Uns kann keiner

Nichts bleibt ewig

Gehen wir in das Jahr 2006.
Eine Weihnachtsfeier.

Ein Zusammentreffen der führenden Mobilfunkgerätehersteller.

Die Stimmung ist gut, auch wenn in der Presse immer wieder von einem “next big thing” orakelt wird. Steve Jobs, so liest man, wolle ein Mobiltelefon, ein MacPhone auf den Markt bringen.

Ein Vertreter von Nokia greift genüsslich nach den Schnittchen.

Seit Siemens mobile von BenQ übernommen wurde hat der Platzhirsch einen europäischen Konkurrenten weniger. Neue sind nicht in Sicht.

Am Nebentisch erklärt der Vertreter von Motorola einigen Journalisten, dass Klapphandys gar nicht so leicht zu fertigen sind, immerhin müssten die Verbindungsdrähte abertausende Klappbewegungen ohne knicken überleben. Und in der Fertigung kleiner, hochpräziser Tastaturen, so die COE von Alcatel haben die etablierten Hersteller einen enormen Vorsprung.

Nicht zu vergessen die bunten Wechselcover wirft einer der Finnen ein.

Genial, murmelt der Herr von Maxfield.

Apple – die lediglich KnowHow in klobigen Computertastaturen haben, würden sich da ganz schön umschauen. Letztendlich seien das handschmeichelnde Design und die Tastatur in Verbindung mit einem gut lesbaren, beleuchteten, mehrzeiligen Display das, was ein gutes Handy ausmache. 

Nokia denke bereits darüber nach eine Packung Kleenex nach Cupertino zu schicken.
Für die blutige Nase die sich der geniale Jobs diesmal holen werde.

Plötzlich wird es ruhig im Raum.
Blackberry ist da. Die Kanadier sind sich der Aufmerksamkeit gewiss. Die unangefochtene Nummer eins unter den Business Mobiltelefonen wiegt sogar mehr als Millionen verkaufter Finnenhandys.

Die als kühl geltenden Kanadier brechen in schallendes Gelächter aus, als sie auf das angebliche MacPhone angesprochen werden. Wer bitte will ein Gadget Handy mit Apfel Taste? Die Leute wollen Telefonieren und die etwas hipperen schicken diese SMS von einem Gerät zum anderen.

Endlich taucht auch die Crew von Sony Ericsson auf. Man habe eben noch die Quartalszahlen präsentiert und der Presse einen Ausblick auf das Jahr 2007 gegeben. Ein Ende des Wachstums ist nicht abzusehen. Die nächste Generation der Handys werde noch kleiner und ein SMS Versand an mehrere Empfänger wird möglich werden.
Jubel.
Erste Sektkorken knallen.

Am 09. Januar 2007 präsentiert Apple das iPhone.
Ohne Tastatur klappt es auf Anhieb.

2007 wurde auf der größten Film&Broadcast Messe, der NAB in Las Vegas, der Startschuss für die RED one bekannt gegeben.
Was haben viele gelacht.
Jim Jannard, der Besitzer von Oakley baut jetzt die erste digitale Kamera für Hollywood. Ohne Filmrolle!?!
Dem Kopfschütteln folgte ein Köpfe rollen bei den etablierten Herstellern. Übrig blieben RED und ARRI.

Ach ja – Tesla baut in Brandenburg Elektroautos. Ab 2021. 150.000 Stück pro Jahr.
Wenn dieser grössenwahnsinnige Amerikaner nicht vorher pleite geht. Weil er kann es nicht.

 

 

Raum auf Rädern.

Weltumrunder T5.2 Caravelle 2.0 CR 102 PS Euro5

6,94 mal hat es der T5 Caravelle um die Erde geschafft.
278.000 Kilometer in nicht ganz acht Jahren. Drei Wasserpumpen samt Zahnriemen, AGR, Abgassensor, eine Batterie, Bremsscheiben und je drei Sätze Reifen brauchte es dazu.
Geschätzt 22000 Liter Diesel wurden in Mobilität, Wärme, Feinstaub, NoX und C02 umgewandelt.
In der ganzen Zeit blieb er nur ein einziges mal liegen – bei 272.000 km, mit defekter Wasserpumpe. Ausgerechnet in Italien. Danke an die BWLer von VW.
Und er läuft immer noch wie ein Uhrwerk, nur fährt ihn jetzt ein anderer bis zum Mond.

Ein Teamwagen ist kein Traumwagen.

Es war Zeit für einen neuen Wagen – natürlich eine Bus, natürlich ein Diesel. Es gibt weder batterie-, noch wasserstoffgetriebe Fahrzeuge in dieser Klasse und ein Benziner ist wirklich keine Alternative.

Aber was für einen? Ein T6?
Der Motor ist jetzt (leider) ein anderer. Euro 6. Bald kommt der T6.2 mit Euro6 dtemp.
Denn aktuell hat VW immer noch Abgasprobleme mit dem T6 Dieselmotor.
Über ein Jahrzehnt Betrug statt Forschung rächen sich jetzt.
Die Grundkarosse des T6 ist seit 2004 auf dem Markt und was Crashverhalten und innere Sicherheit (Airbags) angeht nicht mehr up to date.

Alternativen zum T6 gibt es mittlerweile genug. Ford Tourneo Custom.

Daher setze ich nach drei VW Caravelle diesmal bei der Marke VW aus.
Es gibt von Ford, Mercedes, Hyundai, Nissan, Citroen, Peugeot, Opel und Toyota genug modernere Alternativen.

Hyundai H1 – Der Bus aus Korea

Was macht einen idealen Teamwagen aus?

Da wäre zuerst Platz, dann Platz, Platz und ganz wichtig ist Platz.
Platz für mindestens drei Leute.
Platz für Equipment, Platz für Reisegepäck und nicht zuviel Platz wenn man das Auto in Innenstädten abstellt.
Dann spielt auch die Höhe eine Rolle, denn 1.90m und darunter machen den Van Parkgaragen tauglich.
Natürlich muss der Wagen die Abgasnorm “Euro6 dtemp” erfüllen, nicht dass man in Berlin Schnappatmung bekommt.

Was wird es?

Volkswagen T6.1 – Facelift vom Facelift, sehr teuer. hoch (>1.94m)
Ford Tourneo Custom – zu wuchtig, hoch (>1.97m)
Mercedes V-Klasse – zu lang (>5m), Facelift vom Facelift, teuer, Heckantrieb
Hyunda H1 – zu lang (>5m), Heckantrieb
Nissan NV200 – hässlich, zu klein
Volvo XC90 – leider, leider zu klein (ist ja auch kein Bus, aber sehr schön)

Valenciennes statt Hannover.

9.65 Quadratmeter Fläche muss man mindestens frei haben um einen Spacetourer/Traveller/Proace/Zafira Life darauf zu Parken.


Der im französischen Valenciennes gebaute Bus von PSA/Toyota ist mit 4.95m Länge nur 5cm länger als der T5/6 und damit immer noch gut in Städten parkbar, aber er ist nur 1.90 hoch und geht in jede Parkgarage.
Ausser in Köln, da gibt es mindestens eine mit 1,80 Meter.
Die Entscheidung fiel trotzdem nicht leicht.

Warum ist der Spacetourer ein guter Teamwagen?

Citroen Spacetourer HDI 177 PS Euro 6 DTemp

Man bekommt verdammt viel Auto für sein Geld.
Dabei zählen alleine die Angebote in diesem Internet, die weit unter den offiziellen Listenpreisen liegen.
Die Ausstattung liegt dabei weit über der eines T6 mit vergleichbarem Preis.

Fahrzeuge mit Abstandtempomat, 2-Zonen Klimaautomatik, Automatikgetriebe, 177 PS, 2 Liter Hubraum, 6 Airbags, Sitzheizung, variabler Bestuhlung, metallic, Apple Car Play, PDC&Rückfahrkamera sind schon für weit unter €30k netto zu bekommen.
Neben ausreichend Platz hat der Spacetourer einige sehr pfiffige Details die im Alltag nützlich sind.

