten war so dermassen doppelplusungut, dass uns ein Nebeneingang geöffnet wurde und wir unerkannt und unverkloppt zum Teamfahrzeug schlendern konnten.

Dabei waren wir doch nur 60 Minuten am Herumdoktoren – ich denke das war ganz schön flott…

Einer drohnt über dem Geschehen

Es war ja nur eine Frage der Zeit.
Begonnen hat doch alles mit den DV Kameras – gute Bildqualität, preiswert und im Verhältnis zu einer BetacamSP Sony 300er irrsinnig kompakt und billig. Schnell fanden miniDV Kameras ihren Weg ins EB Equipment.
Als 2te Mühle, wenn es eng wurde, oder für besondere Einstellungen. Ich erinnere mich da vor allem an Fluggeräte – also bei der Piper oder dem Eurofighter im Cockpit, an den Kufen eines Rettungsheli.

Dann kam die GoPro und ihre Konkurrenten. Bei machdas haben wir die ContourHD GPS, winzig und einfach klasse bei Bildqualität und Funktionalität.
Unkaputtbar im Unterwassergehäuse.
Und jetzt?

DJI
Quadrocopter – first flight

Jetzt geht es in die dritte Dimension, die Höhe. Der Quadrocopter findet seinen Weg ins normale Teamequipment – ok – optional. Kostet extra, wie die Contour.
Der Quadrocopter, gerne benannt als Drohne, bietet neue Perspektiven, ist dabei aber schnell einsatzbereit und wenn man motorisch nicht komplett daneben liegt, auch gut zu bedienen.
Wir haben jetzt einen und fliegen das Teil und uns gerade ein.

Die HD Kamera hängt an einem Gimbal und wird erstaunlich gut fixiert. Eine nachträgliche Bildstabilisierung ist eigentlich nicht mehr notwendig.
Im Einsatz dröhnt die Drohne einem übrigens das Trommelfell zu. Die Rotoren sind sehr laut und erzeugen das Geräusch eines sehr sehr wütenden und sehr sehr grossen Hornissenschwarms.

Phantom im Anflug

Daher ist sie nicht so universell einsetzbar wie eine kleine Kamera.
Im Film hört man nichts davon, da die Cam keinen Ton aufzeichnet – was eh sinnlos wäre.
Grundsätzlich ist auch das Überfliegen von Menschenmassen, wie beim Public Viewing, nicht erlaubt. Der Haupteinsatz dürfte damit im Industrie / Sport / BusinessTV Bereich liegen.

Wichtig: Eine Drohne/Quadrocopter muss Haftpflichtversichert werden, sonst naht Ärger. Damit produziert das neue Gadget laufende Kosten von ca. 200€ pro Jahr im professionellen Einsatz.
Ausserdem gibt es Bundesländer, da sind Drohnen/Quadrocopterflüge ohne Genehmigung komplett verboten. Mein Gruss geht hier rein zufällig nach Hamburg.

www.machdas.de

Die Lichtgestalt flackert

Am 07.01.1994 wurde Franz Beckenbauer Trainer beim FC Bayern München. Das blieb er dort bis zum 30.06.96.
Dem voran gingen natürlich erst einmal Gerüchte in den Sport- und Fernsehredaktionen – “Beckenbauer wird Trainer…?!”.
Das war in der Zeit vor dem Internet und auch das Handy war noch nicht so verbreitet. Die Nachrichtenagenturen und deren Tickermeldungen versprachen noch die alleinige Wahrheit zu verbreiten.

Und ich? Ich hatte in diesen Tagen meine ersten Einsätze als Kameramann.
Lange war ich Kameraassistent gewesen und am Tage als es klar wurde, dass Beckenbauer bei den Bayern unterschreibt, war mein erster alleiniger Drehtag als eigenverantwortlicher EB Kameramann.
Damals bei SAT.1″ Wir in Bayern” im Auftrage von Radio Tele 1, mit BetaSP und in vierzudrei.

