Die Black Pearl unter den Kameras

“Auf einem Schiff aus Butter auf flüssiger Lava zu segeln ist sicherer als mit einer Ursa zu drehen”. sagt Sedat. Sedat mag Sony.

Seit gut einem Jahr ist jetzt die URSA mini Pro im Einsatz.
Zeit einmal ein erstes Fazit zu ziehen.

URSA mini Pro mit Samyang 35mm T 1.4, Follow Focus, Shape Hand 5 und EVF.

It works

Vorneweg, auch wenn es mancher nicht glauben mag, sie funktioniert.
Die URSA mini Pro (UmP) ist die Black Pearl unter den Kameras und die segelt auch auf Lava.
Gedreht wird meist in UHD mit 25fps und Apple ProRES422 im Filmmode.
Die Bildqualität steht ausser Zweifel. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Wahl der Optiken einen wichtigen Beitrag dazu leistet.

Die CFX650 256 GByte CFast 2.0 Karten von Transcend haben bisher alles Material brav aufgezeichnet. Keine Dropouts, keine korrupten Files.
Die Kamera lief im Schnee genauso wie wie im Hochsommer, nur bei Regen braucht es einen Schirm. Die Kühlausgänge sind an der Oberseite.
Man gewöhnt sich auch an die ebenfalls oben herausgeführten zwei XLR Buchsen.
Der Ton ist sehr gut, für mein Gefühl klarer und besser als an einer PDW 700.

Objektiv gesehen

URSA mini Pro mit Sigma 18-35 mm T2.0

Dank des Canon Mounts lassen sich eine Vielzahl von Optiken anschliessen.
ZEISS, SIGMA und TOKINA haben in den letzten Jahren schöne Zooms präsentiert, nicht ganz billig, aber wer es günstiger mag, Fotooptiken gehen auch.
Die Stufenlose Blende ist dann natürlich dahin, ebenso wie die konstante Schärfe und Blende im Zoombereich.

URSA mini Pro mit Sigma 150-600mm T5.0-6.3

Ein schönes Beispiel für eine “lange” Tüte ist das Sigma 150-600mm F5,0-6,3 DG OS HSM Contemporary. Die Blendsteuerung über das Scrollrad an der UmP klappt mit der Sigma wunderbar, der Autofokus ist langsam, aber geht. Eventuell wäre er in der SPORT Version des Objektives schneller, aber das ist nur eine Vermutung.

Der optionale Blackmagic EVF Sucher ist aus meiner Sicht ein must have. Das Bild ist sehr gut und gerade draussen bei Sonne ist ein EVF Sucher einfach unverzichtbar.
Die URSA wird mit 95W V-Mount Akkus von RedPro und Patona betrieben, die sind leicht und laufen ausreichend lange.

Handling

Die Kamera ist sehr kompakt gebaut.
Mit einem Zoomobjektiv wird sie schnell kopflastig. Auf dem Stativ merkt man das nicht, aber aus der Hand oder von der Schulter eben schon. Fährt man den Viewfinder ganz aus, dann bekommt man die URSA auch auf der Schulter in eine gute Arbeitsposition.

Den im “Shoulder Kit” mitgelieferten Kameraarm habe ich noch nie verwendet – er ist mir zu kurz oder meine Arme sind zu lang.
Eine ideale Lösung ist für mich der Shape Hand 5 Griff an 15mm Rohren. An den Griff habe ich einen LanParte LANC REC Button montiert.

Shape Hand5 und LanParte LANC an 15mm Rohren der URSA mini

Damit ist die Kamera wunderbar greifbar. Der Shape Griff lässt sich per Druckknopf schnell verstellen und kann auch als Stativersatz auf Flächen eingesetzt werden.

Zudem ist ein Follow Focus für die Schärfensteuerung unbedingt zu empfehlen. Gerade in dieser Combo lässt sich die URSA mini Pro damit optimal bedienen.

Erste Schäden

Im Drehalltag bleibt man mal wo hängen oder stösst dagegen.
Als einzigen Schaden erwischte es bisher den Drehregler für die Audiokanäle 2 und 4 der UmP.
Wobei CH4 ohnehin nur auf dem Papier existiert. CH3/4 werden erst nach einem schon lange angekündigten Softwareupdate nutzbar sein.

Lost – Scrollrad für CH2/4

Der Verlust des Plastikrades hat aber keinen grossen Einfluss, denn der Tonpegel kann auch über den Touchscreen eingestellt werden. Und auch der kleine Stumpen lässt sich mit spitzen Fingern noch drehen.
Mittlerweile ist ein Ersatzteil über die sehr gute Broadcast&Verleihfirma BildTon in München geordert worden.
FunFact – man muss die Seriennummer der UmP angeben um das Teil zu bekommen, dafür verschickt BM das Rädchen dann gratis.

Mehrkameraeinsatz

Eine URSA mini Pro und eine URSA mini 4.6k passen wunderbar zusammen – es ist ja immerhin der gleiche Chip und die gleiche Grundtechnik.

Harmonieren wunderbar. URSA mini 4.6k mit Samyang 100mm Macro T2.8

Mit anderen Kameras, wie der Sony PDW700, wird es schwieriger. Zum einen produziert die Sony einen anderen Look, zum anderen ist der MPEG IMX Codec einfach viel schlechter als Apple ProRES422.
Die PDW ist für News gemacht – das Material wird aus der Kamera heraus verschnitten, ohne grosse Korrekturen, es muss auf Sendung.
Daher ist es in der Post ein deutlicher Mehraufwand beide Kameras im Farbbild aneinander anzupassen.
Der hochkomprimierte Sony Codec hat einfach nicht soviel Gestaltungsmöglichkeit.
Auch mit einer Sony alpha 6500 lässt sich die URSA mini Pro nur bedingt kombinieren. Besser ist dann sicher die BM Pocket 4k.

Was fehlt?

Definitiv wird es Zeit für die versprochenen 4 Tonkanäle.
Schön wäre auch eine Automatikfunktion für das interne Mikro.
Warum die Blackmagic Bluetooth APP nur mit dem iPad funktioniert erschliesst sich mir auch nicht. Diese APP möge bitte auch für das iPhone kommen, denn das trägt man immer bei sich.


Die Lage des HFR (High Frame Rate) Buttons über dem REC Knopf ist etwas ungünstig.
Drückt man HFR ändert sich die Anzahl der Frames per second auf einen im Menu voreingestellten Wert.
Das passiert einem einmal, dann hoffentlich nicht mehr.