Zum einen hat er Becherhalter über das ganze Fahrzeug verteilt.
Mir ist es ehrlich egal ob einem Auto ein Längsbaukasten oder ein Querbaukasten als Plattformkonzept zu Grunde liegt, ich brauche einen Abstellplatz für meinen Kaffeebecher.
Ich brauche erreichbare Ablagen in grosser Zahl und Lehnen an den Sitzen, eine automatische Klimaanlage und einen Tempomat.
Wer öfter weite Strecken am Stück zu zweit oder dritt fährt, der weiss wie wichtig das alles ist. Du lebst im Auto.
Ebenfalls hat der Spacetourer vier 12V Anschlüsse verteilt im Fahrgastraum, dann noch einen 220V Anschluss hinter dem Beifahrersitz.
Ein Tischchen für die hintere Sitzreihe fehlt ebensowenig wie eine praktische Taschenlampe im Heck. Natürlich gibt es USB Anschlüsse und Android/Apple Konnektivität.
Dank den per Schienensystem verschiebbaren Sitzen lässt sich der Innenraum frei umgestalten.
Der Van wiegt nur 1750 kg und kann eine Tonne zuladen, mit einer AHK 2500 kg ziehen.

Was ich jetzt schon mag?
Die hochklappbare Heckscheibe bei geschlossener Heckklappe. In Verbindung mit der Schiebetür ideal für Car2Car Drehs.

Eigens aufklappbare Heckscheibe. Nie mehr Angst aus dem Auto zu fallen bei Car2Car Drehs.

Wartungsintervalle von 50.000 km oder 2 Jahren und ein angeblicher Verbrauch von unter 7 Litern bei immerhin 177 PS halten die Kosten unten.
Er hat noch eine echte Handbremse mit Seil und KEINE Connectivity on Board, sprich Internet im Auto. Er meldet also nicht ständig dem Hersteller oder anderen wie, was , wo warum und wasweissich.
Leider hat er auch nur zwei Jahre Garantie. Die Koreaner trauen sich mehr.
Was ich nicht mag – die Start Stop Automatik, aber da kommt man ja nicht mehr drum herum. Sie lässt sich zwar deaktivieren, aber nicht dauerhaft.

Aber VW ist Qualität und die Franzosen können nur Baguette!!!

Jein – der obige T5.2 (2.0 CR) ist sehr gut gelaufen. Ein paar Roststellen hatte er schon und jedes Jahr musste er wegen irgendwas in die Werkstatt. Was bei VW oft richtig Geld kostet. Vierstellig.
Der T5.1 (1.9 TDI) davor war eine Katastrophe und der beste Freund der Werkstatt. Dreimal blieb der Bus liegen, erreichte 200.000 km Laufleistung, dann ging es in den Export.
Parallel fahre ich seit über 20 Jahren Citroen Berlingo ohne Probleme.
Kein Rost, kein Liegenbleiber und wesentlich günstigere Wartungskosten. Auch diese Autos haben über 200.000 km auf dem Tacho.

Letztendlich kaufen alle bei den drei grossen Zulieferern ein und entscheidend ist dann die Qualitätskontrolle bei der Fertigung in Nordfrankreich.
Und da läuft der Spacetourer mit dem Schwestermodell von TOYOTA vom Band.
Also schauen wir einfach mal wie es wird.

Bedrohung, Chaos, Katastrophen allerorten

Schlimm – ganz schlimm

Klimakatastrophe, Flüchtlingskrise, Bahnchaos.
Schlimm, schlimmer, am schlimmsten trifft es immer uns im deutschen Land.
Nichts klappt mehr, wir haben schon wieder Angst vor der Zukunft.

Spoiler vorneweg: Der Planet wird sich weiterdrehen – mit oder ohne uns.

Wo ist da das Chaos?

Das Chaos [ˈkaːɔs] (von altgriechisch χάος cháos) ist ein Zustand vollständiger Unordnung oder Verwirrung – sagt Wikipedia

Am 24. Juli saßen 30.000 Passagiere am Amsterdamer Flughafen fest. Laut Medien wurde der Airport Shiphol ins Chaos gestürzt. Auf herangeschafften Feldbetten mussten die Leute übernachten.
So what? Es gab ein Problem und es gab eine Lösung. Vielleicht nicht die komfortabelste, aber es ist keiner verhungert, in der Hitze verendet oder fiel marodierenden Räuberbanden zum Opfer.

Kaum schneit es haben wir ein Winterchaos, meist, weil immer noch genug Sommerreifentrottel das Auto bewegen.
Es gibt auch keinen einfachen Regen mehr, nein es muss schon Starkregen sein der da herniederprasselt und immer die gleichen Unterführungen in kleine Teiche verwandelt.
Kippt ein Baum auf eine Strasse, dann wird er von 15 verschiedenen Perspektiven fotografiert und schon glaubt man, der Schwarzwald läge auf der A86.
Stop, die wurde ja nie gebaut. Deshalb wahrscheinlich.

Etwas mehr Entspanntheit täte uns da allen gut.
Es schneit? Es könnte glatt sein und ich sollte Auto fahren können, sonst bleibe ich zu Hause.
Der Flieger fliegt nicht? Super. CO2 gespart.
Ich stehe im Stau? Man kann ins Lenkrad beissen und ums Auto rumpelstilzen, oder Hörbuch rein und sich freuen, dass man nicht die Ursache ist.

Alles ist so katastrophal.

Eine Katastrophe (altgriechisch καταστροφή katastrophé „Umwendung“, aus κατά katá „herab-“, „nieder-“ und στρέφειν stréphein „wenden“) ist ein folgenschweres Unglücksereignis.
Oft wird der veraltende Begriff Verheerung als synonym angesehen.

Der Tsunami 2004 war eine echte Katastrophe. Die Betroffenen hatten keine Chance zu reagieren. Verheerend.

Die Klimakatastrophe?

Da haben wir mächtig Angst vor und müssen deshalb das Klima retten, zumindest das deutsche.
Klingt ganz so, als wäre das Klima vom Aussterben bedroht. Dieses Klima gibt es seit es die Erde gibt und es wird es auch weiter geben.
Dem Klima ist es völlig egal ob wir mit Dieselgolf oder E-Tesla zum Discounter fahren um billigste Güter aus aller Welt einzukaufen.
Im Moment als ich diesen Text eintippe haben wir 37.5 Grad im Lande – die Anzahl der verkauften Klimageräte erreicht laut Handel einen neuen Rekord.
Was wir zu retten versuchen ist unsere privilegierte Art zu leben.

Da bringt auch eine offene Tür keine Abkühlung. Schlimm.

Wie macht man das?
Wie man das in Deutschland immer macht, mit Geld und Scham.
So macht man Benzin/Diesel zum Beispiel einfach 15 cent teurer und fliegt nur noch mit sehr schlechtem Gewissen (Flugscham) von München nach London zum Shoppen.
Oder man zahlt und fliegt mit gutem Gewissen – Ablasshandel nannte man das früher und es klappte prächtig.

Knapp 40 Euro und alles ist gut.

Wenn man Geld spendet kommt man damit mit bestem Gewissen in die entlegensten Regionen dieser Erde.

Gnadenlos ehrlich – Die PARTEI

Das kann man natürlich ausbauen – kauft man z.B. Organic-Tomaten aus Mittelamerika, dann einfach pro Kilo einen Betrag X über eine APP spenden und alles ist gut. APPs sind eh gut.
Eventuell reicht auch ein Daumen hoch. Yeah!

Zertifikathandel für alle.