Natürlich wurden wir losgeschickt mit dem Auftrag, nicht ohne Beckenbauer Interview zurückzukommen. Parallel rückten Teams von RTL, BR und ZDF aus.
Der typische Newswettlauf, der mein Leben fast ein Jahrzehnt bestimmen sollte, begann. Unsere Redakteurin war fix und gegen Mittag fand sie jemanden, der jemanden kannte, der jemanden kannte.
Und der wusste:
In Kitzbühl sollte er sein, in einem Ferienhaus.

Dann ging es los ins winterliche Kitzbühl – ohne Navi, das gab es ja noch nicht – aber die Strecke war bekannt, das Auto ein Allrad und Strassenkarten, sowie ein sogenannter Shell Auto-Atlas mit an Bord.
So einen Shell Auto-Atlas muss man sich als farbig ausgedrucktes stimmloses Navi vorstellen.

Wir waren das einzige Team das diese Spur verfolgte, alle anderen, so erfuhren wir aus Gesprächen waren irgendwo in und um München unterwegs. Da gab es Gerüchte der Kaiser wäre in der Stadt.

Unser Wagen stoppte direkt am verschneiten Ferienhaus, ich weiss noch Wald links, Haus aus Holz und glatter Schnee überall.
Keine Name am Türschild.
Weissabgleich, frischer NP1 Akku für Power, 30 min Band drin, Mühle auf die Schulter, Angel nach vorne.

Klingeln.
Warten.
Erneut klingen.
Noch mehr warten.
Nichts.

Wir waren am Einpacken als ein Herr mit Langlaufski ums Hauseck kam.
Der Beckenbauer.
Es folgte eine kurze, äusserst freundliche Begrüssung. Warum wir da waren, das konnte er sich ausmalen und dann gings ins Haus, weil draussen kalt.

Wir haben das Interview gemacht, ich war echt nervös – erster Tag und es war klar, dass alle Sender ihren Teil vom Material haben wollten.
Aber alles lief gut.

Das ist jetzt über 20 Jahre her und mit dem Beckenbauer ist man älter geworden. Aus dem Franz wurde der Kaiser und dann die Lichtgestalt.
Und jetzt? Jetzt flackert er einwenig. 90 Tage ist er von der FIFA ausgeschlossen wegen Korruptionsvorwürfen. Der Franz. Die Lichtgestalt.
Und es sind bestimmt Kollegen wieder hinter ihm her – ob die Begrüssung auch so freundlich wird wie 1994?
Er wird es überstehen, ich wünsche es ihm.

Auf Uli H. traf ich übrigens erstmals ein Jahr vor Beckenbauer, das verlief anders. Dem Herrn H. wünsche ich daher auch eine besinnliche Zeit in Landsberg…….

2k – 4k – 6k vergesst es, die Revolution hat einen neuen Namen

Wir machen uns ja mehr Gedanken um die Pixeldichte der kommenden Kameras als um den Stoff, der damit produziert werden soll.
Entsprechend befindet sich das Fernsehen inhaltlich auf einer rasanten Talfahrt.
Die Rundfunkmilliarden werden von einem enormen Wasserkopf aufgefressen und bei der eigentlichen Produktion wird gespart bis es nicht mehr geht.

Aber dazu ein anderes mal. Die guten Filme sind heute im Web – auch wenn es Werbung ist, und da bin ich über eine revolutionäre neue Kamera gestolpert. Vergiss die Red Dragon, vergiss ARRI. Sony, Canon und Panasonic brauchen ihre Fertigungsstätten nach dem Wochenende erst gar nicht mehr zu öffnen.

Die Walley POS86 ist der Wahnsinn. Ein Must Must Have der Branche.
Wahre Innovationen reifen oft im kleinen heran und überrollen dann den ahnungslosen Markt von allen Seiten.
Gegen die Walley POS86 wirken die bisherigen Platzhirsche wie Muntjaks gegen Rotwild.
Schon das Vieroptiksystem oder die voreingestellten Bildpresets – warum ist das niemandem bisher eingefallen? Hier der Film zur Walley POS86

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