Wobei das auch der eigenen Unachtsamkeit geschuldet ist, denn im Sucher/Klappdisplay wird ja die FPS Rate angezeigt.

Die URSA ist keine wirkliche OutOfTheBox ich drehe los Kamera. Man sollte sich schon etwas mit dem Menu befassen, wissen was ein Histogramm ist und die Empfehlungen von BM für die Speicherkarten sehr ernst nehmen.
Und wissen, was der Unterschied von Film zu Videomode für den Dreh bedeutet.

Ein Wunsch geht an die Hersteller von Objektiven.
Ein 18-400mm Cine Zoom T3, bezahlbar. Ok, ich träume weiter….

 

 

Ordnung 4.0

Equipment muss stets gut verstaut sein.
Ob es sich nun um Akkus, die Cam, das Stativ oder die Optiken handelt, für alles gibt es Taschen und Koffer. Mit und ohne Einsatz.
Den Optiksatz beherbergte bisher ein schwarzer Kunststoffkoffer mit Schaumstofffüllung. Hineingeschnitten waren Löcher für die Optiken.

Das war hilfreich, sah aber wenig schick aus und war eigentlich mehr der Not geschuldet. Der Not ein vernünftiges Case mit passendem Einsatz zu haben.

Abhilfe schafft jetzt der Schaumstoffkonfigurator auf  “koffermarkt.com“.
Hier kann man Koffer von B&W kaufen und dann das Innenleben selbst gestalten.

Verfügt man bereits über Cases, wie hier über ein Pelicase 1510, dann funktioniert das natürlich auch.

Dann wird nur der Schaumstoffkörper über das leicht zu bedienende grafische Webinterface entworfen.
Die Caseinnenmasse müssen nur einmal händisch eingegeben werden.
Dann kann mit der Einteilung begonnen werden.

Die Oberfläche des Programms ist simpel aber effektiv gestaltet.
Im rechten unteren Bereich ist das geplante Produkt in 3D zu sehen. Es kann auch vergrössert und gedreht werden.
Natürlich sollte das zu verstauende Equipment vorher genau vermessen werden. Hier also Optiklänge und und Durchmesser. Links ist noch Raum für Filter und Sonnenblenden.
In der Software kann man wunderbar herumspielen.

Schickt man den Auftrag ab, dann erhält man absolut professionelle, massgeschneiderte Ergebnisse. (vorausgesetzt man hat sich nicht vermessen)

Der abgebildete Schaumstoffeinsatz für das Pelicase 1510 kostet mit MWSt und Versand 137 Euro.

Das Ergebnis überzeugt.

NAB Show 2018 – it’s magic

 

Viva las Vegas

Die NAB Show in Las Vegas – einmal im Leben sollte man dann doch da gewesen sein.
Gesagt, gebucht, geflogen, getan, geschaut, gefreut, geschrieben.

Die NAB Show ist die bekannteste Messe rund um Broadcast/Film/Equipment/Solutions auf diesem Planeten und ein guter Grund sich in die Wüste Nevadas aufzumachen.
NAB steht dabei für National Association of Broadcasters und das Motto lautet “Where content comes to life“.

Las Vegas macht es einem leicht, bei 42 Grad Aussentemperatur verzieht man sich gerne in die klimatisierten Messehallen oder in eines der Spielkasinos.
Aber bereits wenn man sich dem Las Vegas Convention Center annähert wird klar – einer der prominentesten Aussteller auf der diesjährigen Show ist Blackmagic.

Blackmagic Werbung ist omnipräsent auch ausserhalb der Messe

Die Australier mausern sich zum ernstzunehmenden Player im Kamerageschäft. Spätestens die erfolgreiche Einführung der URSA mini Pro hat dies endgültig gezeigt.
Der Messestand, einer der größten und bestbesuchten auf der NAB, unterstreicht das.

The all new Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K

Lange wurde sie erwartet, auf der NAB endlich allen präsentiert.
Die neue BMPCC ist da. In 4K.
BlackMagic Pocket Cinema Camera 4K. Langer Name für eine kleine Kamera die es aber in sich hat.

Die neue BMPCC 4K war im Mittelpunkt des Interesses auf dem Blackmagic Booth.

Mit der neuen Pocket 4K ist BM ein echter Coup gelungen.
Die interne Aufzeichnung in 4K RAW und vernünftige Anschlüsse wie ein mini XLR Eingang für den Ton, der bei Bedarf auch 48V Phantomspeisung liefert, gehören ebenso zur Pocket 4K wie ein 5 Zoll grosses, sehr gutes HD Display und ein vollwertiger HDMI Ausgang.
Ausserdem hat BM der Pocket noch einen Stereo 3.5mm Klinkeneingang und eine 12V Buchse für eine externe Stromversorgung mitgegeben.

5 Zoll 1920×1080 Pixel Display, HDMI out und XLR IN

Die Kamera liegt sehr gut in der Hand, alle wichtigen Bedienelemente, darunter Menue, HighFrameRate, Fokus, Blende, Rec sind sehr gut erreichbar.
Bei den ausgestellten Pockets handelte es sich noch um Vorserienmodelle mit Alu Chassi – in der Serie verfügt die Pocket über ein Carbongehäuse.
Dieses wird noch einmal ca. 100 Gramm leichter sein als das Vorserienmodell.

Handschmeichler

Die Pocket verfügt über einen aktiven Micro Four Third, kurz MFT, Objektivmount.
Aktiv, weil die BM Pocket damit die Blendensteuerung und den Autofokus aktuller MFT Optiken nutzen kann.
So sind zum Beispiel alle Optiken nutzbar, die auch an der GH4/5 verwendet werden. Natürlich wildert BM mit der neuen Kamera im bisher sehr erfolgreichen Markt der MFT Cams.
Platzhirsch Panasonic wird das sicher genau zur Kenntnis nehmen – müssen.

Dank MFT Mount lassen sich zahlreiche Optiken an der BMPCC 4K nutzen

Der 4/3 Zoll Sensor ist laut BM sehr lichtempfindlich und verfügt über 4096×2160 Pixel. Die maximale ISO beträgt 6400.