Oder wir beginnen, wie die Staaten, uns gegenseitig Zertifikate zu verkaufen.
Oma hat kein Auto und erzeugt daher kein Diesel/Benzin-CO2. Ich selbst will einen V8 5.7ltr Cadillac.
Jetzt verkauft mir Oma ihr “Null” CO2 Zertifikat und schon fahre ich völlig unbeschwert CO2 reduziert in die Innenstädte dieses Landes.
Was bringt das?
Es bringt die Sicherheit, dass wir weiter so leben können wie bisher.
Auf Kosten anderer Nationen und Regionen, auf Kosten des Planeten.
Konsumscham stände uns gut zu Gesicht.
Frag dich im Laden/Online Shop ehrlich “Brauch ich den Scheiss wirklich auch noch?”

Aber alles ist so schlimm!

Erinnern wir uns an die erste Futterkrise.
Damals als der  Mensch die Höhle verliess um wenig später als Säbelzahntigerhappen zu enden?
Bestimmt stürzte dies die gesamte Höhlencommunity in absolutes Chaos.
Da es damals weder Geld noch Zertifikate gab enschloss man sich schlichtweg eine reale Lösung zu finden.

Wir regen uns viel zu sehr auf und das verstellt uns den Blick auf Lösungen.
Bei den Flüchtlingen sahen zu viele nur Krise und Chaos. Wir sahen gar nicht was da zu uns kam – Menschen.
Einerseits Menschen die keine Lust darauf hatten in Kriegen, die sie nicht zu verantworten hatten, zu verbluten und andererseits Menschen die in jene gelobten Regionen aufbrachen, in die, die in ihren Heimatregionen produzierten Güter und Rohstoffe seit Jahrzehnten verschwanden.
Dort musste es doch wunderbar sein.
Was unterscheidet denn einen Deutschen in Bremerhaven im Jahre 1870 von einem Nigerianer 2019 an der lybischen Küste?
Beide wollen in eine neue, scheinbar bessere Welt aufbrechen, weil zu Hause die Mäuler nicht mehr gestopft werden können.

Und was haben wir? Aaaaaangst (*). Und wählen Angst fressen Denken Parteien.
Ich sage nicht, dass es einfach ist – aber es ist auch für uns eine Chance.
Jede Krise muss auch als Herausvorderung angesehen werden.
Das konnten wir Deutschen früher doch mal ganz gut. Meine Jugend war geprägt von Zuversicht und Neugier auf das was da kommt.
Wegschauen und Angst haben bringt nichts.
Die Höhlenmenschen konnten noch soviel wegsehen – der Säbelzahntieger blieb. Und er war hungrig.
Krisen erfordern Lösungen und da tun wir uns in unserem fetten, überregulierten, schwerfälligen System sehr schwer.

Open Fridge Day

Haben wir kein schönes Klima, fahren wir ganz sofort nach Lima aus Sommersprossen von UKW Ende der 80er und dazu passend “Ich möchte ein Eisbär sein, im kalten Polar” von Grauzone 1981.

Das kalte Polar wird dann doch immer wärmer und der Eisbär seines Lebensraums beschränkt.
Er ist das Symboltier der Klimakatastrophe.
Aber der grosse Bär wäre auch ohne Klimaerwärmung in den nächsten Jahren arm dran. Die Menschheit wächst und auch entlegene Regionen werden plötzlich interessant.
Zudem gibt es unter den Tatzen des Bären Rohstoffe. Darunter Erdöl.
Wer jetzt gleich wieder nach Verbrennerverbot schreit – das hilft dem Bären wenig.

Erdöl ist zum Beispiel in Bodylotion, Mascara & Duschgel. Drei Dinge, die die Menschheit unbedingt zum Überleben benötigt.

Dann ist es in Waschmittel, Seife, Haarspray, Zahnbürste, Autositz (auch Emobil), PVC-Fußboden, Eimer, Folien, Matratzen, Kreditkarten, Computergehäusen, Displays, Farben, Tüten, Fensterrahmen, Vaseline – die Liste ist endlos. (Quelle taz). Abgesehen von dem ganzen Verpackungswahn.

Aber noch ist Zeit und Gelegenheit Solidarität zu zeigen und dem Bären, oder hier besser den Pinguinen, nah zu sein. Zum Beispiel als besorgter Passagier auf der MS Roald Amundsen.

Dem Eis beim Schmelzen nahe sein.

Gelebter Katastrophentourismus. Nach mir die Schmelze.
Ich hoffe es gibt an Bord keine Strohhalme für die Drinks.

Fehlt noch folgender Vorschlag: Wenn sie etwas tun möchten, dann öffnen sie an heissen Tagen Ihren Kühlschrank – oder die Welt macht das zusammen und feiert einen Open Fridge Day.
Kalte Luft gegen die Klimaerwärmung. Daumen hoch. Like.
Dann tanken Sie noch Ihren etron – eine Füllung entspricht dem Jahresverbrauch eines Durschnittskühlschrankes ohne Gefrierfach.

Hilfe Klimawandel.

Da steckt das Wort Wandel drin. Ein Wandel ist eine Veränderung und jede Veränderung bringt Chancen mit sich.
Es wird wohl wärmer, unaufhaltsam. Pflanzen und Tiere werden aus Regionen verschwinden. Andere Pflanzen und Tiere werden in diese Regionen einwandern. Statt hinterher zu trauern sollten wir die neuen Willkommen heissen und überlegen, wie wir sie nutzen können.
Wird es in naher Zukunft Bananenplantagen in Brandenburg geben? Welche Pflanze kann heimisch werden?

Aktuell wandert der Kabeljau nach Norden, Sardinen, Meeräschen und Streifenbarben nehmen in der Nordsee seinen Platz ein (Quelle NABU).
Alles ist im Wandel.

Müssen wir in Deutschland weiter unsere Häuser in Plastik (!!) einpacken, wenn die Winter immer wärmer werden?
Die Antwort ist leicht – JA. Denn mit diesem ökologischen Un- und ökonomischen Irrsinn wird viel Geld verdient, und mit der Entsorgung in 30 Jahren wieder.

Also was jetzt?

Weg mit der Angst, weg mit der Krise. Wir müssen schauen wo die Chancen liegen und diese nutzen. Dem Erdenlauf und dem Klima sind wir herzlich egal, da werden wir nur ein kurzes Intermezzo sein. Es ist an uns sich zu verändern.

Mit dieser Angst wäre die Menschheit nie aus der Höhle kommen.
Das Klima verändert sich, dann verändern wir uns eben auch. Das ist doch das Erfolgsgeheimnis der Menschheit.

Machen wir es wie in unserm EB Job. Wir wissen oft nicht auf was wir treffen, manchmal auch einwenig Chaos, oft Dinge die wir nie erwartet hätten.
Und dann? Dann wird was daraus gemacht.
Ich habe in 30 Jahren noch nie einen Dreh abgebrochen, denn es gibt immer einen Weg.
Herausvorderungen meistern ist wie Menschen helfen – äusserst gut für die Seele und das Zusammenleben.

Ich wünsche mir mehr Mut zum Wandel – mehr machdas.

 

(*) ich habe vor einigen Jahren mit einem grossen Hersteller gedreht. Der ist bekannt für Verbandsmaterial zur Wundversorgung. Das größte Geschäft, so der Firmenvertreter, mache man aber mit Windeln für Erwachsene.

 

 

Mobilität ohne böse zu sein

Der Teamwagen, er bringt die Crew mit Equipment an den Drehort.

Ohne den Teamwagen geht nichts.
Ohne Mobilität ist eine Produktion nicht durchführbar.
Ein Produktionsfahrzeug sollte ausreichend Platz für drei Leute und Equipment haben. Ein Diesel ist von Vorteil, da eine Laufleistung von 40 TKM pro Jahr oft normal ist.
Der Volkswagen Bus T5/T6  hat das Zeug zum idealen Teamfahrzeug. Ausreichend Raum, mit 4.85m nicht zu lang und schön übersichtlich.

Beim Beladen muss man sich einfach keine Gedanken machen – es geht rein, auch wenn es mal etwas mehr sein muss.

Ein Nachteil ist die Höhe von 194 cm – da klemmt es bei einigen Tiefgaragen. Ausserdem ist die Fahrzeugqualität nur befriedigend. Wandert der Kilometerzähler auf die 200.000, dann verabschiedet sich ein Teil nach dem anderen.

Bitter in dieser Preisklasse, aber lange war der T5 auch ohne Konkurrenz.

Die ist jetzt da und trotzdem ist es schwer wie nie, einen idealen Wagen zu finden.
Da wäre der Antrieb – Diesel (!?).
Macht das noch Sinn? Wann kippt die Politik Euro6 DTEMP?
Benziner? Das bedeuted deutlich mehr Verbrauch und damit höhere Kosten, auf denen man sitzen bleibt.

Elektromobilität.
Zumindest batteriebetrieben ein Irrsinn für unseren Bereich.
Wenn man im Jahr 40 TKm fährt und man ein eAuto hat und damit 300 km weit kommt, dann verbringt man pro Jahr 100 Stunden an der Ladestation.
Bei einer Ladedauer von 45 min. Das sind über 4 Tage Qualitiy Time.
Wobei das von Jahr zu Jahr mehr wird, da ja der Akku immer schwächer wird.
Wir kennen das von den Akkus unserer Kameras, LED Leuchten, Monitore u.u.u.

Diesel im Winter läuft. Akku im Winter?

Abgesehen davon, dass wir in der EU unterwegs sind. Heute München, morgen Brüssel, dann wieder Wien. Da muss es laufen.

Das geeignete Auto
Gegen E-Mobility spricht neben der mangelnden Mobilität aber auch das Angebot. Es gibt keinen grossen E-Kombi, geschweige denn Bus. Sehen wir vom Street-Scooter ab, der immense 90 km Reichweite hat. Brüller.

Bei der Investition habe ich begonnen von hinten ans Auto heranzugehen. Vom Kofferraum her.

Das muss rein

Flight- und Pelicases müssen rein, in diversen Größen. Ich will keine Kompromisse.

Da wird es schwer, diese ganzen SUVs wie Q7, X5 oder M-Klasse sind lang und fett und hoch. Aber wahre Scheinriesen in punkto Kofferraum.
Öffnet man die Heckklappe, dann bietet der alte Golf 1 meist mehr.

Bleiben T6, Spacetourer, H1, Tourneo oder V-Klasse. Immerhin etwas Auswahl. Bleibt aber auch wieder nur Diesel und der ist böse. So sagt man, und weil böse, weiss man nie wie lange man damit noch fahren darf. Da investiert man 50 T€ und nach drei Jahren kommen dann die Einschränkungen von Seiten der Politik.

The great wall
Mittlerweile setze ich auf China. Nein ich hoffe – China ist der Innovationsmotor, wer behaupted, der Chinese können nur kopieren, hat die letzten Jahre verschlafen. In unserem Bereich haben die Chinesen in allen neuen Feldern bereits die Führung übernommen. Wireless Systeme, Drohnen, Gimbalsysteme, Robotik und bald auch Kameratechnik – hinter der grossen Mauer werden Standards gesetzt wie früher in W-Germany.
In sehr hoher Qualität.

“Great wall” heisst dann auch ein grosses chinesisches Unternehmen. Die fertigen PickUps für den chinesischen Markt und haben angekündigt ab 2020 Elektroautos zu produzieren.

Wasserstoff
Als Energieträger dient statt eines LiIo Akkus Wasserstoff in Verbindung mit der Brennstoffzelle. FuelCell driven wie man so sagt.
Damit reihen sich die Chinesen ein mit den Koreanern und Japanern, die dieses Feld bereits anführen. Bei den LKWs sind es die Amerikaner mit Nikola.
Der Tankanschluss für Wasserstoff ist weltweit normiert, die Betankung selbst dauert beim PKW 3 Minuten.
Deutschland sieht zu und hält einen eTron von Audi mit 2.6 Tonnen Leergewicht für eine echte Innovation. (Ladezeit an einer Standardsteckdose 27 Stunden Quality Time).
Der Teslajäger, jagen ist hier nur ein anderes Wort für hinterherhecheln.

Immerhin wird für den bereits erwähnten StreetScooter an einer Wasserstofflösung gearbeitet. Das macht die Post in Eigenregie. Aus der deutschen Industrie kommt ja nichts.

Und ich hoffe auf einen Bus mit H2/FuelCell Technik. Ich brauche ein Auto.
Ich würde auch eines aus China nehmen. Hauptsache was mit Zukunft.

Und alle machen mit

Wenn erwachsene Männer auf Jackenrücken Reklame für Wasserfilter gockelhaft spazieren tragen, dann sind wir beim Sport.
In diesem Fall beim Fussball.

Die Anzahl der Zuschauer liegt nur wenig über dem der Akteure auf dem Rasen. Gebolzt wird in der dritten Liga, zeigen alleine darf das nur der rosa Telefonanbieter. Der hält die Rechte und produziert dadurch Sendezeit für sein MagentaTV.

Damit ist MagentaTV der HOST Broadcaster (HB) und alle Mitwirkenden tragen grüne Leibchen. Dreht man für jemand anderen, dann bekommt man rote Leibchen, nicht, dass etwas durcheinander gerät.

Know your Place

So könnte man zum Beispiel an einem falschen Platz stehen.
Ein Fussballfeld ist gross, aber die Zeiten, wo man sich während des Spiels am Rand herumbewegen konnte sind vorbei. Die Längsseiten sind tabu, hinterm Tor ist eine Raum von 3-4 Metern, da kann man die 90 Minuten entspannt verbringen.
Warum man nur dort sein darf? Weil es halt so ist. Alles andere “geht gar nicht”, wie einem mit Nachdruck versichert wird.

Für den Einlauf der Spieler wird einem auch eine Position zugewiesen, oder man lässt es bleiben, denn alles andere “geht gar nicht”.

Nun lebt ein Fussballspiel vom Gekicke auf dem Rasen und von den anschliessenden Interviews mit den Wortakrobaten.

Kaum ist das Spiel um tragen eifrige Helfer die halbtransparenten Sponsorenwände auf das Grün.
Davor hat man die Interviewpartner zu platzieren, alles andere “geht gar nicht”. Interviews mit Stadion oder Zuschauern im Hintergrund gibt es nicht.

Und alle Mitwirkenden halten sich an diese Regeln als wären sie in Stein gemeißelt.
Selbstbeschränkung ohne Nachfragen, es ist halt so.

Aus meiner Sicht ist Sport zu einer reinen Werbeplattform verkommen.
Logos müssen präsentiert und in Szene gesetzt werden. Ob von Fuss-, Handballern, Skifahrerinnen – egal.
Der Sportler ist Markenbotschafter für Autos, Nahrungsmittel oder Pharma. Deshalb müssen zum Beispiel Wintersportereignisse durchgezogen werden, egal wie das Wetter ist. Schnee kann man immer ankarren.
Daher sind Spielausfälle eine Katastrophe, es geht wertvolle Product Placement Time verloren.

Nicht, dass ich das jetzt aufhalten will, die Fans tragen es ja mit. Ich finde es nur ewig schade für die Idee des Sports. Aber “Läbbä geht weiter”.

P.S. Konsequent und lustig fände ich es dann schon, wenn in naher Zukunft die Marken die Vereinsnamen dominieren, ähnlich wie bei den Stadien. (vergl. Allianz Arena).
Dann spielt hoffentlich irgendwann Pampers United gegen die Always Ultras.

Die Black Pearl unter den Kameras

“Auf einem Schiff aus Butter auf flüssiger Lava zu segeln ist sicherer als mit einer Ursa zu drehen”. sagt Sedat. Sedat mag Sony.