It is all about Codec and 12 Bit

Klarer Vorteil der BMPCC 4K gegenüber der GH Serie von Panasonic ist die grosse Auswahl an professionellen Codecs.
Die Pocket kann sogar in 12 Bit CinemaDNG RAW intern aufzeichnen und ist damit die ideale Einsteigerkamera für einen echten HDR Workflow.
Um wirklich vernünftige HDR Projekte für Dolby Vision zu realisieren ist eine Kamera mit min. 10 Bit Aufzeichnung und ProRES 4444 Codec nötig. Noch besser ist natürlich die Aufzeichnung in RAW.
Beides stemmt die BMPCC 4K mit links.
Um beim Dreh ein Gefühl für das spätere HDR Material zu bekommen werden mit der Pocket 4K neue LUTs ausgeliefert, darunter ein 2020 Hybrid Log Gamma LUT.

Überhaupt einige Worte zur Aufzeichnung, die schafft die Pocket in 4K mit maximal 60 Bildern pro Sekunde. Alternativ kann sie auch in FullHD aufnehmen, dann mit 120 fps, eine Slomo Funktion fehlt.
Neben CinemaDNG RAW, CinemaDNG RAW 3:1/4:1 kann auch in Apple ProRES 422 HQ und darunter aufgezeichnet werden.
Der Dynamikumfang in RAW oder im Filmmodus beträgt 13 Blenden.

Als Speichermedium kann zwischen CFast 2.0 (für RAW) und SD Card, dank eines USB 3.1 Anschlusses sogar eine externe HDD gewählt werden.

Drehen von HDR geeigneten Content ist mit der Pocket kein Problem, dank RAW und 12 Bit

Auch bemerkenswert, bei den Akkus geht BM keinen eigenen Weg, sondern setzt auf die verbreitete Canon LP Serie. Daneben kann die Kamera auch über den 12V IN und den USB 3.1 Anschluss mit Energie versorgt werden.
Ausserdem hat die Pocket 4K ein Tally und einen Selfie Auslöser.

Wo so viel Licht scheint, da ist der Schatten nicht weit.
Eigentlich sind es nur zwei Dinge, die Pocket besitzt keine ND Filter, dies ist sicher auch der Baugröße geschuldet und – was ich wirklich schade finde – das 5″ HD Display ist fix verbaut.
Es lässt sich nicht herausklappen. Das, so BM ist ein Tribut an den Preis.
Mechanik kostet eben.
Dafür hat die Kamera auch auf der Oberseite eine Gewindebohrung, ideal für einen kleinen Monitor auf MagicArm wie den Video Assist oder einen Sucher.

Zefixes Display der Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K.

Die Pocket wird es ab Juli 2018 für 1295 Dollar zu kaufen geben.
Aus meiner Sicht ein Schnäppchen, trotz des fix verbauten Displays.
Dank der Codecs und des MFT Mounts auch eine Alternative zur GH Serie von Panasonic und das ohne externen Atomos Recorder.
Dass BM noch Resolve Version 15 auf der Messe präsentierte wurde dank der Pocket fast zum Nebenthema.

Was noch?

So interessant die Pocket für uns Kameraleute ist, es gab natürlich noch mehr auf der NAB zu sehen.
It is all about Content könnte man sagen. Darunter natürlich auch die Frage wie bringt man ihn zum User. IT/IP (Broadcast 3.0) war allgegenwärtig, Big Data spielt jetzt bei den Broadcastern eine immer grössere Rolle.

BigData und IP

Deine Daten, meine Daten

Und damit die Möglichkeit bis ins letzte Fitzelchen Geld mit Content zu verdienen. Folgt klassisches Fernsehen dem Giesskannenprinzip, so kann über eine Verbreitung via Internet in Verbindung mit BigData jeder User individualisert angesprochen, will meinen umworben, werden.

Wenn also 100.000 Menschen einen Film gleichzeitig über IP anschauen, dann kann theoretisch jeder einen auf sein Konsumverhalten passenden Werbespot nebenbei gezeigt bekommen.
What a wonderful world.

Und als kleine Pause beim Lesen, hier einige Impressionen von der NAB Show. Gedreht mit der Sony Alpha 6500.

…. und weiter im Text:

Passend dazu spielte natürlich das Thema Watermark ebenfalls eine grosse Rolle auf der NAB – denn der Content soll bestmöglich vor Raubkopierern geschützt werden auf dem Weg zum Konsumenten.

Da wundert es kaum, dass Google und Facebook ebenfalls auf der Messe präsent waren.

Wenn es um User Daten geht, dann dürfen FB und Google natürlich nicht fehlen.

Immer wichtiger, wenn es darum geht Content an den Mann oder die Frau zu bringen wird vimeo. Der Videodienst bietet jetzt auch die Möglichkeit bei ihm gehostete Filme direkt in Facebook und YouTube zu spiegeln.

Displays – weggeblendet

Gerade aus Asien kamen sehr viele Hersteller grosser, überbrillianter Displays. Da taten einem schon fast die Augen weh bei diesem Wettlauf um Kontrast und Brillianz.

Den Größen und Formen scheinen dabei kaum Grenzen gesetzt.

8K – Das K steht für Kommt

Keine Frage ob, eher wann, 8K kommt.

Ebenfalls aus Asien kommen die führenden 8K Lösungen. Ikegami preschte bei den Kameras mal vor und Sharp zeigte 8k Kameras und Monitore. Zu sehen waren Aufnahmen die mit einem 8K Endoskop gemacht wurden.
Das war beeindruckend und ich dachte spontan an “8K kann Leben retten”, da der Arzt ein absolut messerscharfes Bild bekommt.

8K bei der Endoskopie – aktuell nur in Japan

Aber nicht nur im OP spielt 8k eine Rolle, Japan wird im Dezember 2018 mit der 8K TV Ausstrahlung beginnen. Auf der NAB hatte man Gelegenheit in einem 8K Cinema erste Blicke auf japanische 8K HDR Produktionen zu werfen. Unter uns, es haut einen weg.
Die Qualität ist atemberaubend, darunter war eine Aufzeichnung eines Ballets, man hatte wirklich das Gefühl (bei entsprechender Einstellungsgrösse) im Theater zu sitzen. Natürlich war auch der Ton entsprechend.

Making of Inhalt

Zahlreiche Greenboxen und virtuelle Studios waren über die Messe verteilt, viele robotergesteuerte Kameras und ohne Gimbal geht heute scheinbar nichts mehr.

Der Trend geht zum HighTech für HighTech Produktionen. Es wird automatisiert wo es nur möglich ist.
Irgendwann werden die Moderatoren durch Avatare ersetzt – erste Modelle waren zu erahnen.