Seit gut einem Jahr ist jetzt die URSA mini Pro im Einsatz.
Zeit einmal ein erstes Fazit zu ziehen.

URSA mini Pro mit Samyang 35mm T 1.4, Follow Focus, Shape Hand 5 und EVF.

It works

Vorneweg, auch wenn es mancher nicht glauben mag, sie funktioniert.
Die URSA mini Pro (UmP) ist die Black Pearl unter den Kameras und die segelt auch auf Lava.
Gedreht wird meist in UHD mit 25fps und Apple ProRES422 im Filmmode.
Die Bildqualität steht ausser Zweifel. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Wahl der Optiken einen wichtigen Beitrag dazu leistet.

Die CFX650 256 GByte CFast 2.0 Karten von Transcend haben bisher alles Material brav aufgezeichnet. Keine Dropouts, keine korrupten Files.
Die Kamera lief im Schnee genauso wie wie im Hochsommer, nur bei Regen braucht es einen Schirm. Die Kühlausgänge sind an der Oberseite.
Man gewöhnt sich auch an die ebenfalls oben herausgeführten zwei XLR Buchsen.
Der Ton ist sehr gut, für mein Gefühl klarer und besser als an einer PDW 700.

Objektiv gesehen

URSA mini Pro mit Sigma 18-35 mm T2.0

Dank des Canon Mounts lassen sich eine Vielzahl von Optiken anschliessen.
ZEISS, SIGMA und TOKINA haben in den letzten Jahren schöne Zooms präsentiert, nicht ganz billig, aber wer es günstiger mag, Fotooptiken gehen auch.
Die Stufenlose Blende ist dann natürlich dahin, ebenso wie die konstante Schärfe und Blende im Zoombereich.

URSA mini Pro mit Sigma 150-600mm T5.0-6.3

Ein schönes Beispiel für eine “lange” Tüte ist das Sigma 150-600mm F5,0-6,3 DG OS HSM Contemporary. Die Blendsteuerung über das Scrollrad an der UmP klappt mit der Sigma wunderbar, der Autofokus ist langsam, aber geht. Eventuell wäre er in der SPORT Version des Objektives schneller, aber das ist nur eine Vermutung.

Der optionale Blackmagic EVF Sucher ist aus meiner Sicht ein must have. Das Bild ist sehr gut und gerade draussen bei Sonne ist ein EVF Sucher einfach unverzichtbar.
Die URSA wird mit 95W V-Mount Akkus von RedPro und Patona betrieben, die sind leicht und laufen ausreichend lange.

Handling

Die Kamera ist sehr kompakt gebaut.
Mit einem Zoomobjektiv wird sie schnell kopflastig. Auf dem Stativ merkt man das nicht, aber aus der Hand oder von der Schulter eben schon. Fährt man den Viewfinder ganz aus, dann bekommt man die URSA auch auf der Schulter in eine gute Arbeitsposition.

Den im “Shoulder Kit” mitgelieferten Kameraarm habe ich noch nie verwendet – er ist mir zu kurz oder meine Arme sind zu lang.
Eine ideale Lösung ist für mich der Shape Hand 5 Griff an 15mm Rohren. An den Griff habe ich einen LanParte LANC REC Button montiert.

Shape Hand5 und LanParte LANC an 15mm Rohren der URSA mini

Damit ist die Kamera wunderbar greifbar. Der Shape Griff lässt sich per Druckknopf schnell verstellen und kann auch als Stativersatz auf Flächen eingesetzt werden.

Zudem ist ein Follow Focus für die Schärfensteuerung unbedingt zu empfehlen. Gerade in dieser Combo lässt sich die URSA mini Pro damit optimal bedienen.

Erste Schäden

Im Drehalltag bleibt man mal wo hängen oder stösst dagegen.
Als einzigen Schaden erwischte es bisher den Drehregler für die Audiokanäle 2 und 4 der UmP.
Wobei CH4 ohnehin nur auf dem Papier existiert. CH3/4 werden erst nach einem schon lange angekündigten Softwareupdate nutzbar sein.

Lost – Scrollrad für CH2/4

Der Verlust des Plastikrades hat aber keinen grossen Einfluss, denn der Tonpegel kann auch über den Touchscreen eingestellt werden. Und auch der kleine Stumpen lässt sich mit spitzen Fingern noch drehen.
Mittlerweile ist ein Ersatzteil über die sehr gute Broadcast&Verleihfirma BildTon in München geordert worden.
FunFact – man muss die Seriennummer der UmP angeben um das Teil zu bekommen, dafür verschickt BM das Rädchen dann gratis.

Mehrkameraeinsatz

Eine URSA mini Pro und eine URSA mini 4.6k passen wunderbar zusammen – es ist ja immerhin der gleiche Chip und die gleiche Grundtechnik.

Harmonieren wunderbar. URSA mini 4.6k mit Samyang 100mm Macro T2.8

Mit anderen Kameras, wie der Sony PDW700, wird es schwieriger. Zum einen produziert die Sony einen anderen Look, zum anderen ist der MPEG IMX Codec einfach viel schlechter als Apple ProRES422.
Die PDW ist für News gemacht – das Material wird aus der Kamera heraus verschnitten, ohne grosse Korrekturen, es muss auf Sendung.
Daher ist es in der Post ein deutlicher Mehraufwand beide Kameras im Farbbild aneinander anzupassen.
Der hochkomprimierte Sony Codec hat einfach nicht soviel Gestaltungsmöglichkeit.
Auch mit einer Sony alpha 6500 lässt sich die URSA mini Pro nur bedingt kombinieren. Besser ist dann sicher die BM Pocket 4k.

Was fehlt?

Definitiv wird es Zeit für die versprochenen 4 Tonkanäle.
Schön wäre auch eine Automatikfunktion für das interne Mikro.
Warum die Blackmagic Bluetooth APP nur mit dem iPad funktioniert erschliesst sich mir auch nicht. Diese APP möge bitte auch für das iPhone kommen, denn das trägt man immer bei sich.


Die Lage des HFR (High Frame Rate) Buttons über dem REC Knopf ist etwas ungünstig.
Drückt man HFR ändert sich die Anzahl der Frames per second auf einen im Menu voreingestellten Wert.
Das passiert einem einmal, dann hoffentlich nicht mehr.

Wobei das auch der eigenen Unachtsamkeit geschuldet ist, denn im Sucher/Klappdisplay wird ja die FPS Rate angezeigt.

Die URSA ist keine wirkliche OutOfTheBox ich drehe los Kamera. Man sollte sich schon etwas mit dem Menu befassen, wissen was ein Histogramm ist und die Empfehlungen von BM für die Speicherkarten sehr ernst nehmen.
Und wissen, was der Unterschied von Film zu Videomode für den Dreh bedeutet.

Ein Wunsch geht an die Hersteller von Objektiven.
Ein 18-400mm Cine Zoom T3, bezahlbar. Ok, ich träume weiter….

 

 

Ordnung 4.0

Equipment muss stets gut verstaut sein.
Ob es sich nun um Akkus, die Cam, das Stativ oder die Optiken handelt, für alles gibt es Taschen und Koffer. Mit und ohne Einsatz.
Den Optiksatz beherbergte bisher ein schwarzer Kunststoffkoffer mit Schaumstofffüllung. Hineingeschnitten waren Löcher für die Optiken.

Das war hilfreich, sah aber wenig schick aus und war eigentlich mehr der Not geschuldet. Der Not ein vernünftiges Case mit passendem Einsatz zu haben.

Abhilfe schafft jetzt der Schaumstoffkonfigurator auf  “koffermarkt.com“.
Hier kann man Koffer von B&W kaufen und dann das Innenleben selbst gestalten.

Verfügt man bereits über Cases, wie hier über ein Pelicase 1510, dann funktioniert das natürlich auch.

Dann wird nur der Schaumstoffkörper über das leicht zu bedienende grafische Webinterface entworfen.
Die Caseinnenmasse müssen nur einmal händisch eingegeben werden.
Dann kann mit der Einteilung begonnen werden.

Die Oberfläche des Programms ist simpel aber effektiv gestaltet.
Im rechten unteren Bereich ist das geplante Produkt in 3D zu sehen. Es kann auch vergrössert und gedreht werden.
Natürlich sollte das zu verstauende Equipment vorher genau vermessen werden. Hier also Optiklänge und und Durchmesser. Links ist noch Raum für Filter und Sonnenblenden.
In der Software kann man wunderbar herumspielen.

Schickt man den Auftrag ab, dann erhält man absolut professionelle, massgeschneiderte Ergebnisse. (vorausgesetzt man hat sich nicht vermessen)

Der abgebildete Schaumstoffeinsatz für das Pelicase 1510 kostet mit MWSt und Versand 137 Euro.

Das Ergebnis überzeugt.

NAB Show 2018 – it’s magic

 

Viva las Vegas

Die NAB Show in Las Vegas – einmal im Leben sollte man dann doch da gewesen sein.
Gesagt, gebucht, geflogen, getan, geschaut, gefreut, geschrieben.

Die NAB Show ist die bekannteste Messe rund um Broadcast/Film/Equipment/Solutions auf diesem Planeten und ein guter Grund sich in die Wüste Nevadas aufzumachen.
NAB steht dabei für National Association of Broadcasters und das Motto lautet “Where content comes to life“.

Las Vegas macht es einem leicht, bei 42 Grad Aussentemperatur verzieht man sich gerne in die klimatisierten Messehallen oder in eines der Spielkasinos.
Aber bereits wenn man sich dem Las Vegas Convention Center annähert wird klar – einer der prominentesten Aussteller auf der diesjährigen Show ist Blackmagic.

Blackmagic Werbung ist omnipräsent auch ausserhalb der Messe

Die Australier mausern sich zum ernstzunehmenden Player im Kamerageschäft. Spätestens die erfolgreiche Einführung der URSA mini Pro hat dies endgültig gezeigt.
Der Messestand, einer der größten und bestbesuchten auf der NAB, unterstreicht das.

The all new Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K

Lange wurde sie erwartet, auf der NAB endlich allen präsentiert.
Die neue BMPCC ist da. In 4K.
BlackMagic Pocket Cinema Camera 4K. Langer Name für eine kleine Kamera die es aber in sich hat.

Die neue BMPCC 4K war im Mittelpunkt des Interesses auf dem Blackmagic Booth.

Mit der neuen Pocket 4K ist BM ein echter Coup gelungen.
Die interne Aufzeichnung in 4K RAW und vernünftige Anschlüsse wie ein mini XLR Eingang für den Ton, der bei Bedarf auch 48V Phantomspeisung liefert, gehören ebenso zur Pocket 4K wie ein 5 Zoll grosses, sehr gutes HD Display und ein vollwertiger HDMI Ausgang.
Ausserdem hat BM der Pocket noch einen Stereo 3.5mm Klinkeneingang und eine 12V Buchse für eine externe Stromversorgung mitgegeben.

5 Zoll 1920×1080 Pixel Display, HDMI out und XLR IN

Die Kamera liegt sehr gut in der Hand, alle wichtigen Bedienelemente, darunter Menue, HighFrameRate, Fokus, Blende, Rec sind sehr gut erreichbar.
Bei den ausgestellten Pockets handelte es sich noch um Vorserienmodelle mit Alu Chassi – in der Serie verfügt die Pocket über ein Carbongehäuse.
Dieses wird noch einmal ca. 100 Gramm leichter sein als das Vorserienmodell.

Handschmeichler

Die Pocket verfügt über einen aktiven Micro Four Third, kurz MFT, Objektivmount.
Aktiv, weil die BM Pocket damit die Blendensteuerung und den Autofokus aktuller MFT Optiken nutzen kann.
So sind zum Beispiel alle Optiken nutzbar, die auch an der GH4/5 verwendet werden. Natürlich wildert BM mit der neuen Kamera im bisher sehr erfolgreichen Markt der MFT Cams.
Platzhirsch Panasonic wird das sicher genau zur Kenntnis nehmen – müssen.

Dank MFT Mount lassen sich zahlreiche Optiken an der BMPCC 4K nutzen

Der 4/3 Zoll Sensor ist laut BM sehr lichtempfindlich und verfügt über 4096×2160 Pixel. Die maximale ISO beträgt 6400.

It is all about Codec and 12 Bit

Klarer Vorteil der BMPCC 4K gegenüber der GH Serie von Panasonic ist die grosse Auswahl an professionellen Codecs.
Die Pocket kann sogar in 12 Bit CinemaDNG RAW intern aufzeichnen und ist damit die ideale Einsteigerkamera für einen echten HDR Workflow.
Um wirklich vernünftige HDR Projekte für Dolby Vision zu realisieren ist eine Kamera mit min. 10 Bit Aufzeichnung und ProRES 4444 Codec nötig. Noch besser ist natürlich die Aufzeichnung in RAW.
Beides stemmt die BMPCC 4K mit links.
Um beim Dreh ein Gefühl für das spätere HDR Material zu bekommen werden mit der Pocket 4K neue LUTs ausgeliefert, darunter ein 2020 Hybrid Log Gamma LUT.

Überhaupt einige Worte zur Aufzeichnung, die schafft die Pocket in 4K mit maximal 60 Bildern pro Sekunde. Alternativ kann sie auch in FullHD aufnehmen, dann mit 120 fps, eine Slomo Funktion fehlt.
Neben CinemaDNG RAW, CinemaDNG RAW 3:1/4:1 kann auch in Apple ProRES 422 HQ und darunter aufgezeichnet werden.
Der Dynamikumfang in RAW oder im Filmmodus beträgt 13 Blenden.

Als Speichermedium kann zwischen CFast 2.0 (für RAW) und SD Card, dank eines USB 3.1 Anschlusses sogar eine externe HDD gewählt werden.

Drehen von HDR geeigneten Content ist mit der Pocket kein Problem, dank RAW und 12 Bit

Auch bemerkenswert, bei den Akkus geht BM keinen eigenen Weg, sondern setzt auf die verbreitete Canon LP Serie. Daneben kann die Kamera auch über den 12V IN und den USB 3.1 Anschluss mit Energie versorgt werden.
Ausserdem hat die Pocket 4K ein Tally und einen Selfie Auslöser.

Wo so viel Licht scheint, da ist der Schatten nicht weit.
Eigentlich sind es nur zwei Dinge, die Pocket besitzt keine ND Filter, dies ist sicher auch der Baugröße geschuldet und – was ich wirklich schade finde – das 5″ HD Display ist fix verbaut.
Es lässt sich nicht herausklappen. Das, so BM ist ein Tribut an den Preis.
Mechanik kostet eben.
Dafür hat die Kamera auch auf der Oberseite eine Gewindebohrung, ideal für einen kleinen Monitor auf MagicArm wie den Video Assist oder einen Sucher.

Zefixes Display der Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K.

Die Pocket wird es ab Juli 2018 für 1295 Dollar zu kaufen geben.
Aus meiner Sicht ein Schnäppchen, trotz des fix verbauten Displays.
Dank der Codecs und des MFT Mounts auch eine Alternative zur GH Serie von Panasonic und das ohne externen Atomos Recorder.
Dass BM noch Resolve Version 15 auf der Messe präsentierte wurde dank der Pocket fast zum Nebenthema.

Was noch?

So interessant die Pocket für uns Kameraleute ist, es gab natürlich noch mehr auf der NAB zu sehen.
It is all about Content könnte man sagen. Darunter natürlich auch die Frage wie bringt man ihn zum User. IT/IP (Broadcast 3.0) war allgegenwärtig, Big Data spielt jetzt bei den Broadcastern eine immer grössere Rolle.