All in One

Der Ü-Wagen in der Cam

Die Kamera wird zur Sendeeinheit, zum Ü Wagen. JVC präsentierte mit der Connected Cam eine Lösung für alle Broadcaster die immer und überall Live sein wollen.
Und auf der anderen Seite, beim Zuschauer gab es erste AR Anwendungen aus, wieder einmal, Asien.
Eine iPad Anwendung die zum TV Bild live Informationen einblendet. Einfach mit dem Pad den Fernseher anvisieren und die Infos werden eingeblendet.

Zusatzinfo (leicht zeitverzögert, daher der Bildunterschied TV/Pad) aufs iPad dank AR

Rundumblick für alle

VR – Virtual reality nahm ebenfalls einen grossen Raum in der Diskussion ein – ich würde sagen es wurde bewusst gepusht. Das liegt sicher auch daran, dass Samsung als VR Hauptakt genug Geld und Marktmacht ins Spiel bringt.

 

So soll VR endlich den Durchbruch schaffen. Hardwarehersteller gibt es genügend – die Geschichten für VR Filme müssen aber erst geschrieben werden, darüber war man sich einig.

VR Kamera von Samsung

Kurzum es fehlt der Killercontent der die Zuschauer ins VR treibt. Einzige Ausnahme ist aktuell der Spielemarkt.

VR Spieler unterwegs in seiner Welt

Und in der Architektur spielt VR schon heute eine grosse Rolle. Für die Innenansicht von Gebäuden zum Beispiel eignet sich VR hervorragend. Und VR ist gerade für diese Anwendung auch ohne Brille gut nutzbar. YouTube warb auf der NAB mit “YouTube is VR” gezielt dafür.
Präsentiert wurde aber auch der VR CouchPotatoe.
Platz nehmen, Brille auf und los geht es. Passend zum Film bewegt sich auch das Möbel.

Die Chips muss man noch selbst essen, sonst ist alles automatisiert.

Show must go on

Neben zahlreichen Produkten, darunter Kameras, Optiken, Grip, Licht bis hin zu Produktionsfahrzeugen die hier alle nicht aufgeführt werden können sind es natürlich die Vorführungen zu unterschiedlichsten Themen, die den Reiz einer solchen Messe ausmachen.

Wenn Bloom spricht braucht man sich um mangelndes Interesse keine Gedanken machen

Und wie jede Branche hat auch die Filmbranche ihre Stars, wie den Filmemacher Philip Bloom, der die Vorzüge der Fujinon Cinema Zooms einem eifrig lauschenden Publikum erläuterte.

Viele der Vorträge wurden auch im eigens eingerichteten NAB Live Studio übertragen.
Die Qualität der Vorträge – ich habe einige angehört – ist sehr hochwertig.
Die Leute kommen aus der Praxis, das merkt man einfach.
Wer Geld ausgibt, der bekommt noch mehr auf die Ohren, denn gerade die besten Vorträge kosten extra.

NAB Live Studio – kurz vor Lunchtime

Aufhören möchte ich diesen kurzen Einblick in die NAB mit einem schönen Stückchen Hardware.
Einem Bild der Sigma 18-35mm T2 Cinema Lens.
Ganz ohne Strom, ohne Software – einfach nur ein feines Glas in einem edlen Gehäuse.
Montiert ist die Sigma an einer RED Dragon.
RED – das sei nicht unerwähnt – hatte wie Apple auf der NAB keinen eigenen Stand.
Das ist auch ein Signal, denn die Vermarktung und Verbreitung von produziertem Content nimmt auf der Messe ohnehin mehr Fläche ein als die Produktion.

EIN Film, sie zu knechten…. (Teil 1)

“Dank der Smartphones ist Film zum allgegenwärtigsten Medium geworden. Produzenten und Anbieter befinden sich im Wettbewerb um Zeit und Aufmerksamkeit.” 

Vom Filmpalast zum FilmToGo.

Es ist keine zehn Jahre her, da war ein eigener Film noch etwas besonderes.
Das Publikum sass im Kino, am PC oder im Wohnzimmer. Das Film schauen war ein bewusster Akt.
Heute wird ein Grossteil der Filme nebenbei konsumiert. Wir haben das Kino in der Hosentasche, schauen wenn wir Lust haben. Entsprechend steigt das Angebot an Bewegtbildmaterial, von kurzen Clips bis hin zu mehrstündigen Produktionen.

Und noch etwas kam dazu, das Digital Sharing hat die Mundpropaganda ersetzt.
Dank dem Teilen der Links und Clips werden permanent weitere Zuseher generiert.

Viel zu zögerlich erkennen Unternehmen dieses Potential.

Das liegt mitunter an den betreuenden Agenturen, die gerne weiter Print/Web verkaufen, ein Geschäft von dem sie etwas verstehen. Gepaart mit einem veraltetem Denken was den Einsatz von Bewegtbild betrifft.
Und die Grundfrage ist dann in solchen Konstellationen zu oft…

…wie lange darf ein Film sein?

Kurz muss er sein. Maximal 30 Sekunden, sagen wir 60. Aber dann schaut keiner mehr zu. Dann sind die Leute weg.
Ich frage mich immer, wer diesen Blödsinn in die Welt gesetzt hat?
Dabei gilt: Wenn man nichts zu sagen hat, dann sind selbst 30 Sekunden viel zu lang, denn…

…wir erleben den Wandel vom Passiv- zum Aktivseher.

Das klassische TV ist eine Berieselungsmaschine, die einer linearen Abfolge unterworfen ist und allen gerecht werden muss. Dieses Model verliert rasant an Bedeutung.
Je jünger die Leute, desto tot ist es. Selbst die Mediatheken können das nicht aufhalten.
Es ist doch auch Irrsinn, etwas teuer zu produzieren um es dann nur einmal zu zeigen.
Früher war das technisch nicht anders möglich, aber früher fanden wir auch Höhlen heimelig.

Das Internet mit Plattformen wie YouTube, vimeo und den sozialen Medien bietet Content rund um die Uhr verfügbar an.
Weltweit.


Der grosse Unterschied: Der Weg zum Clip ist ein aktiver oder ein empfohlener.
Der Zuschauer sucht aktiv über Google, Bing & Co oder direkt beim Socialmedia-Anbieter nach Themen.
Dienste wie Facebook analysieren die User und platzieren erfolgversprechende Clips in deren Timeline.
Er oder sie will Heavy Machines sehen, interessiert sich für Beauty Tips, hat ein zu lösendes Problem oder sucht Dokus zu speziellen Themen aktiv im Web.