BigData und IP

Deine Daten, meine Daten

Und damit die Möglichkeit bis ins letzte Fitzelchen Geld mit Content zu verdienen. Folgt klassisches Fernsehen dem Giesskannenprinzip, so kann über eine Verbreitung via Internet in Verbindung mit BigData jeder User individualisert angesprochen, will meinen umworben, werden.

Wenn also 100.000 Menschen einen Film gleichzeitig über IP anschauen, dann kann theoretisch jeder einen auf sein Konsumverhalten passenden Werbespot nebenbei gezeigt bekommen.
What a wonderful world.

Und als kleine Pause beim Lesen, hier einige Impressionen von der NAB Show. Gedreht mit der Sony Alpha 6500.

…. und weiter im Text:

Passend dazu spielte natürlich das Thema Watermark ebenfalls eine grosse Rolle auf der NAB – denn der Content soll bestmöglich vor Raubkopierern geschützt werden auf dem Weg zum Konsumenten.

Da wundert es kaum, dass Google und Facebook ebenfalls auf der Messe präsent waren.

Wenn es um User Daten geht, dann dürfen FB und Google natürlich nicht fehlen.

Immer wichtiger, wenn es darum geht Content an den Mann oder die Frau zu bringen wird vimeo. Der Videodienst bietet jetzt auch die Möglichkeit bei ihm gehostete Filme direkt in Facebook und YouTube zu spiegeln.

Displays – weggeblendet

Gerade aus Asien kamen sehr viele Hersteller grosser, überbrillianter Displays. Da taten einem schon fast die Augen weh bei diesem Wettlauf um Kontrast und Brillianz.

Den Größen und Formen scheinen dabei kaum Grenzen gesetzt.

8K – Das K steht für Kommt

Keine Frage ob, eher wann, 8K kommt.

Ebenfalls aus Asien kommen die führenden 8K Lösungen. Ikegami preschte bei den Kameras mal vor und Sharp zeigte 8k Kameras und Monitore. Zu sehen waren Aufnahmen die mit einem 8K Endoskop gemacht wurden.
Das war beeindruckend und ich dachte spontan an “8K kann Leben retten”, da der Arzt ein absolut messerscharfes Bild bekommt.

8K bei der Endoskopie – aktuell nur in Japan

Aber nicht nur im OP spielt 8k eine Rolle, Japan wird im Dezember 2018 mit der 8K TV Ausstrahlung beginnen. Auf der NAB hatte man Gelegenheit in einem 8K Cinema erste Blicke auf japanische 8K HDR Produktionen zu werfen. Unter uns, es haut einen weg.
Die Qualität ist atemberaubend, darunter war eine Aufzeichnung eines Ballets, man hatte wirklich das Gefühl (bei entsprechender Einstellungsgrösse) im Theater zu sitzen. Natürlich war auch der Ton entsprechend.

Making of Inhalt

Zahlreiche Greenboxen und virtuelle Studios waren über die Messe verteilt, viele robotergesteuerte Kameras und ohne Gimbal geht heute scheinbar nichts mehr.

Der Trend geht zum HighTech für HighTech Produktionen. Es wird automatisiert wo es nur möglich ist.
Irgendwann werden die Moderatoren durch Avatare ersetzt – erste Modelle waren zu erahnen.

All in One

Der Ü-Wagen in der Cam

Die Kamera wird zur Sendeeinheit, zum Ü Wagen. JVC präsentierte mit der Connected Cam eine Lösung für alle Broadcaster die immer und überall Live sein wollen.
Und auf der anderen Seite, beim Zuschauer gab es erste AR Anwendungen aus, wieder einmal, Asien.
Eine iPad Anwendung die zum TV Bild live Informationen einblendet. Einfach mit dem Pad den Fernseher anvisieren und die Infos werden eingeblendet.

Zusatzinfo (leicht zeitverzögert, daher der Bildunterschied TV/Pad) aufs iPad dank AR

Rundumblick für alle

VR – Virtual reality nahm ebenfalls einen grossen Raum in der Diskussion ein – ich würde sagen es wurde bewusst gepusht. Das liegt sicher auch daran, dass Samsung als VR Hauptakt genug Geld und Marktmacht ins Spiel bringt.

 

So soll VR endlich den Durchbruch schaffen. Hardwarehersteller gibt es genügend – die Geschichten für VR Filme müssen aber erst geschrieben werden, darüber war man sich einig.

VR Kamera von Samsung

Kurzum es fehlt der Killercontent der die Zuschauer ins VR treibt. Einzige Ausnahme ist aktuell der Spielemarkt.

VR Spieler unterwegs in seiner Welt

Und in der Architektur spielt VR schon heute eine grosse Rolle. Für die Innenansicht von Gebäuden zum Beispiel eignet sich VR hervorragend. Und VR ist gerade für diese Anwendung auch ohne Brille gut nutzbar. YouTube warb auf der NAB mit “YouTube is VR” gezielt dafür.
Präsentiert wurde aber auch der VR CouchPotatoe.
Platz nehmen, Brille auf und los geht es. Passend zum Film bewegt sich auch das Möbel.

Die Chips muss man noch selbst essen, sonst ist alles automatisiert.

Show must go on

Neben zahlreichen Produkten, darunter Kameras, Optiken, Grip, Licht bis hin zu Produktionsfahrzeugen die hier alle nicht aufgeführt werden können sind es natürlich die Vorführungen zu unterschiedlichsten Themen, die den Reiz einer solchen Messe ausmachen.

Wenn Bloom spricht braucht man sich um mangelndes Interesse keine Gedanken machen

Und wie jede Branche hat auch die Filmbranche ihre Stars, wie den Filmemacher Philip Bloom, der die Vorzüge der Fujinon Cinema Zooms einem eifrig lauschenden Publikum erläuterte.

Viele der Vorträge wurden auch im eigens eingerichteten NAB Live Studio übertragen.
Die Qualität der Vorträge – ich habe einige angehört – ist sehr hochwertig.
Die Leute kommen aus der Praxis, das merkt man einfach.
Wer Geld ausgibt, der bekommt noch mehr auf die Ohren, denn gerade die besten Vorträge kosten extra.

NAB Live Studio – kurz vor Lunchtime

Aufhören möchte ich diesen kurzen Einblick in die NAB mit einem schönen Stückchen Hardware.
Einem Bild der Sigma 18-35mm T2 Cinema Lens.
Ganz ohne Strom, ohne Software – einfach nur ein feines Glas in einem edlen Gehäuse.
Montiert ist die Sigma an einer RED Dragon.
RED – das sei nicht unerwähnt – hatte wie Apple auf der NAB keinen eigenen Stand.
Das ist auch ein Signal, denn die Vermarktung und Verbreitung von produziertem Content nimmt auf der Messe ohnehin mehr Fläche ein als die Produktion.

EIN Film, sie zu knechten…. (Teil 1)

“Dank der Smartphones ist Film zum allgegenwärtigsten Medium geworden. Produzenten und Anbieter befinden sich im Wettbewerb um Zeit und Aufmerksamkeit.” 

Vom Filmpalast zum FilmToGo.

Es ist keine zehn Jahre her, da war ein eigener Film noch etwas besonderes.
Das Publikum sass im Kino, am PC oder im Wohnzimmer. Das Film schauen war ein bewusster Akt.
Heute wird ein Grossteil der Filme nebenbei konsumiert. Wir haben das Kino in der Hosentasche, schauen wenn wir Lust haben. Entsprechend steigt das Angebot an Bewegtbildmaterial, von kurzen Clips bis hin zu mehrstündigen Produktionen.

Und noch etwas kam dazu, das Digital Sharing hat die Mundpropaganda ersetzt.
Dank dem Teilen der Links und Clips werden permanent weitere Zuseher generiert.

Viel zu zögerlich erkennen Unternehmen dieses Potential.