Und dieser Zuschauer entscheidet sehr schnell wie lange er dem Film treu bleibt.
Wenn kein adäquater Inhalt geboten wird braucht es keine 30 Sekunden und klick und weg. Die Alternativen sind einfach zu vielfältig und das Leben zu kurz.
Das Fernsehen verhält sich zu den neuen Medien wie die Betriebskantine zum Restaurant “Weltweite Spezialitäten”.

Das kleinste gemeinsame Vielfache.

Lange Zeit wurde von einem kleinen professionellen Kreis alles Bewegtbildprogramm gemacht.
Es gab eigentlich nur drei vordefinierte Kanäle und Zeiträume für nicht Fernsehmacher um Bewegtbild unters Volk zu bringen:
– TV-Werbung (zeitlich begrenzt)
– Kinowerbung (zeitlich begrenzt)
– Präsentationsraum im Unternehmen
und das war es.
Später kam noch der Laptop hinzu auf dem Filme beim Kunden vorgeführt werden konnten.

Dank erschwinglicher Technik und Internet ist eine Welt entstanden in der jeder sein eigener Produzent & Sender sein kann.
Dazu kommen Unbedarftheit und Mut, kombiniert mit dem Willen “was zu machen”.
Und ehrlich, was wären wir ohne die unzähligen Tutorials, Dokus, Produktvorstellungen, Reiseberichte, Kurzfilme die uns die Kreativen via Web bieten?
Fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis, wer nicht schon alles sinnvolles, unterhaltendes oder hilfreiches bei YouTube und Co gefunden hat.
Auf was würden Sie eher verzichten: Das klassische TV oder das Internet mit den neuen Medien?

Der Status Quo.

Viele Unternehmen wünschen sich einen Film. Da wird Geld locker gemacht und dann eine Agentur beauftragt.
Manche fragen ihre Print- oder Webagentur – was ich persönlich für einen grossen Fehler halte.
Herauskommen soll oft der EINE Film, der für alles funktionieren muss.
Werbung, Nachwuchsgewinnung, Präsentation, Problemlösung, Kundengewinnung, Aussendienst, Schulung, Messe, Web, Facebook etc..
EIN Film sie zu knechten und zu langweilen, vom Enkel bis zur Oma. Die alte Denke eben.

Warum soll bei einem Film funktionieren was sonst nie funktioniert?

Wir leben von der auf Zielgruppen ausgerichteten Produktvielfalt. Das beste Beispiel ist die Autoindustrie. Wieviele Modellvarianten hat alleine BMW?

Es geht mehr.

Der Film transportiert Informationen vom Sender zum Empfänger wie es kein anderes Medium kann.
Die Art der Information und die Art und Weise der Aufbereitung richtet sich nach den Bedürfnissen des Empfängers.
Und aus meiner Sicht nur danach.
Suchen Sie sich als Auftraggeber einen Filmemacher, der die Zuschauer im Fokus hat, nicht Sie. Das ist nicht immer leicht zu vermitteln, aber:

Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Ein Unternehmen oder eine Institution sollte sicherlich gewisse Moden nicht ausser acht lassen, aber viel wichtiger ist doch diese drei Grundfragen zu beantworten:

  1. W A S  will ich mit meinem Film primär erreichen?
  2. “W E N  will ich mit meinem Film primär erreichen?”
  3. “W O  wird der Film gezeigt?”

Darüber wird viel zu wenig nachgedacht. Da muss dann nebenbei noch Huber, Maier, Müller in den Film, die neue Zentrale und jede Abteilung.
Damit jeder irgendwas findet was ihn interessiert. Nur es sucht keiner danach. Ergo schaut keiner.

Wie es gehen kann kommt in Teil2 “EIN Film, sie zu knechten…”

Kleinkram macht auch ordentlich Bild

Was man selbst in den Jahren zulegt, das nimmt das Equipment ab. Die Bilder werden hochauflösender, die Chips grösser, aber die umbauende Hardware immer schlanker.
Man hat das Gefühl, dass Stecker und Akkus noch am ehesten die Baugröße bestimmen.

Bei der Alpha 6500 wandern die “riesigen” XLR Buchsen in externe, aufsteckbare Hardware. Ansonsten nehmen der Chip und der Akku den meisten Platz im Gehäuse weg. Kleiner geht kaum. Dennoch zeichnet die 6500er in 4K auf SD Card auf und kann dank E-Mount mit unterschiedlichsten Optiken bestückt werden.
Manchmal wird über den Stromverbrauch geheult – Patona oder Ansmann Ersatzakkus kosten wirklich nicht viel. Ich habe sieben Stück und hatte noch nie Not am Mann.

Auch klein und fein – der DJI OSMO.

Die kleine Gimbal 4k-Cam von DJI fällt kaum auf und ermöglicht ungewöhnliche Perspektiven.
Der Akku hält ausreichend lange – zum Problem wird eher, das als Steuerung genutzte iPhone SE.
Denn der iPhone Akku knickt eher ein.
Zumal beim OSMO ein Wechselakku nicht die Welt kostet. Mit drei Akkus kommt man locker über den Tag.

Mit beiden Kameras kann man Bilder machen, wenn eine grosse PDW oder URSA einfach zu sehr auffallen würden.
Natürlich kommt ein OSMO von der Bildqualität an eine URSA mini auf Ronin nicht heran, aber bei Sonnenschein klappt es ganz gut und alles ist besser als kein Bild zu bekommen.

Nachdem bei der 6500er auch zwei Firmware Updates nachgereicht wurden, hat sich die Bildstabilität bei der 4K Aufnahme ohne Stativ deutlich verbessert.
Die unschönen Verfranzungen (sieht man bei der Libellenskulptur im Film) kommen fast nicht mehr vor – man muss natürlich auch ein Gefühl für die Cam entwickeln.

Ich habe einen YouTube Clip online gestellt, mit Aufnahmen der 6500er und des OSMOs. Die 6500er noch mit der Firmware 1.02, aktuell ist die 1.04 und auch unbedingt für 4K zu empfehlen. An dem Material ist nicht verändert – right out of the cameras.

Patona V-Mount – Fazit

Wie bereits geschrieben haben wir vier Patona V-Mount Akkus eingekauft.
Wegen des geringen Gewichts, wegen den 95 W Leistung und damit einhergehend der allgemeinen Flugtauglichkeit.
Mit den Akkus wird eine URSA mini 4.6 zum Leben erweckt und insgesamt haben die LiIonen Zellen jetzt bereits fünf Flugstrecken hinter sich gebracht, darunter nach Singapore, Nairobi und Sao Paulo.

Das Fazit bisher – alles gut gelaufen. Die Akkus tun ihren Dienst.
An der URSA und an den F&V Flächenleuchten.
Ein Sturz wurde auch bisher klaglos überstanden.

Auch das D-Tap Ladegerät von Patona funktioniert einwandfrei.
Im Bild sehen wir eine typische Ladesituation im Hotel, das kennt wohl jeder.

So gesehen scheint mit Patona eine weitere V Mount Alternative auf dem Markt zu sein.

Bei den Handgepäckkontrollen wurden die Akkus nie beanstandet, weder von KLM, Qatar, Singapore Airlines noch nicht einmal von der Lufthansa.
Die weigerte sich allerdings die LiIonen Akkus im aufgegebenen Gepäck zu transportieren, nur im Handgepäck.

Einziger Wermutstropfen, einer der Akkus passt nicht 100% auf den V-Mount Adapter der URSA mini.
Ist er eingerastet und wackelt man stark am Akku, dann ist der Strom weg.
An der PDW700 passiert das nicht – das liegt hier also an einer unglücklichen Kombination Adapterplatte URSA zu Patona Anschluss.
Beim Drehen vom Stativ ist man save – es passiert nur, wenn man gegen den Akku stößt.

Wenn einer eine Reise tut…

… und dabei professionelles Equipment benötigt, dann wartet da mancherorts ordentlich Papierkram auf ihn.

Wo ist das Problem?

Wenn ich mit teurem Equipment in ein anderes Land einreise, dann besteht immer die Möglichkeit, dass ich die Ausrüstung dort verkaufen und Geld machen will. Das denkt zumindest das betroffene Land. Es will daher seinen Anteil am Kuchen.
Umgekehrt kann der bundesdeutsche Zoll bei uns bei der Einreise davon ausgehen, dass man die Kamera o.ä. günstig im Ausland erworben hat und nun ohne Zollgebühren und Mehrwertsteuer einführen möchte. In beiden Fällen kann das teuer werden.

Wie löse ich das Problem?

Bewegt man sich innerhalb Europas (ausser Schweiz), dann ist alles entspannt. Keine Papiere, keine Anmeldungen, kein Zoll.
Im Rest der Welt brauche ich handfeste Beweise, dass ich die Ausrüstung ein- und wieder ausführen werde.
Dafür gibt es unter anderem drei Möglichkeiten um dies zu bewerkstelligen.
Die Originalrechnung mit meiner Adresse und der Seriennummer, eine Nämlichkeitsbescheinigung vom Zoll oder das Carnet.

Das CARNET A.T.A.

Das Carnet A.T.A. (Carnet Admission Temporaire/Temporary Admission) ist wohl der sicherste Weg um mit professioneller Ausrüstung ein- und wieder auszureisen.
Das Carnet A.T.A. ist ein internationales Zollpapier, das der Vereinfachung der Zollförmlichkeiten bei der vorübergehenden Verwendung bestimmter Waren im Ausland dient.
Problem ist nur, nicht jedes Land der Welt ist im Carnet-Verbund.
Eine aktuelle Carnet Länderübersicht der IHK Stuttgart findet ihr hier.

Wie funktioniert das jetzt mit dem Carnet?
Eigentlich relativ einfach. Die Formblätter gibt es bei der lokalen IHK für wenig Euro. Das Ausfüllen ist relativ selbsterklärend. Wichtig ist, dass bei den Preisen der Zeitwert des Equipments anzugeben ist, denn am Ende entscheidet der Gesamtwert des zu exportierenden Equipments über die Carnet Gebühr und ob eine Bürgschaft nötig wird oder nicht. Liegt der aktuelle Gesamtwert unter 10.000 € benötigt man keine Bürgschaft. (Stand IHK Schwaben)
Im Carnet wird jetzt alles mitzunehmende Equipment in mehreren Listen aufgeführt.
Anzugeben sind Zielland, Art mit Seriennummer, Gewicht, Stück, Herstellungsland und der Wert in € zum Zeitpunkt der Ausstellung. Jeder Artikel ist eine eigene Position.

Carnet

Wie tief man sein Equipment aufsplittert, das muss man selbst entscheiden.
Ich mache das immer etwas vom Wert und der Einzelverkaufbarkeit abhängig. So ist zum Beispiel der Body der URSA mini eine Position, ebenso der Viewfinder und auch die Optik. Denn jedes dieser Teile könnte auch einzeln verwendet/veräussert werden.
Akkus nehme ich zum Beispiel nicht im Carnet mit auf.
Die Anzahl der benötigten Einlageblätter richtet sich nach der Zahl der zu durchreisenden Länder mit Carnet Akzeptanz.
Minimal sind es 4 – Ausreise Deutschland (EU), Einreise Carnet Land, Ausreise Carnet Land, Einreise Deutschland (EU).
Ist das Carnet fertig ausgefüllt, dann gibt man es bei der lokalen IHK ab. Dort wird es geprüft und abgestempelt – Stempel sind sehr wichtig. Von jetzt an ist das Carnet 1 Jahr gültig.

Mit dem abgestempelten Carnet und allen darin aufgeführten Gerätschaften geht es dann zum Zoll.
Der prüft, ob die Dinge wirklich existieren, die man in die Liste geschrieben hat, checkt die Seriennummern. Wie genau, das hängt von der Tagesform der Zollbeamten ab.
Ich hatte schon Fälle, da wurde alles genau überprüft, aber auch, dass es so ablief:
Zoll: “Passt das alles?”
Ich: “Ja”
Zoll: “Dann ist gut”
Und wenn es gut ist, dann gibt es wieder Stempel. Jetzt ist das Carnet ausreisebereit.