Das liegt mitunter an den betreuenden Agenturen, die gerne weiter Print/Web verkaufen, ein Geschäft von dem sie etwas verstehen. Gepaart mit einem veraltetem Denken was den Einsatz von Bewegtbild betrifft.
Und die Grundfrage ist dann in solchen Konstellationen zu oft…

…wie lange darf ein Film sein?

Kurz muss er sein. Maximal 30 Sekunden, sagen wir 60. Aber dann schaut keiner mehr zu. Dann sind die Leute weg.
Ich frage mich immer, wer diesen Blödsinn in die Welt gesetzt hat?
Dabei gilt: Wenn man nichts zu sagen hat, dann sind selbst 30 Sekunden viel zu lang, denn…

…wir erleben den Wandel vom Passiv- zum Aktivseher.

Das klassische TV ist eine Berieselungsmaschine, die einer linearen Abfolge unterworfen ist und allen gerecht werden muss. Dieses Model verliert rasant an Bedeutung.
Je jünger die Leute, desto tot ist es. Selbst die Mediatheken können das nicht aufhalten.
Es ist doch auch Irrsinn, etwas teuer zu produzieren um es dann nur einmal zu zeigen.
Früher war das technisch nicht anders möglich, aber früher fanden wir auch Höhlen heimelig.

Das Internet mit Plattformen wie YouTube, vimeo und den sozialen Medien bietet Content rund um die Uhr verfügbar an.
Weltweit.


Der grosse Unterschied: Der Weg zum Clip ist ein aktiver oder ein empfohlener.
Der Zuschauer sucht aktiv über Google, Bing & Co oder direkt beim Socialmedia-Anbieter nach Themen.
Dienste wie Facebook analysieren die User und platzieren erfolgversprechende Clips in deren Timeline.
Er oder sie will Heavy Machines sehen, interessiert sich für Beauty Tips, hat ein zu lösendes Problem oder sucht Dokus zu speziellen Themen aktiv im Web.

Und dieser Zuschauer entscheidet sehr schnell wie lange er dem Film treu bleibt.
Wenn kein adäquater Inhalt geboten wird braucht es keine 30 Sekunden und klick und weg. Die Alternativen sind einfach zu vielfältig und das Leben zu kurz.
Das Fernsehen verhält sich zu den neuen Medien wie die Betriebskantine zum Restaurant “Weltweite Spezialitäten”.

Das kleinste gemeinsame Vielfache.

Lange Zeit wurde von einem kleinen professionellen Kreis alles Bewegtbildprogramm gemacht.
Es gab eigentlich nur drei vordefinierte Kanäle und Zeiträume für nicht Fernsehmacher um Bewegtbild unters Volk zu bringen:
– TV-Werbung (zeitlich begrenzt)
– Kinowerbung (zeitlich begrenzt)
– Präsentationsraum im Unternehmen
und das war es.
Später kam noch der Laptop hinzu auf dem Filme beim Kunden vorgeführt werden konnten.

Dank erschwinglicher Technik und Internet ist eine Welt entstanden in der jeder sein eigener Produzent & Sender sein kann.
Dazu kommen Unbedarftheit und Mut, kombiniert mit dem Willen “was zu machen”.
Und ehrlich, was wären wir ohne die unzähligen Tutorials, Dokus, Produktvorstellungen, Reiseberichte, Kurzfilme die uns die Kreativen via Web bieten?
Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis, wer nicht schon alles sinnvolles, unterhaltendes oder hilfreiches bei YouTube und Co gefunden hat.
Auf was würden Sie eher verzichten: Das klassische TV oder das Internet mit den neuen Medien?

Der Status Quo.

Viele Unternehmen wünschen sich einen Film. Da wird Geld locker gemacht und dann eine Agentur beauftragt.
Manche fragen ihre Print- oder Webagentur – was ich persönlich für einen grossen Fehler halte.
Herauskommen soll oft der EINE Film, der für alles funktionieren muss.
Werbung, Nachwuchsgewinnung, Präsentation, Problemlösung, Kundengewinnung, Aussendienst, Schulung, Messe, Web, Facebook etc..
EIN Film sie zu knechten und zu langweilen, vom Enkel bis zur Oma. Die alte Denke eben.

Warum soll bei einem Film funktionieren was sonst nie funktioniert?

Wir leben von der auf Zielgruppen ausgerichteten Produktvielfalt. Das beste Beispiel ist die Autoindustrie. Wieviele Modellvarianten hat alleine BMW?

Es geht mehr.

Der Film transportiert Informationen vom Sender zum Empfänger wie es kein anderes Medium kann.
Die Art der Information und die Art und Weise der Aufbereitung richtet sich nach den Bedürfnissen des Empfängers.
Und aus meiner Sicht nur danach.
Suchen Sie sich als Auftraggeber einen Filmemacher, der die Zuschauer im Fokus hat, nicht Sie. Das ist nicht immer leicht zu vermitteln, aber:

Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Ein Unternehmen oder eine Institution sollte sicherlich gewisse Moden nicht ausser acht lassen, aber viel wichtiger ist doch diese drei Grundfragen zu beantworten:

  1. W A S  will ich mit meinem Film primär erreichen?
  2. “W E N  will ich mit meinem Film primär erreichen?”
  3. “W O  wird der Film gezeigt?”

Darüber wird viel zu wenig nachgedacht. Da muss dann nebenbei noch Huber, Maier, Müller in den Film, die neue Zentrale und jede Abteilung.
Damit jeder irgendwas findet was ihn interessiert. Nur es sucht keiner danach. Ergo schaut keiner.

Wie es gehen kann kommt in Teil2 “EIN Film, sie zu knechten…”

Kleinkram macht auch ordentlich Bild

Was man selbst in den Jahren zulegt, das nimmt das Equipment ab. Die Bilder werden hochauflösender, die Chips grösser, aber die umbauende Hardware immer schlanker.
Man hat das Gefühl, dass Stecker und Akkus noch am ehesten die Baugröße bestimmen.

Bei der Alpha 6500 wandern die “riesigen” XLR Buchsen in externe, aufsteckbare Hardware. Ansonsten nehmen der Chip und der Akku den meisten Platz im Gehäuse weg. Kleiner geht kaum. Dennoch zeichnet die 6500er in 4K auf SD Card auf und kann dank E-Mount mit unterschiedlichsten Optiken bestückt werden.
Manchmal wird über den Stromverbrauch geheult – Patona oder Ansmann Ersatzakkus kosten wirklich nicht viel. Ich habe sieben Stück und hatte noch nie Not am Mann.

Auch klein und fein – der DJI OSMO.

Die kleine Gimbal 4k-Cam von DJI fällt kaum auf und ermöglicht ungewöhnliche Perspektiven.
Der Akku hält ausreichend lange – zum Problem wird eher, das als Steuerung genutzte iPhone SE.
Denn der iPhone Akku knickt eher ein.
Zumal beim OSMO ein Wechselakku nicht die Welt kostet. Mit drei Akkus kommt man locker über den Tag.

Mit beiden Kameras kann man Bilder machen, wenn eine grosse PDW oder URSA einfach zu sehr auffallen würden.
Natürlich kommt ein OSMO von der Bildqualität an eine URSA mini auf Ronin nicht heran, aber bei Sonnenschein klappt es ganz gut und alles ist besser als kein Bild zu bekommen.

Nachdem bei der 6500er auch zwei Firmware Updates nachgereicht wurden, hat sich die Bildstabilität bei der 4K Aufnahme ohne Stativ deutlich verbessert.
Die unschönen Verfranzungen (sieht man bei der Libellenskulptur im Film) kommen fast nicht mehr vor – man muss natürlich auch ein Gefühl für die Cam entwickeln.

Ich habe einen YouTube Clip online gestellt, mit Aufnahmen der 6500er und des OSMOs. Die 6500er noch mit der Firmware 1.02, aktuell ist die 1.04 und auch unbedingt für 4K zu empfehlen. An dem Material ist nicht verändert – right out of the cameras.