Es geht los – das Carnet will gestempelt werden.
Dabei müssen wir nicht fliegen, es reicht ein Trip in die Schweiz. Die Schweiz verlangt für die Einfuhr von professionellem Equipment ein Carnet. Tut man das nicht und wird erwischt, dann gibt es einen energischen Vortrag von dem man nur die Hälfte zu verstehen glaubt und man muss zahlen.
Als Deutscher kann man über die EU Mitgliedsstaaten Italien, Frankreich oder Österreich in die Schweiz einreisen. Kommt man zum Beispiel über Österreich, dann muss das Carnet erstmalig an der Österreichisch-schweizerischen Grenze vom österreichischen Zoll abgestempelt werden. Das geht allawei sehr einfach, die Österreicher sind da entspannt. Stempel drauf, Ausfuhrblatt rausreissen und weiter geht es ein paar Meter zum Schweizer.
Wenn der ganz gut aufgelegt ist, dann stempelt er, reisst sein Einfuhrblatt raus und man ist drin.
Leider sind die Schwizer selten gut aufgelegt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Verlässt man die Schweiz jetzt Richtung Italien, dann gilt, erster Stopp beim Eidgenossen am Grenzübergang. Der checkt Carnet mit dem Equipment gegen, stempelt und reisst sein Wiederausfuhrblatt raus. Dann zum italienischen Kollegen und der krallt sich das Wiedereinfuhrblatt und – richtig – stempelt.
Fertig. Das Equipment ist wieder im EU Raum und alles passt.

Nutzt man den Flieger, dann geht es am Abflughafen direkt zum Zoll – VOR der Gepäckaufgabe – und lässt sich sein Carnet abstempeln. Am Zielflughafen geht es nach dem Gepäckband zum dortigen Zoll und man legt sein Carnet vor. Zurück geht es entsprechend.

Der Vorteil des Carnets, es ist offiziell und es funktioniert. Nachteil, nicht wenige Zöllner sind manchmal damit überfordert. Es dauert dann, bis einer kommt, der Ahnung hat und alles wegstempelt.
Eine einfache Alternative ist die Nämlichkeitsbescheinigung vom Zoll.

Vereinfachte Nämlichkeitsbescheinigung im Reiseverkehr

Die sagt soviel wie “Das ist nämlich mein Equipment” und ist kostenlos.
Die Nämlichkeitsbescheinigung besteht aus 2 Seiten die einander sehr ähnlich sind. Mehr Infos gibt es beim Zoll.
Hier könnt ihr die Nämlichkeitsbescheinigung herunterladen.
Das Ausfüllen ist auch hier wieder selbsterklärend.

Wichtig! Beim Equipment bitte NICHT den Wert(*) eintragen. Beschreibung, Anzahl und Seriennummern reichen.
Hat man das getan, dann packt man die beiden Zettel zum Equipment.
Beim Ausreisen geht es dann erstmal zum Zoll, zum Beispiel am Flughafen. Dort legt man die Blätter vor und, falls gewünscht auch das Equipment, (also nicht vorher einchecken).
Der Zoll stempelt dann darauf herum, signiert und behält die erste Seite für sich.
Die zweite Seite ist jetzt bei Bedarf am ausländischen Zoll vorzulegen. Sagt der Zöllner nichts, dann einfach weitergehen.
Diese Seite ist einfach der offizielle Nachweis, dass das Equipment einem gehört und in Deutschland bei Zoll registriert ist.

Kehrt man in die Heimat zurück, dann gibt man diese 2te Seite beim Zoll ab, damit ist die Aus- und Wiedereinfuhr dokumentiert und der Kreis schliesst sich.

Klingt sehr einfach, ist es auch und für kleines Equipment zu empfehlen. Ich weiss allerdings nicht ob der Carnet Fetischist Schweiz das akzeptiert.

(*) mit dem Wert ist das so eine Sache. In Kenia zum Beispiel erkannte der Zoll natürlich auf Grund der Peli-Cases, dass hier keine Normaltouristen einreisen.
Nun beeindruckte ihn zwar unser “Letter of welcome” unseres Auftraggebers und der verstempelte Nämlichkeitsnachweis, aber andere Länder andere Sitten.
Führt man Filmequipment nach Kenia ein, dann wird 1% des Equipmentwertes oder max. 300 $ an nicht zu wiedererstattender Zollgebühr fällig.
Die Beamte fragt einfach “How much is this?” und dann sollte man gut überlegen was man sagt.
Stehen Summen auf der Nämlichkeitsbescheinigung, dann ist man festgelegt.
Noch ein Hinweis – Kenia verlangt eine einmalige Drehgebühr von 5000 Kenia Shilling, also 50$, auch dazu gibt es ein Formblatt.

Die eigene Originalrechnung zum Equipment

Originalrechnungen passend zum mitgenommenen Equipment sollen bei Problemen bei Ein- und/oder Ausfuhr auch helfen.
Problem – auf Originalrechnungen steht der Neupreis, das führt in Fällen wie Kenia zu höheren Gebühren.
Zudem ist eine Rechnung einfach kein offizielles Dokument – weil halt keine Stempel darauf sind, und Stempel liebt der Zollabfertiger.
Ich habe es noch nie mit Originalrechnungen probiert. Entweder Carnet, Nämlichkeitsnachweis oder Augen zu und durch.

Das Carnet ist sicher die aufwändigste, aber auch die anerkannteste Lösung um ohne böse Überraschung rein und wieder raus zu kommen aus einem fremden Land, sofern dieses Carnets akzeptiert.

Zöllner sind auch nur Menschen und daher erlebt man immer wieder Überraschungen. Das Geschriebene dient als Hilfe, ist aber nicht als 100%ig sicherer Tip zu verstehen. Ich hatte auch schon den Fall, wo es nur Dank kleiner, schnell verschwindender Scheine weiterging, trotz Carnet.
Dollarnoten sollte man daher immer zur Hand haben.

Departure: Patona V-Mount Akku 95Wh.

Fliegt man mit Equipment, dann zählen bei Akkus zwei Faktoren: Gewicht und Power.
Laut der 2016er EU Richtlinie wird es bei Li.Ionen Akkus immer schwieriger, die in den Flieger zu bekommen. Ausführlich ist es hier auf Film TV Video erklärt.

Kurz gesagt gilt – unter 100 Wh Kapazität gibt es keine Probleme, darüber wird es komplizierter.

Akkurichtline bei Qatar Airways.

Tricky ist auch noch, dass lose Akkus (Spares) nicht mit dem Frachtgepäck aufgegeben werden dürfen.
Diese müssen eingebaut/montiert sein.

Das Gros unserer Akkus hat 160 Wh und mehr.
Die Dinger müssen einfach an der Sony PDW 700 lange funktionieren und die 700er frisst Strom wie eine Hexe kleine Kinder. Gierig.
Im Einsatz sind IDX, Sony, RedPro, Beillen, SWIT.

An den LED Flächenleuchten hängen die alten Sony BPL60, die sind durchgenudelt, taugen nix mehr an der Cam, auch nicht an der URSA mini, und sind mit 950 Gramm für 60 Wh (0,06 Wh/g) zu schwer.
Dann sind da noch 80Wh IDX Endura, aber auch die haben die besten Jahre hinter sich, werden also an LED Leuchten, Mischern und Field-Monitoren enden.

Patona jetzt mit V-Mount

Wer zum Beispiel bei eBay “Patona Akku” eingibt entdeckt jede Menge Ersatzakkus für Canon EOS und Sony DigiCams. Jetzt bietet Patona auch Akkus mit V-Mount für professionelle Broadcast- und Filmkameras. Neben einem 190Wh Boliden auch einen 95 Wh Akku mit drei Besonderheiten.

Der Patona 95Wh Akku wiegt nur 550 Gramm  (0,17 Wh/g), verfügt über Staus LEDs und einem D-TAP Anschluss. Als Bonbon bringt er auch noch einen USB Anschluss mit. Damit kann man vor Ort die GoPro oder das Smartphone laden.

Der Patona Akku lässt sich mit unseren vorhandenen V-Mount Ladern (Axcom, Sony, NoName) auf Leistung bringen, aber was das besondere ist, über den D-TAP Anschluss kann man den Akku ebenfalls laden.

Lädt am D-TAP

Dafür liefert Patona ein handliches Ladegerät (weltweit nutzbar da 100-220V) für 50€ brutto.
Die 95Wh Akkus selbst kosten 129€ das Stück, das ist sehr preiswert.


Dies, die “nur” 95Wh Leistung, das geringe Gewicht und das kompakte D-TAP Ladegerät waren ausschlaggebend, es mit Patona einmal zu probieren.
Wir haben schon mal getestet: Ein voll geladener Patona 95Wh zeichnet aktuell an der URSA mini 4.6k über 90 Minuten in UHD ProRES422 25fps auf. Das war aber ein reiner Studiotest und ist daher nicht so aussagekräftig.

Mehr gibt es in einigen Wochen zu berichten, die vier neuen Akkus gehen jetzt in den Einsatz.
Fliegen, drehen, fliegen. Mehrere Drehorte,  u.a. bei 30 Grad und gut 90% Luftfeuchte. Wir werden sehen, wie sie sich schlagen.

Mehr in einigen Wochen.

PDW700 XDCamHD sucht neuen Wirkungskreis

Sehr gepflegte Sony PDW 700 möchte gerne weiter Filme in HD drehen und sucht daher einen neuen Wirkungskreis. Gerne auch im Ausland. Sony PDW 700 for sale.

Betriebsstunden PDW700

Die Kamera war nie im Verleih.
Im Lieferumfang ist der PDW700 Body, Sony s/w Sucher, WiFi Modul CBK-WA1 (damit kann man das Bild auf ein Smartphone raus geben), Leichtstütze inkl. 2 Rohre, Akku V-Mount Platte und original Sony Mikrofon.
VB 8.500,- € netto (14 Tage Übernahmegarantie, Rechnung mit USt kann gestellt werden)

Bei Interesse mail an mich.

Die Optik gehört NICHT zum Lieferumfang.

Copystation to GO

Wir zeichnen heute alle auf SD, P2, CFast, XQD, SSD usw… auf. Die Kartenpreise sind dabei sehr unterschiedlich. Gerade die CFast 2.0 Kartenpreise haben es in sich. 256 GByte kosten aktuell 400€.
SD Karten sind da schon preislich günstiger, da kann man auch ein Packerl unterwegs mit sich führen.
Trotzdem tut es gut auch von den SD Karten ab und an ein Backup zu machen.

Backup und Sicherung mit der Western Digital WirelessPRO

Festplattenhersteller Western Digital hat da ein kleines Kästchen auf den Markt gebracht, dass einem den Laptop am Set ersparen möchte.
Die MyPassport WirelessPRO ist eine Festplatte mit 1-4 Terrabyte Speicher und eigenem Akku mit bis zu 10 Stunden Laufzeit.
Mehr noch, die WirelessPRO verfügt über eine aktive USB 2.0 Schnittstelle und einen SD Card Reader.
Für den Anschluss an einen Rechner oder zum Laden des Akkus ist zudem noch eine USB 3.0 Schnittstelle vorhanden.
Ein Kabel dafür inklusive Netzteil gehört zum Lieferumfang.

Als wäre das nicht genug, so baut die WirelessPRO, der Name legt es nahe, im Betrieb auch noch ein eigenes WLAN auf.

Und was soll das alles?
An die USB 2.0 Schnittstelle lassen sich zum Beispiel das Smartphone oder eine Kamera anschliessen. Dann nutzen diese Geräte den 6400 mAh starken Festplattenakku als Powerbank und werden betankt.

Natürlich kann über den USB Port auch ein USB Kartenlesegerät oder der Speicher einer Kamera direkt ausgelesen werden.
Aber leider nur mit USB 2.0 Geschwindigkeit von max. 60 MB/s. Da braucht es für eine 256 GB Karte dann 75 Minuten im Idealfall.
Etwas schneller ist der interne SD Card Reader

Der SD Card Slot funktioniert denkbar einfach. Über das Webinterface kann der User festlegen ob beim Einstecken einer SD Card die Daten nur auf die WirelessPRO kopiert werden sollen, oder ob kopiert und anschliessend die SD Card gelöscht werden soll.


Kleine LEDs auf dem Gehäuse zeigen dabei den Status und die Akkulaufzeit an.

Über eine App kann der User über WLAN und das Smartphone auf die Files der MyPassport WirelessGO zugreifen. Diese sichten und zum Beispiel via Mail verschicken. Die Files können auch via WLAN per FTP freigegeben werden.
Natürlich lässt sich die PRO auch über ihre USB 3.0 Schnittstelle direkt mit dem Mac oder PC verbinden. Dann arbeitet sie wie eine ordinäre externe USB Platte.

Mit ca. 12x12x2,5 cm ist die PRO nicht viel grösser als andere externe Festplatten, wegen des Akkus aber merklich schwerer. Etwa 500 Gramm wiegt das Gerät.

Ein gutes Pfund Backup Technik die bei uns bisher problemlos seinen Dienst verrichtet.
Es ist einfach beruhigend eine Kopie zu haben.
Einziger Wermutstropfen – der langsame USB 2.0 Anschluss für Cardreader, da wäre ein aktiver USB 3.0 einfach performanter.